Deiters

Die Öcher Jecken haben ein ganz dickes Fell

Von: Vom närrischen Treiben in der Stadt berichteten: Sarah Maria Berners, Georg Dünnwald, Nina Krüsmann, Jan Mönch
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Kappes-Köpfe im Fastelovvends-Fiber..

Aachen. Die Öcher Jecken haben ein dickes Fell - einige zumindest. Und die sind gut beraten. Als Tiger, Kühe und Bienen haben sich viele Narren in warme Plüschhosen gepackt. Denen kann die Kälte nichts anhaben.

Einige wagemutige Wiver wollen aber trotz der Minusgrade ihre knappen Kleidchen ausführen und so stehen leicht bekleidete Engelchen und Häschen auf dem Markt und nippen zitternd am kalten Bier. „Die Hauptsache ist, es regnet nicht”, ruft Oberbürgermeister Marcel Philipp den Jecken auf dem Markt zu. Jung und Alt haben sich dort versammelt, um Fastelovvend ze fiere.

Es sind zwar ein paar Jecke weniger auf dem Markt unterwegs als in den vergangenen Jahren, aber die Stimmung kann das nicht trüben. Es wird geschunkelt, geklatscht und gelacht.

Wer kein kaltes Bier mag, kann heißen Glühwein trinken. 2 Euro kostet der Becher. Die Öcher Penn präsentiert auf der Bühne ein buntes Programm. Mit rot-weißen Schneeschirmen bringen „De Fraulü” Farbe auf den Markt.

Während die Party in vollem Gange ist, kehrt die Tropi-Garde auf dem Münsterplatz den Schnee von der Bühne. Gegen 13 Uhr ist der Spaß auf der Penn-Bühne vorbei. Für einige Teenies geht die Party dort weiter. Andere Narren machten sich auf den Weg ins warme Pennzelt. Ruckzuck bildete sich eine lange Schlage.

Lange Unterhosen

Auch der Münsterplatz füllt sich rasch. Dort steht die Tropi-Garde in den Startlöchern, um die Jecken aufzuheizen. „Wer hat lange Unterhosen an?” fragt Uwe Brandt die Menge. Fast alle recken ihre Hände in die Höhe. Brandt und Generälin Sarah Siemons bringen Bewegung in die Menge und dann friert niemand mehr.

Musik, Tanz und Comedy - das sind die Zutaten der Garde. Dass närrische Volk jubelt und weil klatschen mit Handschuhen nicht funktioniert wird gegrölt, was das Zeug hält.

Jetzt haben die Burtscheider Jecken sich endgültig in den närrischen Olymp katapultiert. Weht der Meute am Burtscheider Markt an Altweiber seit jeher ein schneidender Wind um die Ohren, war der gestrige Auftakt zum Straßenkarneval nur noch mit einer Aprs-Ski-Sause zu vergleichen.

„Wir feiern heute kein Open Air am Jonastor, wir feiern Hüttenzauber am Jonastor”, stimmt Werner Dahmen, Präsident der KG Oecher Spritzemänner die vielen Hundert Gäste passend zu den klimatischen Bedingungen ein. Kältebedingter Besucherschwund?

Von wegen. Die Karnevalsfreunde haben sich ganz einfach besonders dick verpackt. Ob Sibirischer Tiger oder Schneemann: Zwischen Kinn und Knien verschwinden sämtliche Verkleidungen unter dicken Anoraks - in der Summe aber sind auch die kunterbunt.

So viel Zusammenhalt geht ein Stück weit immer auch auf das Vereinsleben eines Ortsteils zurück. Das wissen die Spritzemänner nur zu gut - weshalb der traditionelle Fußgängerorden an den Burtscheider Bürgerverein verliehen wurde.

Im Königkeller haben sich die Teenies zur Undergroundparty getroffen. Während die hübsch zurecht gemachten Mädels sich auf der Tanzfläche austoben, lehnen die Jungs lässig an der Theke. An der gibt es allerdings nur Softdrinks, denn im Underground wird ohne Alkohol gefeiert. Und den brauchen die Teenies auch nicht. Sie können sich auch ohne prächtig amüsieren.

Wie immer am Fettdonnerstag zeigen sich auch die Paragraphenreiter pratschjeck. Und auch Im Justizzentrum werden Orden verliehen: 44 Männerorden und 22 Frauenorden - bezahlt aus der Privatschatulle von Richter Holger Brantin, dem neuen Brauchtumsbeauftragen des Landgerichts und anderen höheren Robenträgern.

Auch in Brand geht derweil die Post ab. Das Zelt auf dem Brander Markt platzt aus allen Nähten. Roberta Lorenza und Heinz Montag heizen den Jecken ein.

Zum ersten Mal moderierte Josef Hunds - Gründungsmitglied der Domspatzen - gemeinsam mit Detlef Sistenich, Vorsitzender der Brander Unterbähner, die große Sause. Und natürlich ist auch Prinz Rolf I. beim närrischen Auftakt um 11.11 Uhr mit dabei.

In Forst macht das winterliche Wetter den Jecken zu schaffen. Einige Programmpunkte müssen ob der eisigen Straßenverhältnisse ausfallen. Und auch Mariechen Linda Kelleter kann auf der glatten Bühne nicht auftreten. Das 5 x 11. Jubiläum feiert die Närrische 11 trotzdem mit guter Laune. Als besonderes Schmankerls kommt das Lichtenbuscher Dreigestirn zu Besuch und sorgt für Schunkelstimmung am Trierer Platz.

Natürlich macht auch Prinz Dirk IV. mit der Prinzengarde auf den Bühnen Station. Mit in der Truppe ist auch AKV-Präsident Horst Wollgarten. „Wir wohl da wohl etwas Mist gebaut”, entschuldigt er sich für die Absage der Prinzensitzung. „Aber jetzt wollen wir einfach zusammen Fastelovvend fiere!” Und das tun die Jecken - in janz Oche, fünf Tage lang.
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