Der Karneval als Urlaub vom Ich

Von: Sandra Kinkel
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Professor Herbert Schmidt (links) und Rolf Peter Hohn (rechts) zeichneten Eva und Peter Eßer mit dem Verdienstorden in Gold des Bundes Deutscher Karneval aus. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Karneval, so der Kölner Schriftsteller Wolfgang Oelsner, sei eine gute Gelegenheit, Urlaub vom Ich und Urlaub vom Alltag zu machen. „Und wenn Sie hier so weiter machen und in den nächsten 44 Jahren immer mal wieder Urlaub vom Ich machen, dann kann Ihnen nichts passieren. Und dann wird Ihre Gesellschaft acht mal elf Jahre alt. Und die Acht ist ja die Zahl der Unsterblichkeit.”

Die Menschen im Haus der Stadt applaudieren. Es ist Samstagabend, und eine der renommiertesten Dürener Karnevalsgesellschaften (KG) feiert Geburtstag: Die KG „Närrische Nord-Dürener” wird vier mal elf jecke Jahre alt. Und natürlich hat sich die Gesellschaft um Präsident Professor Dr. Herbert Schmidt und Vorsitzenden Bernd Bezani für ihren Festkommers etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir hatten keine Lust auf einen langweiligen Kommers”, so Ilona Bezani. „Wir wollen feiern.”

Zweieinhab Stunden Programm

Deswegen gab es rund zweieinhalb Stunden Programm, bei dem das Sinfonische Blasorchester unter der Leitung von Renold Quade genauso mit von der Partie war wie der närrische Ratsherr Johannes Esser, der alte Dürener Lieder gesungen hat, und wie die Singgemeinschaft Mariaweiler unter der Leitung von Natalie Schmidt, die mit einem Willi-Ostermann-Medley zur Party gekommen war. Zwischendurch erzählten die drei in Düren lebenden Gründungsmitglieder Hans Gladbach, Peter Gülpen und Bernd Böhr, wie alles vor 44 Jahren mit den „Närrischen Nord-Dürenern” angefangen hatte.

Auch Dürens stellvertretender Bürgermeister Rainer Guthausen, Ex-Bürgermeister Josef Vosen und Rolf-Peter Hohn vom Regionalverband Dürener Karneval wurden von Herbert Schmidt zu einer kurzen Talkrunde gebeten. „Wir waren 18 Leute”, erinnert sich Gründungsmitglied und Ehrenpräsident Hans Gladbach, „und wollten eine Karnevalsgesellschaft gründen. Aber nur einer, nämlich Paul Bezani, hatte wirklich Ahnung vom Karneval.”

Damals, so Gladbach, hätte jeder zehn Mark bezahlt. „Wir wussten ja nicht, was daraus wird. Im schlimmsten Fall wäre das Geld eben weg gewesen.”

Aber weit gefehlt: Die zehn Mark waren eine Investition, die sich ohne Zweifel sehr gelohnt hat, waren sie doch der Grundstein für bislang 44 Jahre Ehrenamt, 44 Jahre Jugendarbeit und vor allem 44 Jahre Frohsinn und Freude.

Vier Dürener Karnevalsprinzen (Hans Jansen, Willi Aussem, Hand Gladbach und Josef Vosen) haben die „Närrischen Nord-Dürener” hervorgebracht, zwei Prinzenpaare (Marie-Luise und Herbert Schmidt sowie Iris und Joachim Carl) und außerdem auch drei Kinder-Tollitäten (Hardi Kortz, Thomas Dürbaum und die amtierende Kinderprinzessin Nina Marie Kertz).

Aber nicht nur das: Die „Närrischen Nord-Dürener” haben in der Rurstadt auch immer wieder neue karnevalistische Wege beschritten. Seit einigen Jahren veranstalten sie immer zur Sessionseröffnung am 11.11. ein karnevalistisches Konzert der eher stillen Töne im Haus der Stadt.

Auch die beliebte „Närrische Akademie” ist aufgrund einer Initiative von Professor Herbert Schmidt und seinen Mitstreitern entstanden.

Verdienste gewürdigt

Klar, dass bei dem Festkommers besonders verdiente Mitglieder ausgezeichnet wurden. So konnte RVD-Präsident Rolf-Peter Hohn Eva und Peter Eßer erfreut den Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval in Gold überreichen.
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