Deiters

Der ganz normale Wahnsinn eines Prinzen

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Werden auf einer Welle der Begeisterung durch Eischwieles Narrensäle getragen: Prinz Marco I. und Zeremonienmeister Hans-Willi erleben in diesen Tagen ein unvergessliches Wintermärchen. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Alle Blicke kleben an ihm. Aus hunderten Kehlen schallt ihm sein Spitzname „Hubba Bubba!” entgegen. Er singt, tanzt, schwitzt. Applaus, Fans auf den Tischen. Sie klatschen, wollen mehr, fordern eine Zugabe. Der Saal liegt ihm zu Füßen. Marco greift zum Mikro, setzt an, will zu seinem Narrenvolk sprechen, und dann... Piep, piep, piep, piep. Alles nur ein Traum?

Ein Blick auf die Uhr: 8.30 Uhr morgens. Die Stimme? Fast weg. Die Beine? Schwer wie Blei. Die Lust? Ungebrochen, zumindest wenn seine Tollität möglichst bald einen Kaffee bekommt. Noch dreieinhalb Stunden bis zum Start. Dann zündet die Rakete Prinz Marco I. (Zimmermann) wieder wie eine Urgewalt. Elf Stunden, zehn Termine - der ganz normale Wahnsinn eines Narrenherrschers.

Er ist wahrlich Eschweilers Winterprinz. Während Daisys Schneegestöber wurde er proklamiert, drei Wochen später fallen wieder weiße Flocken auf das prinzliche Haupt. Doch ein Karnevalsprinz kennt kein schlechtes Wetter, er weiß nur eins: Auf das Team Marco 2010 kann er sich verlassen.

Ruhige Nächte mit Ehefrau Anke sind momentan eine Seltenheit. Es ist Zeremonienmeister Hans-Willi (Huth), den Marco aus verschlafenen Augen an diesem Morgen als Ersten begrüßt. Am Wochenende residieren beide in der Prinzenhofburg „Zur Altdeutschen”. Immer zur Seite stehen ihnen die Adjutanten Michael „Säule” Gehlen und Thorsten „Totte” von Bentheim.

12 Uhr: Der Prinz betritt den Schankraum. Die Begleitoffiziere sind da, die Fotografen, die Fahrer, die Prinzenbläser und die Pagen (letztere noch völlig vertieft im Gameboy-Spiel). „Vor uns liegt ein Zwölf-Stunden-Tag”, sagt Marco.
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