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Böse Buben im Jubiläumsrausch

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Sie sind zu Recht das Aushängeschild der Bösen Buben: die erfahrenen „Inde-Singers” wissen genau, wie man einen Saal zum Toben bringt.

Eischwiele. Da kommt Freude auf. Vorfreude. Auf die nächsten 100 Jahre. Die KG Bösen Buben feierten ihr Jubiläum mit einer hinreißenden Sitzung. Die Bösen Buben feiern nicht Karneval - sie sind Karneval. Ein urwüchsiger, witziger, unangestrengter Karneval, randvoll mit Fröhlichkeit.

Und dafür brauchen sie keine teuer eingekauften Büttenredner und Showtänzer von weit her. Was am Samstagabend im Saal Flatten über die Bühne tobte, waren überwiegend die Aktiven dieser Jubiläumsgesellschaft selber.

Das Bühnenbild, einfallsreich wie immer bei den Bösen Buben, nahm natürlich auf das 100-jährige Bestehen der Kolping-Karnevalisten Bezug. Präsident Guido Kuth, die gute Laune in Person, schlug das überdimensionale Buch der Erinnerungen auf und führte - mal vergnügt plaudernd, mal die Stimmung weiter aufheizend - durch das Programm. Als es kurz nach 19 Uhr begann, tanzten bereits die ersten Gäste in den Saalreihen, und als es spät in der Nacht endete, tanzte der ganze Saal.

Mit Mariechentänzen begann auch das Bühnenprogramm. Kindertanzmarie Isabell Schmidt und Tanzmarie Julia Wintz entzückten das Publikum, u.a. mit einem Auftritt zu Musik von Michael Jackson. Büttenredner Matthias Junk, inzwischen über 70-jährige Humorist, Sänger und Musiker ist seit 50 Jahren auf der Bühne. Gemeinsam mit Enkel Sebastian Majerke trat er vors Mikrophon. Ihr Thema? Natürlich Opa und Enkel.

Auch Jonas Wintz ist ein Eigengewächs der Bösen Buben. Als abgerissener Stadtpenner („meine Hausbank steht auf der Uferstraße, direkt vorm El Paso”), die Bierflasche immer griffbereit, hat er viel Zeit. Der Mann strahlt eine derartige Ruhe aus... Das Publikum hingegen sprang begeistert von den Sitzen auf nach seiner Rede. Lachen und Beifall auch bei dem witzigen Dialog von „Engelchen und Teufelchen” Sabrina und Rebecca Hamm.

„100 Joa, dat sent mie” ist das Motto der Bösen Buben in diesem Jahr. Das drückt nicht nur Stolz auf die Tradition aus, sondern auch das Selbstbewusstsein, ein wichtiger Teil des Eschweiler Karnevals zu sein. Traditionsbewusst - das war nicht nur am Bühnenbild zu sehen, mit historischen Fotos aus Zeiten, als im Kolpinghaus noch 1200 Besucher Platz fanden.

Das wurde auch deutlich in kleinen Gags wie dem, dass als Mundschenk ein „hundertjähriger Greis” im Nachthemd und mit Rollator (wunderbar in seiner Rolle: Johannes Schmidt) die Erfrischungen für die Künstler auf die Bühne brachte. Und das zeigte auch Confrencier Guido Kuth, der im ersten Teil des Abend in kurzen Hosen auf der Bühne stand. Das, verkündete er, sei in der Gründungszeit die Saaluniform der Bösen Buben gewesen - abgeschnittene durchgewetzte Handwerkerhosen, denn die Kolpingsfamilie und damit auch die Bösen Buben stehen in der Tradition der Wandergesellen.

Unter den Ehrungen an diesem Jubiläumsabend ragten vier heraus. Das Komitee zeichnete Willi Spiesecke mit dem Komiteeorden 1. Klasse aus, Thomas Henrotte mit dem Silbernen Stern, Christel Kuth mit dem Goldenen Stadtwappen und Peter Frings mit dem BDK-Orden in Silber. Die Bösen Buben erhielten zwei Jubiläumsschleifen für die Standarte, eine vom Karnevalskomitee und eine vom BDK. Gegen Mitternacht machte auch Prinz Marco I. den Bösen Buben seine Aufwartung und sorgte für ordentlich Stimmung.

Weiter ging´s mit den „Glühwürmchen”, Damentanzgruppe der Bösen Buben. Auch das Männerballett der Gesellschaft, brillierte tänzerisch. Die Gesangsgruppe „Hustenreiz” zeigte, mit wie einfachen Mitteln sich eine Riesenstimmung erzeugen lässt.

Kann man das steigern? Kann man, zeigten die Inde-Singers. Die Gruppe ist das musikalische Aushängeschild der Bösen Buben, seit 42 Jahren aktiv. „Ihr braucht euch gar nicht erst hinzusetzen, das ist nur Energieverschwendung”, rief Guido Kuth von der Bühne, und dann ging die Post ab, und der Saal tobte.

Eine gute Hand hatten die Karnevalisten bei der Auswahl externer Stimmungsmacher, wie das Herrenballett der KG Rot-Gold Hellenthal, Zauberkünstler und Büttenredner „Schmitz Backes” aus Köln („Sie können klatschen, wenn sie möchten. Es stört mich nicht”), sowie mit dem Eschweiler Büttenass Alfred Wings, der das Publikum schon toben lässt, wenn er auch noch nichts gesagt hat. Zum Abschluss der Jubiläumssitzung drehten die „Original Eschweiler” dann an der Stimmungsschraube und am Lautstärkeregler: „Ihr wollt Party?” Wir bringen Party!” Und die ging dann „so richtig los”, auch wenn Mitternacht längst vorüber war.
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