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Baby Norbert rockt im Strampler

Von: vr
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Da freute sich Reserve-Präsident Norbert Weiland (links) wie ein (Klein-)Kind, als Prinz Marco I. die Bühne seiner Sitzung rockte. Foto: Volker Rüttgers

Röetsche. Schmucke Mariechen, ein singender Elferrat, akrobatische Tanzeinlagen und ein Präsident im Babystrampler: „Jeck Fenk” lautete der Schlachtruf am Samstag und die gesamte „Delio-Arena” im Hotel Flatten stand buchstäblich Kopf, als der grün-weiße Wirbelsturm namens Lustige Reserve fünf Stunden lang durch den Saal fegte.

Beim traditionellen Auftakt mit dem Spielmannszug „Alt Röthgen” unter der Leitung von Peter Morschel ahnte noch keiner der bunt kostümierten Jecken, welche Überraschungen der Abend barg, schließlich begrüßte Reserve-Präsident Norbert Weiland gewohnt gut gelaunt und souverän seine Gäste sowie seine Reservisten und versprach unterhaltsame Stunden mit „osserer Eischwiele Fastelovend”.

Die Rolle des Eisbrecher war jedoch zwei Herren aus Köln vorbehalten, den „2 Jeflappten”. „Gehobener Blödsinn” - so bezeichnen Peter Krempler und Hans Becker ihre Art des Humors, die bei ihrer Indestadt-Premiere am Samstag durchaus beim Publikum ankam, auch wenn die lang erwarteten musikalischen Vorträge an mitgebrachter Geige und Saxophon der ein oder anderen Anekdote „ussem Leäve” weichen musste. „Was soll„s?”, werden sich die Zuhörer gedacht haben, schließlich gab es noch genügend Musik im Laufe der Sitzung.

Doch zunächst stand Tanz auf dem Programm, als Sarah Jungbluth die Bühne und Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte. Charmante Ausstrahlung kombiniert mit auf den Takt genauer Choreographie sind ein unverkennbares Markenzeichen von Tanztrainerin Nanni Bortz, die noch öfters an diesem Abend ihren Schützlingen am Bühnenrand die Daumen drückte.

Welche Einmarschmusik könnte besser zu ihm passen als der „Schmucke Prinz”? Marco I. ließ sich Zeit beim Einzug in Flattens Saal, um die überaus herzliche Begrüßung der Lustigen Reserve und ihrer Gäste gebührend zu genießen. Mit seinem Zeremonienmeister Hans-Willi Huth und „De Fröngde” im Gepäck rockte Eschweilers Tollität die Bühne wie kaum ein Narrenherrscher vor ihm mit gleich drei Prinzenliedern. „Su lang de Eng noh Wasser hätt” und Norbert Weiland als Sitzungs- wie Karnevalkomiteepräsident für jeden Spaß zu haben ist, wird Eschweilers Jecken das Lachen nicht vergehen. So auch beim fulminanten Auftritt Weilands im rosa-roten Babystrampler, der sich seinerseits wiederum mit Reserve-Helmen und Spielzeug-Trömmelchen beim Zweigestirn revanchierte.

Dann endlich durfte ein wichtiges Aushängeschild der Gesellschaft ins närrische Bühnenge-schehen eingreifen: Cindy Jumpertz und Andreas Oleff überzeugten einmal mehr mit einem neuen Tanz und altbekannter Harmonie. Und selbst die wenigen kleinen Pannen wurden charmant lächelnd weggetanzt, so dass das Publikum gar nicht anders konnte als begeistert zu sein.

Beeindruckend war auch der Auftritt der immer besser werdenden Showtanzgruppe der Lustigen Reserve, die Jahr für Jahr mehr akrobatische Elemente in ihr Programm einbauen, auch wenn hierauf sicherlich nicht so der Schwerpunkt liegt wie bei den „Burgmüsjere”, der hervorragenden Husarentanzgruppe der Röthgener Karnevalsgesellschaft. Ihr Auftritt bildete den Schluss- und Höhepunkt des tänzerischen Sitzungsprogramms.

„Die Jonge vam Dörp” von der KG Narrengarde Dürwiß und die KG Onjekauchde aus Röhe statteten den Grün-Weißen einen überaus unterhaltsamen Besuch ab und mit den „Kröetsch” räumten die musikalischen Lokalmatadoren in der „Delio-Arena” noch einmal die richtige Stimmung ab. „Mir blieve he, he, he” hieß das Motto, mit der die Geisterstunde am Samstag bei Flatten eingeläutet wurde.

Und was war mit den Überraschungen des Abends? Ausgelassene Stimmung, ein Programm ohne Langeweile und Erste-Klasse-Karneval sind ja schon die Regel bei der Lustigen Reserve. Überraschend war, dass die Röher Karnevalisten trotz „Schwangerschaftsverbot” ohne weibliche Tanzgarde, dafür aber gleich mit einem ganzen Bautrupp männlicher Tänzer aufwarteten. Überraschend war vielleicht auch, dass der Männergesangsverein des Elferrats ein Bühnen-Comeback nach dem Karrierehöhepunkt im vergangenen Jahr feierte. Am überraschtesten aber war Präsident Norbert Weiland, als ihm sein Sohn und Vize-Präsident Thomas im Namen der 4. Korporalschaft eine eigens angefertigte Präsidenten-Kette mit zahlreichen Orden vergangener grün-weißer Karnevalstage überreichte und sinnbildlich für die Brücke zwischen Tradition und Zukunft stand.
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