Deiters

An Super-Mario kommt keiner vorbei

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
holzgraben
Prinz und Gefolge sorgten für Stimmung am Holzgraben. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eigentlich waren alle davon ausgegangen, dass Mario Adorf jetzt einen guten Draht nach Aachen hat. Ausgestattet mit den Ritterwürden des Aachener Karnevalsvereins (AKV), viel gelobt für seinen gelungenen Auftritt bei der Sitzung „Wider den tierischen Ernst”, sollte er die Stadt in bester Erinnerung behalten haben.

Trotzdem gab sich der Ordensritter 2009 ein wenig wortkarg , als ihn AZ-Redakteur Manfred Kutsch von der Bühne am Holzgraben an die Strippe bekam, um ihm mitzuteilen, wie die Leserjury unserer Zeitung seinen Auftritt bewertet hat.

Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Verstimmt war der beliebte deutsche Schauspieler keineswegs. Nur die Technik wollte nicht so ganz mitspielen. Von dem was Adorf sagte, war nur relativ wenig zu verstehen.

Und trotz der schlechten Leitung steht fest, dass sich der Mann, der in der Eifel aufwuchs, der Kaiserstadt weiterhin verbunden fühlt: „Ich bin ja ein halber Öcher Jong”, sagte Adorf und hunderte Jecken am Holzgraben jubelten ihm zu.

Grund zur Freude gab es aber auch für den Ritter selbst. Denn Kutsch konnte Adorf verkünden, dass ihn unsere Jury ganz nach oben gewählt hatte. Mehrere tausend Leser hatten ihre Stimmen abgegeben, bewerteten die einzelnen Programmpunkte der AKV-Sitzung von Top (1) bis Flop (5). Mit der Traumnote 1,18 für seine Ritterrede ließ Adorf alle anderen hinter sich. „Oh! Donnerwetter!”, kommentierte der Erstplatzierte.

Adorf konnte die zweitbeste Note einheimsen, die von der Leserjury während ihres mittlerweile 16-jährigen Bestehens je vergeben wurde. Nur Ritterin Gloria von Thurn und Taxis schnitt mit einer 1,12 im letzten Jahr noch einen Hauch besser ab. In der ewigen Tabelle der Ordensverleihung schob sich Adorf an Thomas Borer, Ritter 2002, vorbei auf Platz zwei.

Die diesjährige Rede von Jürgen Beckers wurde mit einer 1,72 bewertet, womit der Kabarettist sich direkt hinter Adorf einreihte. Sein Auftritt als Trattoria-Kellner im Plausch mit den Rittern bekam eine 1,94, womit er sich auch den vierten Platz sicherte. Was den Kabarettisten sicher riesig freut, derzeit aber nicht das Wichtigste ist.

Denn Beckers ist frischgebackener Vater eines Töchterchens, wie er im Gespräch mit Kutsch verriet. Maria heißt die Kleine, in Eschweiler geboren, und laut Angaben des stolzen Vaters ein „echtes Pöngelche”. Was er mit dem Lob der Leserjury mache, wollte Kutsch noch wissen. Beckers: „Dat lass ich bei mir runterlaufen wie Öl.” Für ihn sei es die Bestätigung so weiterzumachen wie bisher. „Und dabei nicht jeck werden. Also jeck schon, nur nicht abgehoben.”

Im Sandwich der Beckers-Platzierungen steckt OB Dr. Jürgen Linden. Mit 1,88 wurde seine Rede bewertet, Platz drei. Auf Platz fünf findet sich das Intro mit Adorf als Tenor und Italien-Medley (2,04) und Platz sechs teilt sich Laudatorin Gloria mit der „Da Capo Mario”-Show von TN-Boom. Beide bekamen eine 2,26 benotet.

Mit 2,03 wurde die Sitzung insgesamt minimal schlechter benotet, als die im Vorjahr (2,02).

Steigern konnte sich im gleichen Zeitraum dagegen Moderator Horst Wollgarten: Von 2,99 auf 2,77. Dass da noch Luft nach oben sei, verschwieg der AKV-Präsident auf der Holzgrabenbühne keineswegs. Genau so wenig wie seine Selbsteinschätzung. Er habe sich „besser” empfunden, sagte Wollgarten „da bin ich auch ganz ehrlich. Aber 2,7 nehmen wir an. Wenn das Volk so entscheidet, ist das so.”

Mit Blick auf den nächsten Ritter verriet der Präsident, dass sich der AKV auch in den Bereichen abseits der Politik wieder umschaut. Gut möglich, dass es 2010 einen Medienritter oder einen „Ritter-Sport” geben wird Als Laudator wird dann Mario Adorf anreisen. Bestens gelaunt und einwandfrei zu verstehen. Garantiert.

So bewertete unsere Leserjury die Sitzung

Mit der Traumnote 1,18 sicherte sich Mario Adorf mit seiner Ritterrede unangefochten den ersten Platz. Es folgen die Reden von Kabarettist Jürgen Beckers (1,72) und Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden (1,88).

Auf Platz vier findet sich erneut Jürgen Beckers, diesmal als Trattoria-Kellner im Plausch mit den Rittern (1,94), Platz fünf geht an das Intro mit Mario Adorf als Tenor und dem Italien-Medley (2,04), den sechsten Platz teilt sich Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die die Laudatio auf Ritter Adorf hielt, mit der „Da Capo Mario”-Show von TN Boom.

Der Gesamteindruck der Ordensverleihung Wider den tierischen Ernst wurde von unseren Lesern mit einer 2,03 bewertet, Die Moderation von AKV-Präsident Horst Wollgarten bekam eine 2,77.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert