Deiters

3000 Narren erobern die Ritterburg

Von: Christoph Classen
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Carnevale
Beste Stimmung bei der Carnevale. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Allein der Weg zur Burg gerät zum Abenteuer. Unebenes Geröll ist zu bewältigen, beständiger Regen hat Rinnsale zu kleinen Sturzbächen werden lassen, Schlamm klebt an den Schuhen. Rund 3000 Jecken kann das nicht abhalten.

Sie bewältigen die Weges-Widrigkeiten und erobern die Ritterburg. Die steht an der Liebigstraße. In der Markthallen wird die „Carnevale by BMW Kohl” gefeiert. Es ist die 12. Auflage des närrischen Spektakels, "Night of Knights” lautet das Motto, es ist die Nacht der Ritter und Burgfräulein.

Anfangs rücken die feierwütigen Jecken eng zusammen. Es ist kalt in den weitläufigen Gemächern der Ritterburg. Gut das es nicht lang dauert, bis „Arschpopeng” die Bühne entern. Es ist eine von vier Formationen, die sich beim mittlerweile schon traditionellen Carnevale-Casting für den Auftritt in den Markthallen qualifiziert haben. „Arschpopeng” kombiniert munter Rap mit Karneval. Das kommt an, die Temperatur steigt spürbar.

Dann dröhnt „Jevt Jas wenn ühr fiere wellt” aus den Boxen. Es ist das musikalische Motto der Veranstaltung und die Gäste haben absolut kein Problem damit, dieser Aufforderung nachzukommen.

Niki Küch und Jens Aretz begrüßen auf der Bühne ihr Publikum, das sie mit viel Witz und Charme durch den Abend führen. Nach ihrem Moderatoren-Debüt im vergangenen Jahr können sich beide nochmals deutlich steigern. Aber auch der Rest des Team Carnevale glänzt mit vollem Einsatz. Das macht ein Blick durch die liebevoll dekorierte Ritterburg offensichtlich.

Weniger ins Auge fallen drei Kilometer Kabel, die verlegt wurden, sowie 16 Tonnen Bühnematerial und 21 Tonnen Traversen, die es zu montieren galt. Das Team Carnevale investiert gewaltigen Aufwand in einen Abend. Und es lohnt sich.

Das wird spätestens beim Auftritt der 4 Amigos deutlich. Wieder einmal sind es die Routiniers des Aachener Karnevals, die die Markthallen erstmals zum brodeln bringen. Die Texte ihres Öcher Medleys werden auf die Leinwand projiziert. Ein toller Service für Nachwuchs-Narren, passionierte Pappnasen brauchen so etwas natürlich nicht. Zu ungewohnt früher Stunde findet seine Tollität Prinz Thomas I. den Weg in die Ritterburg. Er wird noch vor den 4 Amigos von der Prinzengarde zur Bühne geleitet. Die Männer kommen mit gezückten Säbeln, aber in friedlicher Mission. Was auch am breiten Grinsen des Narrenherrschers ersichtlich wird, mit dem er problemlos auch die best polierte Ritterrüstung überstrahlt.

Fino, der selbsternannte „Partystier aus Malle”, bringt Ballermannatmosphäre in die Halle. Das ist sicher Geschmackssache. Die „Dancing Wizards” zeigen atemberaubenden Breakdance. Auch das nicht typisch Karneval, aber ein absoluter Stimmungsgarant. Genau wie die Tänzerinnen der Crazy Diamonds.

Mit der Mischung aus Programm und Partyblocks gelingt es auch diesmal wieder junge und nicht mehr ganz so junge Jecken gleichermaßen in die Markthallen zu locken. Gefeiert wird bis zum morgen. Dann wartet noch eine Herausforderung. Wieder sind unebenes Geröll und Schlamm zu bewältigen. Diesmal ist es noch ein viel größeres Abenteuer.
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