„Vür sönd Europa” liefert große Show

Von: Robert Esser
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Aachen. Die politischen A-Promis von Angela Merkel bis Außenminister Steinmeier lassen Aachen zwar links liegen, um rechtzeitig beim Russlandgipfel im 5900 Kilometer entfernten Nowosibirsk zu landen.

Aber der Vorfreude auf den Karlspreis scheint das kaum zu schaden. Zumal der Empfang am Mittwoch im Herzen Europas herzlicher als in Sibirien ausfallen dürfte.

„Schon der Jugendkarlspreis war ein richtiger Knaller”, schwärmte OB Dr. Jürgen Linden. Doch dass sich 2009 kein großer Staats- und Regierungschef an Christi Himmelfahrt in Aachen blicken lässt, wenn Andrea Riccardi, Gründer der christlichen Laienorganisation Sant´Egidio, den Internationalen Karlspreis erhält, birgt auch Vorteile.

Wenn der Geschichtsprofessor am Mittwoch im Kármán-Auditorium mit RWTH-Studenten diskutiert (15 Uhr, FO4) und im Rathaus zum Karlspreis-Europa-Forum eintrifft (16.20 Uhr), bestimmen weder Polizeiuniformen noch sonnenbebrillte Sicherheitsleute das Bild. „Das Bad in der Menge wird sicher kein Problem”, sagt Linden - auch weil keine einzige Demo angekündigt sei.

Direktoriumssprecher Professor Walter Eversheim betont, neben Laudator Pat Cox sorge sicher Riccardis Freund Michel Camdessus als ehemaliger Direktor des Internationalen Währungsfonds für thematischen Tiefgang. Da taucht die Weltfinanzkrise wohl sicher auch in Aachen auf.

Nicht nur global, sondern himmelwärts geht´s um 17 Uhr weiter: Dann steht der erste Besuch Riccardis im Dom an, danach findet erstmals ein Friedensgebet in der Domsingschule statt (18.45 Uhr); und zum Pontifikalamt am Donnerstag um 9 Uhr heißt das Domkapitel ausdrücklich alle Gottesdienstbesucher willkommen.

Ein Bild vom Preisträger dürfen sich alle aber schon am Mittwoch ab 19.30 Uhr auf dem Katschhof machen. Dann startet das Karlspreisfest mit der Show „Vür sönd Europa” - moderiert von OB-Referent Uwe Brandt und Bernd Büttgens, stellvertretender AZ-Chefredakteur.

15.000 Watt Lautsprecherleistung, über 50 Scheinwerfer und tonnenschwere Technik hat das Eventac-Team um Marco Sievert an der fünf Meter hohen Bühne installiert.

„Nachdem bei Merkel und Sarkozy die Sprengstoffhunde jede Kabelkiste durchschnüffelt haben, läuft es dieses Jahr angenehm unaufgeregt”, sagt Brandt.

Doch das Programm - bei freiem Eintritt - hat es wieder in sich: Neben Riccardi und Linden stehen Alemannia-Spieler auf der Bühne. Brillante Livemusik garantiert „FunxForceFive”, Tanzeinlagen liefern „TN Boom”.

Ähnlich flott dürfte die Jugend aus 26 Nationen ihre faszinierenden Europa-Projekte präsentieren. Oder Winfried Bömmel über bürgerliche Video-Botschaften berichten.

Der Koordinator von „Europe Direct” ist mit seiner „Europa-Box” vor Ort; genauso wie junge Katholiken, die mit 8500 Gleichgesinnten soziale Projekte nach dem Motto „Uns schickt der Himmel” verwirklicht haben.

Und von wo kommt die Prominenz? Vier Karlspreisträger haben ihren Besuch für Donnerstag zugesagt: Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (1986), Simone Veil (1981), Leo Tindemans (1976) und Laudator Cox (2004).

Dazu stoßen erstmals Gäste aus dem afrikanischen und arabischen Raum. Die sind zwar weniger prominent, fangen aber auch mit A an, wie Andrea. Und Aachen freut sich drauf.
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