Aachen - Meike Thüllen macht Dampf in Sachen Karlspreis-Akten

Meike Thüllen macht Dampf in Sachen Karlspreis-Akten

Von: ast
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Bleibt am Ball: Meike Thüllen möchte, dass die Akten zeitnah offengelegt werden. Foto: Archiv

Aachen. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, hat am Mittwoch erneut versichert, dass die Öffnung des Archivs und die Freigabe der Karlspreis-Akten und Protokolle zeitnah erfolgen soll. So hatte es das Bürgerforum in seiner März-Sitzung einstimmig beschlossen, auf Antrag von Meike Thüllen.

Die frühere FDP-Ratsfrau hat aber den Eindruck, dass der Fall auf die lange Bank geschoben werden könnte und Linden einen Brief geschrieben.

Das Bürgerforum hatte beschlossen, alle Akten, de älter als 30 Jahre sind, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Thüllen an Linden: „Dies, so denke ich, muss der Karlspreisstiftung ein Auftrag sein. In welchem absehbaren Zeitraum gedenken Sie, dieser Bitte zu folgen?”

Gegenüber den „Nachrichten” präzisierte Meike Thüllen, sie hege ein wenig den Verdacht, dass nicht mit letztem Einsatz an die Sache herangegangen werde. In einer Stadt wie Aachen müsse es einfach die Souveränität geben, sich schnell und unbürokratisch des Themas anzunehmen - zuletzt erst habe das Auswärtige Amt bewiesen, wie sinnvoll es sei, sich mit alten Akten zu beschäftigen. Thüllen: „Man sollte auf keinen Fall versuchen, den Kopf hasenfüßig in den Sand zu stecken”.

Davon könne keine Rede sein, betonte Linden am Mittwoch, allerdings handele es sich um ein mehrstufiges Verfahren, das eine gewisse Dauer habe.

Der erste Teil des Unternehmens Aktenöffnung sei bereits angegangen, wobei man festgestellt habe, dass es große Lücken in den Beständen gebe, die man nun zu schließen versuche. Etwa, indem Nachlässe ehemaliger Direktoriumsmitglieder eingesehen würden, zum Beispiel den des kürzlich verstorbenen Jost Pfeiffer, aber auch durch Nachforschungen im Stadtarchiv.

Grundsatzentscheidung

Sei das geschehen, falle die Grundsatzentscheidung, wie weiter vorzugehen sei: Sollen die Unterlagen gemeinsam mit Wissenschaftlern ausgewertet werden, sollen sie generell allen Interessenten zur Verfügung stehen? Diese Frage werde ausschließlich vom Direktorium entschieden, allerdings noch nicht bei der nächsten Zusammenkunft, die im Juni stattfindet. Linden: „Das braucht alles seine Zeit.”

1949 begründet, wurde der Karlspreis 1950 erstmals verliehen. Linden hat schon früh eine Öffnung der Archive angeregt, angeblich soll es aber in Teilen des Direktoriums Bedenken geben. Um allen politischen Verwicklungen aus dem Weg zu gehen, sollen daher die Akten aus den letzten 30 Jahren erst einmal ungenutzt bleiben.

Meike Thüllen: „Sicherlich wird die Maximalforderung, alles lückenlos vorliegen zu haben, niemals erfüllt werden können. Entscheidend ist, dass das, was vorhanden ist, offengelegt wird. Dann ist es Sache der damit beschäftigten Historiker, in weiteren Recherchen andere Fundstücke hinzuzufügen.”
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