Karlspreis will offener und attraktiver sein

Von: Robert Baumann
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Aachen. Der altehrwürdige Karlspreis ist in die Jahre gekommen. Seit 1950 wird er in Aachen an Persönlichkeiten verliehen, die einen Beitrag zur Einigung Europas leisten. Jetzt soll sich rund um den Preis einiges ändern.

„Wir haben das Gefühl, bei den Menschen schwindet die Freude an Europa. Dem wollen wir entgegenwirken. Das ist ein riesiger Erweiterungsschritt des Karlspreises“ , sagte Jürgen Linden am Donnerstag. Gemeinsam mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp stellte der Sprecher des Direktoriums ein Bündel von Neuerungen vor, die den Preis zeitgemäßer und attraktiver machen sollen.

So wird die Verbindung zwischen den Preisträgern, den Karlspreis-Gremien und der Stadt Aachen enger werden. Diese Aufgabe kommt künftig Jean-Claude Juncker zu. Der luxemburgische Premierminister des Großherzogtums Luxemburg und Karlspreisträger 2006 soll als Verbindungsmann zwischen den bisherigen Preisträgern und dem Direktorium fungieren.

Eine weitere Veränderung wird es bei der Auswahl der Preisträger geben. Bislang konnten die Mitglieder des Karlspreisdirektoriums und der Stiftung, aber auch die Bevölkerung Vorschläge für künftige Preisträger unterbreiten. Selten gab es Vorschläge von vormaligen Preisträgern.

Daher wurden im laufenden Jahr ehemalige Preisträger, Schirmherren der Stiftung, Jugendkarlspreisträger und europapolitische Experten eingeladen, Kandidaten vorzuschlagen. „Die Resonanz darauf war bereits sehr erfreulich, und es sind sehr interessante und gute Vorschläge eingegangen“ , sagte Philipp.

Aktuell stünden auf der Kandidatenliste schon mehr als 40 Namen. „Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, man würde keine geeigneten Kandidaten finden, ist falsch“ , sagte das Stadtoberhaupt.

Rund um den Karlspreis soll zudem die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden. Dazu zählen zum Beispiel Veranstaltungen im Herkunftsland des Preisträgers.

Jährlich wird vor der eigentlichen Preisverleihung weiterhin der Jugendkarlspreis vergeben - im kommenden Jahr zum sechsten Mal. Im Rahmen dieses Preises sollen sich die Jugendlichen untereinander noch stärker vernetzen. Dazu wird es künftig regelmäßig Konferenzen zu Themenschwerpunkten in den Mitgliedsländern der EU geben.


Die erste Konferenz beginnt am 30. November in Wien. Drei Tage lang steht das Thema Multimedia und Kunst im Mittelpunkt. Mit dabei ist unter anderen der ehemalige österreichische Bundeskanzler und Karlspreisträger aus dem Jahr 1995, Franz Vranitzky. 


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