Karlspreis: Alles anders als sonst

Von: Alfred Stoffels
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Aachen. „Das wird ein anderer Karlspreis” - für OB Jürgen Linden stand am Dienstag schon fest, dass das große Europa-Spektakel diesmal anders ausfällt als in den meisten Vorjahren.

Abzulesen schon an der weitgehenden Abwesenheit von Polit-Prominenz, was aber auch bedeutet: Sehr viel mehr Jugend als sonst wird im Saal sein, Kirchen, Laieninitiativen und Nichtregierungsorganisationen sind stark vertreten, und mit der Sicherheit muss man es nicht so tierisch ernst nehmen wie sonst. Allgemein wird ein entspanntes und frohes Fest erwartet.

Entsprechend intensiv werden die Bäder in der Menge ausfallen, die der diesjährige Preisträger Andrea Riccardi zu nehmen gedenkt. Gleich mehrere Male hat der Professor aus Rom, Gründer der Gemeinschaft von Sant´ Egidio, Gelegenheit zum ausgiebigen Händeschütteln. So geht er heute um 15 Uhr ins Kármán-Auditorium, um mit den RWTH-Studierenden zu reden, anschließend ist Dombesichtigung, um 18.45 Uhr folgt - zum ersten Mal in der Geschichte des Karlspreises - ein interreligiöses Friedenstreffen in der Domsingschule, dann geht es auf den Katschhof, wo um 19.30 Uhr die große Open-Air-Show „Vür sönd Europa” beginnt.

Nach Aachen kommt der 58-Jährige in Begleitung seiner Mutter, hoher Repräsentanten von Sant´ Egidio und einiger römischer Freunde. Die Dinner-Rede am Dienstagabend in der Aula Carolina hält ihm Leo Tindemans, Karlspreisträger von 1976 und früherer belgischer Regierungschef.

Außer Tindemans werden nicht viele Preisträger mit von der Partie sein. Angesagt haben sich noch Simone Veil, Großherzog Henri von Luxemburg samt Gattin und Pat Cox, der auch die Laudatio hält.

Dass sich auch der Zulauf aus der Riege der Spitzenpolitiker in Grenzen hält, erklärt Walter Eversheim, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, unter anderem mit einer Konferenz in Sibirien, an der auch die Kanzlerin und der Außenminister teilnehmen.

Zusagen liegen vor von den Ministerinnen Heidemarie Wieczorek-Zeul und Ulla Schmidt, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und seinem Kabinettsmitglied Armin Laschet. Erwartet wird auch Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden.

Dafür sind viele hochrangige Kirchenvertreter in Aachen, auch und gerade aus dem Osten und Südosten Europas. Aus Israel kommt der Oberrabbiner von Savyon, das Sultanat Oman entsendet seinen Minister für religiöse Angelegenheiten.

Überhaupt gibt es bei diesem Karlspreis zum ersten Mal offizielle Gäste aus Afrika und dem arabischen Raum.

„Der Primat der Politik” (Linden) soll allerdings nicht abhanden kommen. Heute schon, beim Karlspreis-Forum, widmen sich die Teilnehmer der aktuellen Preisfrage „Die Krise als Chance?” und damit einem Thema, mit dem die ganze Welt nach Ansicht des OB „noch viel Späßchen bekommen wird”.

Im Gegensatz zu den letzten Himmelfahrtstagen ist diesmal keine Demonstration angemeldet, „nicht einmal gegen den Stierkampf”, so Linden. Ansonsten hoffen die Veranstalter auf anständiges Wetter - 2008 hat es echt gehagelt.
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