Aachen - Karls Jubiläumsjahr: Stadt sucht händeringend Sponsoren

Karls Jubiläumsjahr: Stadt sucht händeringend Sponsoren

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
Karl und Europa: Die Vorbereit
Karl und Europa: Die Vorbereitungen auf den 1200. Todestag im Jahr 2014 sind in vollem Gange.

Aachen. Wenn sich die Honoratioren aus Stadt, Staat und Kontinent zur Karlspreisverleihung im Krönungssaal zusammenfinden, um die Zukunft Europas in den Blick zu nehmen, wird dabei zumindest am Rande auch ein Großprojekt erörtert, das an gleicher Stelle die Perspektive vor allem auf die kulturhistorischen Wurzeln des Abendlandes richtet.

Knapp zwei Jahre vor dem 1200. Todestag Karls des Großen am 28. Januar 2014 laufen die Vorbereitungen zur Präsentation einer einzigartigen Ausstellungs-Trias auf Hochtouren. Allein: Die Finanzierung des großen Wurfs in Sachen Geschichte, Kunst und nicht zuletzt Stadtmarketing ist längst nicht gesichert.

„Wir freuen uns sehr, dass die Gewinnung von Fördergeldern und Sponsoren erfolgreich angelaufen ist”, berichtet Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer, Vorsitzende des Kulturausschusses. „Der OB ist permanent unterwegs, um Mittel einzuwerben.” Denn weitere Geldgeber werden dringend gesucht, unterstreicht Kulturdezernent Wolfgang Rombey. Inzwischen sei mit der Sparkasse ein erster potenter Partner zur Finanzierung der höchstkarätigen Präsentationen im Rathaus und im neuen Centre Charlemagne gewonnen. Sie steuert eine halbe Million Euro zum veranschlagten Gesamtetat von 3,5 Millionen bei.

„Ruck muss durch Stadt gehen”

„Aber jetzt muss ein Ruck durch die gesamte Stadt gehen”, appelliert Rombey. „Wir müssen Bürger und Wirtschaft mobilisieren, damit wir das Vorhaben gemeinsam stemmen können.” Denn der städtische Eigenanteil ist bei ebenfalls
500 000 Euro festgezurrt. „Wir sind dabei, eine ganze Reihe von Förderanträgen - beim Landschaftsverband, beim Land, bei der EU, bei Stiftungen - auf den Weg zu bringen”, erklärt Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Kulturbetriebs.

Der Ausstellungsreigen rund um Karl, seine Aachener Residenz, seine enorme Wirkung auf die kulturelle und politische Entwicklung Europas soll von Juni bis Oktober 2014 nämlich mindestens 100 000 Besucher elektrisieren. Und ebenso wie die Fülle der angefragten Exponate lässt die Liste der im wissenschaftlichen Beirat vereinten Persönlichkeiten an Prominenz nichts zu wünschen übrig. Ihm gehören neben zahlreichen RWTH-Experten so renommierte Historiker wie Rudolf Schieffer und Johannes Fried an. Sie knüpfen die Fäden eines riesigen Netzwerks aus Museen und Archiven.

Parallel zu den Ausstellungen im Rathaus und am Katschhof werden in der Domschatzkammer unter Federführung von Dr. Georg Minkenberg Kostbarkeiten aus dem (ehemaligen) Besitz der Aachener Marienkirche gezeigt - natürlich auch während der Heiligtumsfahrt, die 2014 wieder die Pilgerströme anzieht. Im Krönungssaal soll auf rund 800 Quadratmetern vor allem die Aachener Pfalz als gleichsam in Stein gemeißelte Geburtsstätte eines kontinentalen Verbunds von „Orten der Macht” im Mittelpunkt stehen.

Spannung verspricht dabei die Frage, wie die Schau jüngsten Erkenntnissen der archäologischen Forschung Rechnung trägt. Die Organisatoren wollen jedenfalls dafür sorgen, dass die Besucher quasi auf Tuchfühlung mit dem (höfischen) Leben des Mittelalters gehen können. Dabei sollen nicht zuletzt die kritische Perspektive auf den Eroberer Karl und die Folgen seiner teils rücksichtslosen Eroberungspolitik eröffnet werden. Im neuen Centre Charlemagne wird in einer 215 Quadratmeter umfassenden „Wunderkammer” vor allem die kulturelle Blüte der Karolingerzeit an deren ureigenstem Entstehungsort zum Leben erweckt.

Und so darf OB Philipp in seinem Grußwort zu einer ersten umfassenden Broschüre rund ums Karlsjahr 2014 nicht nur seiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Kaiserstadt 2014 beinahe wie zu Karls Zeiten ins Blickfeld der gesamten Alten Welt rückt: „Das Karlsjahr”, schreibt er, „ist eine Herausforderung für die Stadt und das Domkapitel Aachen, für die Aachener Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und nicht zuletzt die Wirtschaft.”
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