Aachen - „Er hält die Währung auf Kurs”

„Er hält die Währung auf Kurs”

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Besorgte Worte über die Zukunft des Euro: Karlspreis-Geschäftsführer Bernd Vincken, Oberbürgermeister Marcel Philipp und Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreis-Direktoriums, (von links) bei der Pressekonferenz im Rathaus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf dem Weihnachtsmarkt tobte das pralle Leben, und auch in den Kaufhäusern liefen die Geschäfte auf Hochtouren, als sich im Rathaus zwei Männer vor der Presse tief besorgt über unser Geld und damit auch unseren Wohlstand äußerten.

Am Euro, so sieht es Karlspreis-Sprecher Jürgen Linden, hänge die Zukunft Europas. Der Euro sei seit seiner Gründung bis heute eine Erfolgsgeschichte. „Wir wollen, dass dieser Erfolg anhält”, erklärte er im Namen des Karlspreis-Direktoriums.

Zwei Tage Klausur

Es hatte sich nur wenige Stunden zuvor nach zweitägiger Klausur darauf verständigt, den EU-Chefbanker Jean-Claude Trichet mit dem Karlspreis 2011 zu ehren. Denn der Franzose gilt als Garant für die Stabilität des Euro. Ihm könne man vertrauen, dass er „im Rahmen seiner Möglichkeiten das Richtige tut”, ist Linden überzeugt.

Punkt 14 Uhr gab er am Samstag gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp im Rathaus den Namen des neuen Preisträgers bekannt. Zu diesem Zeitpunkt wusste Zentralbankchef Trichet selbst erst seit knapp drei Stunden, dass er der Auserwählte ist.

Per Mobiltelefon hatte Linden dem Vielflieger und obersten europäischen Geldhüter die Nachricht mitgeteilt. „Er war sehr überrascht und sehr bewegt”, sagte Linden. Mehrfach habe Trichet erklärt, nie mit dieser Ehrung gerechnet zu haben.

„Aachen ist ihm vertraut, und die Bedeutung des Karlspreises ist ihm bewusst”, betonte Linden. Bei seinen Besuchen in Aachen hat Trichet unter anderem 2008 beim Europa-Forum die Grundsatzrede gehalten.

Für Linden ist Trichet „ein starker Typ”. Er habe einen klaren Blick für das, was in der gegenwärtigen Finanz- und Währungskrise zu tun ist. „Er hält die Währung auf Kurs”, bringt es OB Philipp auf den Punkt. Und so ist das Direktorium fest überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben.

Dabei hatte es lange Zeit geheißen, in diesem Jahr werde die Kür ungewöhnlich schwierig, weil es in Zeiten der Krise an europäisch denkenden Staatenlenkern mangele. So schwer aber war es dann doch nicht, wie Linden darlegt: „Wir hatten zehn Kandidaten in der Endausscheidung.” Das Votum für Trichet fiel am Ende einstimmig aus.

Wer hält die Laudatio?

Noch am Telefon habe der schwerbeschäftigte Präsident der Europäischen Zentralbank zugesagt, bereits am Vortag der Preisverleihung nach Aachen zu kommen. „Der ist 1. und 2. Juni sind für Aachen reserviert”, so Linden. Voraussichtlich im Februar wollen er und Philipp den neuen Preisträger besuchen und Details besprechen.

Bis dahin dürfte auch klar sein, wer die Laudatio hält. Man habe jemanden im Blick und kenne auch seine Telefonnummer, sagte OB Philipp. Aber mehr, als dass es ein Mann sein wird, wollte er dann doch noch nicht verraten.
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