Aachen - Die Suche nach Antworten auf Krisenfragen

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Die Suche nach Antworten auf Krisenfragen

Von: Mischa Wyboris
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Gebet für den Euro: Am 2. Jun
Gebet für den Euro: Am 2. Juni wird Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, der 52. Karlspreis verliehen. Rund vier Wochen vorher widmet sich das Rahmenprogramm mit 40 Veranstaltungen unter anderem der Euro-Stabilität. Foto: dapd

Aachen. Es kriselt gewaltig im Euro-Gebälk. Darüber kann die Verleihung des Karlspreises am 2. Juni nicht hinwegtäuschen - und sie will es auch gar nicht. Während Griechenland und Portugal das Geld ausgeht, erwarten die Menschen auch in Deutschland Antworten von der Politik.

Genau die sollen die Bürger bekommen, versprechen die Verantwortlichen des Karlspreis-Rahmenprogramms ziemlich selbstbewusst. „Mit Ausnahme des Jahres 1990 kann ich mich an keine Karlspreisverleihung erinnern, die in einer so spannungsreichen, aufgeladenen und politisch unsicheren Lage stattgefunden hat”, sagt Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums. Rund einen Monat, bevor Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, zum 52. Träger der renommierten Auszeichnung ernannt wird, sollen fast 40 Programmpunkte vom 5. Mai bis 2. Juni Klarheit verschaffen. Klarheit darüber, wohin der Euro-Zug rollt. Klarheit darüber, wie stabil das Euro-Gleis ist.

Zu den verschiedenen Schwerpunkten sollen beim 22. Rahmenprogramm politische Schwergewichte Stellung beziehen. „Eine Wirtschaftsregierung für die EU?” Die Frage versucht Günter Verheugen, einstiger Vizepräsident der Europäischen Kommission, am Montag, 9. Mai, ab 18.30 Uhr mit seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion in der Aachener Bank zu beantworten. Ein Ort, an den auch Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gepasst hätte, dessen Amtszeit in die Phase der Weltwirtschaftskrise fiel. Stattdessen will der SPD-Mann im Ludwig-Forum klären, ob Europa als Wirtschaftsmacht ein Vorbild für die Welt ist. Auch mit Alexander Graf Lambsdorff und Martin Schulz können die Besucher des Rahmenprogramms über Europa und die EU diskutieren (siehe unten).

Parallel zu den zahlreichen politischen Vorträgen und Diskussionen, unter anderem moderiert von Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung, gehören auch Konzerte, Ausstellungen und Filmvorführungen zum umfangreichen Rahmenprogramm der Stadt Aachen und der Karlspreisstiftung, das seit 1991 zum festen Bestandteil des Karlspreises gehört. Filme wie „Außer Atem”, „Die Verachtung” und „Claires Knie” sollen die französische Kultur vermitteln, die Münzausstellung „Vom Denar zum Eu­ro” in der Aachener Bank in der Theaterstraße 5 eröffnet das Spektakel um den Aachener Preis für Verdienste rund um die Europäische Einigung, den Trichet als achter Franzose erhält. Zum Ende des Programms gibt es bereits am Vorabend der Preisverleihung die Gelegenheit, Jean-Claude Trichet zu begegnen - auf dem Katschhof um 19.30 Uhr im Gespräch mit Bernd Ma­thieu. Das vollständige Rahmenprogramm gibt es unter anderem im Rathaus und im Internet.

Mittlerweile hat sich Günter Verheugen aus der Europapolitik zurückgezogen. Dennoch gilt er als Experte in europäischen Angelegenheiten. Am Montag, 9. Mai, widmet sich der einstige Vizepräsident der Europäischen Kommission in der Aachener Bank, Wirichsbongard­straße 50, der Frage, ob eine Wirtschaftsregierung für die EU eine Lösung ist.

Das deutsche Bankensystem ist stabil und hat keine Rettung nötig - diese Ansicht vertrat Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im September 2008. Später war er schlauer. Am Montag, 16. Mai, sucht er ab 18.30 Uhr im Ludwig-Forum nun Antworten auf die Frage „Europa als Wirtschaftsmacht: Politisches Erfolgsmodell und Vorbild für die Welt?”

„Europa und der Maghreb. Nordafrika im Umbruch - und wir?” Der Frage geht Alexander Graf Lambsdorff als stellvertretender Vorsitzender der ALDE-Fraktion (Allianz der Liberalen und Demokraten) im Europäischen Parlament am Donnerstag, 19. Mai, ab 19 Uhr in der Bischöflichen Akademie im August-Pieper-Haus, Leonhardstraße 18-20, nach.

Seit 1994 ist Martin Schulz Mitglied im Europäischen Parlament, seit 2004 ist er dort Vorsitzender der S&D-Fraktion (Sozialisten und Demokraten). Er diskutiert am Donnerstag, 26. Mai, ab 20 Uhr mit den Gästen im Sitzungssaal des Haus Löwenstein am Markt über „Europas Aufgaben in der Welt”.

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