Die Schotten geizen nicht mit jecken Tönen

Von: Heike Eisenmenger
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Im elften Jahr auf den Narrenthron: Wolfgang I. (Guckland) regiert künftig die Kreuzauer Narren. Dass er als Prinz eine gute Figur macht, bewies er eindrucksvoll bei der Inthronisation in der Festhalle. Foto: Eisenmenger

Kreuzau. Jetzt ist es amtlich: Stramme Waden sind nach eigenem Bekunden das Markenzeichen von Wolfgang I. (Guckland), der seit Samstag nun offiziell Prinz der Karnevalsgesellschaft „Ahle Schlupp” ist. Seine feschen „Haxen” setzte der 56-Jährige bei der Inthronisierung in weißen Strumpfhosen geschickt in Szene.

„Meine Waden habe ich mir mühevoll in der holländischen Bergwelt antrainiert”, ulkte Wolfgang I., der vor 17 Jahren aus dem Grenzort Horbach im Dreiländereck ins beschauliche Kreuzau zog. Nach 17 Jahren in der Kreuzauer Dorfgemeinschaft hat es Guckland nun auf den Thron der „Ahle Schlupp” geschafft. Und das just im elften Jahr seiner Mitgliedschaft. Der 56-Jährige Narrenherrscher war bereits in Horbach im Karneval engagiert - und ist es selbstverständlich auch in Kreuzau. Besonders der Kinderkarneval liegt Prinz Wolfgang I. sehr am Herzen.

„Met Häzz on Schwong”

„Met Häzz on Schwong - fiert met üch ne Öcher Jong”, verkündete die Tollität den fröhlich feiernden Untertanen in der Kreuzauer Festhalle das Sessionsmotto. Keinen Meter von seiner Seite weichen künftig im jecken Getümmel seine Adjutanten Hans-Josef Breuer, Manni Breuer, Manni Pütz und Paul Pütz, die ihn während der kommenden Wochen zu all seinen Auftritten begleiten werden.

Man sah es Wolfgang I. am Samstag an der Nasenspitze an: Das war sein großer Tag, er genoss jede Sekunde. Mal tänzelte er über die Bühne, mal schunkelte er oder sang eifrig mit. Das taten auch die närrischen Zuschauer in der rappelvollen Festhalle - wenn es um gute Stimmung geht, kann sicherlich niemand den Kreuzauer Jecken so schnell etwas vormachen.

Das buntgemischte Programm des Abends stemmten rund 150 Ehrenamtler. „Wir bestreiten unser komplettes Programm aus eigenen Kräften - und das bei insgesamt fünf Sitzungen”, sagt Heinz Schäfer, der für die Einhaltung des Zeitplans zuständig ist. Mitten im Scheinwerferlicht stand an diesem Abend beispielsweise Judith Zens: Sie hat die Hauptrolle im Pantomime-Clown-Sketch, der zu Ehren von Prinz Wolfgang I. aufgeführt wird, übernommen.

„Karneval in Kreuzau ist nicht nur eine äußerliche Angelegenheit, sondern etwas, das mit dem Herzen zu tun hat. Jeder von uns fiebert mit dem Prinz mit. Und man leidet auch mit, wenn die Session zu Ende geht und der Abschied naht”, berichtet die 46-Jährige. „Dass der Frohsinn echt ist, das merkt der Zuschauer, darum sind unsere Sitzungen so beliebt”, sagt Zens.

Seinen Platz auf der Bühne hat Peter Kaptain den ganzen Abend nicht verlassen. Der Präsident hatte viel zu tun, denn ein Programmpunkt reihte sich an den nächsten. Dazu gehörten unverzichtbar Büttenreden wie die von Matthias Dohmen und Peter Sistenich, die als „Urgesteine” der „Ahle Schlupp” gnadenlos die Lachmuskeln der Zuschauer attackierten.

Die Schautanzgruppe „Ladykracher” und Helmut Kreiensiek hatten extra einen Tanz für den „Öcher Jong Wolfgang I.” einstudiert, Ulrike Müller betrat als Sänger die Bühne und kurbelte die Stimmung an. Wenngleich das Programm immer komplett „Marke Eigenbau” ist, wurde an diesem Abend eine Ausnahme gemacht: Freunde und Angehörige überraschten den Prinzen mit einer schottischen Dudelsackgruppe.

Das Publikum war begeistert, als die Dudelsackspieler Karnevalslieder anstimmten. Stehende Ovationen gab es nicht nur für die Show, sondern auch für die strammen Waden der Schotten, die unter den Kilts hervorlugten. Echte Konkurrenz für Wolfgang I. waren diese natürlich nicht ...
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