Aachener Karnevalsverein will ins Haus Löwenstein umziehen

Von: Robert Esser
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Das erste Bild des dekorierten
Das erste Bild des dekorierten Ordensritters: Karl-Theodor zu Guttenberg erhielt in Salzburg - im Beisein seines Bruders Philipp - AKV-Mütze und Ritterorden aus den Händen von Präsident Dr. Werner Pfeil. Foto: AKV

Aachen. Die Marschrichtung ist doppelt klar: Der in der Öffentlichkeit seit März abgetauchte Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat zugesagt, am 28. Januar 2012 neben seinem Bruder Philipp bei der Fernsehsitzung im Eurogress die Laudatio für den nächsten Ordensritter wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsvereins (AKV) zu halten.

Und der AKV möchte mit seiner Geschäftsstelle und der stadthistorischen Sammlung Crous vom Alten Kurhaus ins Haus Löwenstein am Markt ziehen. Beide Neuigkeiten verkündete AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil am Dienstagabend im Lenné-Pavillon des Spielcasinos am Dienstagabend bei einer Mitgliederversammlung des Vereins. Auch dafür erntete Pfeil nach erst einjähriger Amtszeit viel Applaus der knapp 90 anwesenden Jecken des mittlerweile rund 400 Köpfe starken Männerclubs.

Nicht in einer Karnevalshochburg, sondern in Salzburg hatte eine kleine AKV-Delegation um den promovierten AKV-Präsidenten vor wenigen Wochen endlich Mütze und Ritterorden an Karl-Theodor zu Guttenberg überreichen können. Der hatte bekanntlich wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit Anfang des Jahres seinen Bruder Philipp als Knappen in den AKV-Narrenkäfig und vor 4,6 Millionen Fernsehzuschauer befehligt - und gab danach erst seinen Titel, dann seinen Ministerposten auf, ohne als dekorierter Ordensritter jemals persönlich in der Kaiserstadt erschienen zu sein. „Er wird als Laudator eigens aus den USA anreisen”, verkündete Pfeil. Und die ersten Fotos mit zu Guttenberg samt Ritter-Insignien bestätigten die Zuversicht des Elferrats.

Genauso wie beim anvisierten Umzug, der schon mit OB Marcel Philipp und den Stadtratsfraktionen besprochen wurde. Die wertvolle Sammlung Crous - mit stadthistorischen Perlen wie Dokumenten, Stichen und Postkarten - möchte der AKV möglichst bald im Erdgeschoss des Hauses Löwenstein der Öffentlichkeit präsentieren.

Noch ist dort die Infostelle der Route Charlemagne untergebracht. Mit finanzieller Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland und einiger Stiftungen will der AKV eine multimediale Ausstellung plus Archiv und Lesesaal realisieren. Vorher muss unter anderem geklärt werden, wie die vom AKV bereits bis 2020 (!) fürs Alte Kurhaus entrichtete Pacht im Mietvertrag fürs neue Domizil berücksichtigt würde. Die Grundsatz-Entscheidung über den Umzugsplan wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung des AKV treffen. Dann könnte im Haus Löwenstein auch das Münzkabinett aus der Burg Frankenberg glänzen. Ein 60-seitiges Umbau- und Ausstellungskonzept liegt vor.


Sicher ist, dass der AKV externe Mittel braucht. Zur TV-Sitzung 2011 brachen die Sponsoreneinnahmen um 50 Prozent ein. Der zuweilen als „Nobelverein” betitelte AKV muss den Gürtel enger schnallen - und spart, wie Schatzmeister Torsten Peters betonte. Auch wenn man gerade 100 000 Euro neue Sponsorengelder sammeln konnte.


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