Das neue Museum erzählt von Karl und Aachen

Von: Martina Feldhaus
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Was verbirgt sich hinter der großen Glasfassade? Das fragen sich wohl viele Aachener und Touristen. Am 20. Juni wird das Geheimnis gelüftet, dann wird das neue Centre Charlemagne am Katschhof für den Publikumsverkehr geöffnet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bald bekommt Aachen ein neues Stadtmuseum – und das mitten im historischen Zentrum der Stadt. Ende Juni wird am Katschhof zwischen Dom und Rathaus das neue, sogenannte Centre Charlemagne eröffnet.

Dort ist aber nicht etwa ein nigelnagelneues Gebäude hochzogen worden. Vielmehr haben Stadt, Planer, Architekten und Baufirmen das Centre Charlemagne im alten Bestand des ehemaligen Verwaltungsgebäudes aus den 60er Jahren verwirklicht.

Eine neue Mischung

Viereinhalb Jahre hat der Umbau gedauert, einige Jahre kommen für die gesamte Planung für das Projekt obendrauf. Am Ende ist aus dem alten, mitunter recht dunklen und wenig einladenden Gebäude mit Bürgerservice, Fraktionszimmern und unterirdischem Parkhaus – viele Aachener werden sich erinnern – etwas ganz Neues entstanden: eine Mischung aus Verwaltungszentrum – der Bürgerservice ist heute von der Johannes-Paul-II.-Straße zu erreichen – und eben einem Museum zu Aachens Stadtgeschichte mit über tausend Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Das Centre Charlemagne heißt so, weil es ab 20. Juni die zentrale Anlaufstelle der Aachener Route Charlemagne ist. Die Route ist eine Art touristischer Rundgang durch Aachens Historie, immer orientiert an herausragenden Gebäuden und Orten in der Altstadt. Dazu gehören unter anderem Rathaus, Dom, Internationales Zeitungsmuseum, Super C, Elisenbrunnen und Couven-Museum. Schon heute können Aachen-Besucher oder Aachener selbst die Stationen der Route ablaufen und mit Hilfe eines interaktiven Guides – dem „Aixplorer“ – viel über Aachens Geschichte erfahren.

Die Stationen sind unterteilt nach Themenfeldern wie Wissenschaft, Macht, Religion, Medien, Wirtschaft und Europa. Letztere ist noch nicht fertig, sie entsteht im ehemaligen Stadtarchiv, dem Grashaus am Fischmarkt, und soll sich vor allem an junge Leute, Schüler und Studenten richten. Das Centre Charlemagne trägt in dieser Reihe das Label „Geschichte“. Und genau die liefert das für 18 Millionen Euro umgebaute Haus demnächst auch.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf Karl dem Großen, die 800 Quadratmeter große Dauerausstellung im Inneren des Gebäudes widmet sich fast zur Hälfte dem karolingischen Kaiser, der mit seinem Hof gerne in Aachen residierte – nicht zuletzt wegen der heißen Quellen. Mit Hilfe von zahlreichen künstlerischen und historischen Exponaten, aber auch einer Reihe von multimedialen Stationen – Videos, Geräusche, Touchscreens – erzählen die Macher des Centre von Karls Rolle für die Aachener Stadtgeschichte.

In der ersten Abteilung geht es in die karolingische Zeit, als Karl der Große vor rund 1250 Jahren erstmals nach Aachen kam. Die Entstehung der Aachener Pfalz und das Erbe Karls werden hier beleuchtet. Im zweiten Teils geht es um Aachen als Zentrum für mittelalterliche Krönungen, Karl V. wurde 1520 in Aachen gekrönt. Die französische Zeit mit Napoleon als selbst ernanntem neuem „Charlemagne“ bildet den dritten Teil; es ist der Aufbruch in die Moderne. Zum Ersten und Zweiten Weltkrieg führt die vierte Abteilung, die im Heute endet.

Bevor man im Centre Charlemagne aber eine Treppe hinab steigt in den großen Dauerausstellungsraum, geht es durch die neue Glasfront des Gebäudes – die Fassade durfte aus Denkmalschutzgründen nur minimal verändert werden – erst einmal hinein ins neu gestaltete Foyer. Dort gibt es künftig ein Café, einen Museumsshop und eine Infotheke über die Route Charlemagne und darüber, was Aachen sonst noch kulturell zu bieten hat.

Obendrein sollen in einem Raum für Museumsdidaktik viele Workshops für Jung und Alt über Aachens Geschichte stattfinden. Auch einen Vortragssaal und eine Geschichtswerkstatt gibt es. Blickfang des Centres ist aber die rund 200 Quadratmeter große Fläche für die Wechselausstellung. Sie schwebt quasi als dreieckiger Raum im Raum auf Betonstelen. Die erste Ausstellung ist dort „Karls Kunst“ gewidmet – ein Teil der Ausstellungstrias zum Karlsjahr 2014.

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