Würselen - Diese Art des Abgangs hat Martin Schulz nicht verdient

Diese Art des Abgangs hat Martin Schulz nicht verdient

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Bedauert den Verzicht von Martin Schulz: Weggefährte Achim Großmann.
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Das werde Martin Schulz nicht gerecht, sagt Juso Max Zitzen.

Würselen. „Als Freund, aber auch in Würdigung seiner Verdienste um Europa, seines politischen Weitblicks und seiner Empathie bedauere ich es, dass Martin Schulz auf einen Ministerposten im Kabinett verzichtet“, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung Achim Großmann, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Der Würselener, über viele Jahre politischer Weggefährte des bald aus dem Amt des SPD-Bundesvorsitzenden scheidenden Schulz, findet es „schlimm, dass Schulz nach den gerade auch von ihm so erfolgreich geführten Koalitionsverhandlungen nun aus Reihen der eigenen Partei abgeschossen wird“. Großmann rechnet Schulz hoch an, dass dieser durch seinen Verzicht auf einen Ministerposten dazu beiträgt, die Aufmerksamkeit von der derzeit laufenden Personaldebatte wieder auf die viel wichtigeren Themen, die die Menschen bewegen, zu lenken. Großmann, der in seiner Zeit als Bundespolitiker an der Aushandlung von drei Koalitionsverträgen beteiligt war, betont, dass der jetzt vorliegende Koalitionsvertrag „den Menschen am nächsten kommt“. Die SPD habe große Teile ihrer Vorschläge unterbringen können, „um den Menschen im Alltag zu helfen“. Großmann sagt: „Das ist der richtige Weg. Wir müssen viele kleine Schritte tun, um das Vertrauen in die Politik wiederzugewinnen.“

Viel bei Verhandlungen erreicht

Viele, denen Großmann in Würselen begegne, übten Kritik an dem nun erzielten Verhandlungsergebnis mit CDU/CSU. Wenn man sie aber fragte, warum, stelle sich heraus, dass außer Schlagworten nicht viel komme und die Kritiker die Vereinbarungen gar nicht genau kennen würden. „Jeder mault nur rum.“

Der ebenfalls aus Würselen stammende Vorsitzende des Juso-Unterbezirks Max Zitzen übt ebenfalls Kritik am Umgang mit dem SPD-Spitzenpolitiker: „Das ist ein Ende, das Martin Schulz, der so viel nicht nur für Europa getan hat, nicht gerecht wird.“ Zitzen befürchtet, dass Schulz nun Gefahr laufe, im Bundestag zum Hinterbänkler zu werden. Losgelöst von den Umständen des jetzt erklärten Verzichts findet es Zitzen – gemessen an der Ursprungsaussage von Schulz, nicht dem Kabinett Merkel angehören zu wollen – „folgerichtig, dass er das nicht macht“. Als Juso sei Zitzen weiter kritisch gegenüber einer großen Koalition, allerdings erkenne er an, dass die SPD bei den Verhandlungen gegenüber dem ursprünglichen Positionspapier noch viel rausgeholt habe. Es sei bedauerlich, dass dies nun mit der Personaldebatte um die Zusammensetzung des Kabinettes überdeckt werde.

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