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Donnerstag, 10. April 2008
So schlecht ist nicht einmal Dieter Bohlen


Schlechte Kritiken lassen Thomas Gottschalk kalt. Wenn ihm wieder einmal ein Journalist dumm komme, so verriet er zuletzt seinem Kollegen Johannes Baptist Kerner, „dann kaufe ich mir am nächsten Tag eine Jacke, die sich der Kritiker nicht leisten kann“. Gottschalk wird sich viele neue Jacken kaufen können.

Denn mit seinem „Musical-Showstar“ ist dem ZDF-Dinosaurier das nicht eben leichte Kunststück gelungen, die Castingshows der privaten Konkurrenz in Sachen Niveau noch einmal locker zu unterbieten. Und nicht nur das: Hochnotpeinlich, überraschend unprofessionell und über weite Strecken unfreiwillig komisch war das, was sich das Zweite da am Mittwochabend über zwei Stunden zur besten Sendezeit leistete.

Wie bei Gottschalk so üblich nahm das Elend auf einer gemütlichen Couch seinen Lauf. Ein paar anzügliche Sprüche nebst albernem Geschwätz mit prominenten Gästen wie Ute Lemper oder Opernstar Rolando Villazón, der an diesem Abend wie ein gelockter Mr. Bean auf Ecstasy agierte. Business as usual also, wären da nicht die eigentlichen Hauptdarsteller der Show gewesen: zehn junge Menschen, die von einer Karriere als Musicalstar träumen. Sie kämpfen um die Rolle der Dampflok „Rusty“ und des Waggons „Pearl“ im Musical „Starlight Express“. Knapp 8000 Teilnehmer wurden dazu nach RTL-Vorbild Anfang des Jahres durch drei offene Castings geschleust.

Doch während die große Bohlen-Show bei der Konkurrenz in diesem Jahr tatsächlich ein paar Gesangstalente vorzuweisen hat, fällt das Urteil nach dem ersten Schaulaufen der ZDF-Kandidaten verheerend aus: Viele Teilnehmer sind schlicht zu unattraktiv, zu unsportlich für eine große Karriere auf der Bühne – zumal die Rolle beim „Starlight Express“ erhebliche Anforderungen an die Physis stellt. Bei den meisten reicht es maximal für den „ZDF-Fernsehgarten“.

So will den Kandidaten das natürlich niemand sagen. Die Jury um Sängerin Katja Ebstein, den öligen Musical-Star Uwe Kröger und den in Deutschland zu Recht unbekannten österreichischen TV-Star Alexander Goebel ist stattdessen bei jeder Nummer hin und weg „vor so viel Gefühl und Ausdruck“. Egal, ob dieser Ausdruck das Resultat spastischer Zuckungen ist wie bei Kevin Köhler („Tragedy“) oder affektierter Hampelei wie bei Marcel Brauneis („Can You feel the Love“) – es herrscht kollektive Begeisterung. Spätestens nach dem dritten Auftritt wünscht sich der Zuschauer dann einen Typen wie Dieter Bohlen herbei, der den versammelten Dilettanten einmal gehörig die Meinung geigt. Aber diese Hoffnung erfüllt sich nicht.

Bei einem Marktanteil von knapp über elf Prozent (3,51 Millionen Zuschauer) blieb letztlich selbst die Quote hinter den Erwartungen des ZDF zurück – angesichts dieser dreisten Form von Gebührenverschwendung wohl ein Hoffnungsschimmer. Also denn, Herr Gottschalk: ab zum Jackendesigner ihres Vertrauens!
 Kommentare (3)    Trackbacks (0)  

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24.04.2008 21:47 Uhr
Anonym kommentiert
ZUM GLÜCK KEIN BOHLEN
dafür leute in der jury,die wirklich singen können!bohlen agiert auf dem niedristen niveu mit seinen nervigen sprüchen.er beleidigt die teilnehmer so sehr,dass man als zuschauer mitleid bekommt.außerdem kann er nichtmal singen.das sah man schon damals,als er noch mit thomas anders auftritte hatte.anders sang die ganze zeit,bohlen nur beim reffrain.deswegen halte ich nichts von ihm als jury mitglied in einer show,wo sänger gesucht werden.
ich sehe mir lieber casting-shows an,in denen er nicht vorkommt.die sind vom niveu her höher als dsds,da man keine bohlen-sprüche zu höhren bekommt.
ich danke dem zdf für eine schöne,gelungene casting-show mit einer kompetenten und guten jury.

p.s.:ich gehöre mit 22 jahren zu der zielgruppe des zdf.

29.12.2009 01:06 Uhr
sie liebt marcel brauneis ^^ kommentiert
ich war vor ca einen monat in diesem musikal starlight express und an diesem tag war marcel brauneis der darsteller von rusty und der hat soo schön gesungen
omg der ist soo hübsch ♥_♥

schade dass ich ihn nicht berühren durfte :-(

10.07.2011 11:13 Uhr
Anonym kommentiert
schon interessant, dass die gewinner und zweitplatzierten aus der gottschalk show auf einmal eine karriere im musical business haben und damit erfolgreich sind und die bohlen kandidaten nach kurzer zeit wieder in der versenkung verschwinden...und wenn jemand "spastisch und affektiert" ist, wie es in diesem bericht so passiv aggressiv beschrieben wurde, dann wohl eher die dsds kandidaten, die meistens keine musikalische ausbildung vorweisen, was man ja auch immer wieder horen kann. da kauf ich mir lieber ein musicalticket statt einer schnell und billig produzierten platte, die von skandalen und schlechter musik lebt.
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