Die Seniorin mit dem Pudelchen, der Herr mittleren Alters mit seinem Riesenschnauzer, die Studentin mit ihrem mittelgroßen Mix – was verbindet sie und andere, die selbst zusammen gottlob inzwischen eine Minderheit bilden, miteinander?? Nun, das sind wohl in erster Linie ihre erstaunlich bis bizarr anmutenden Erklärungen dafür, dass sie nicht gewillt oder in der Lage sind, die festeren Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner artgerecht, also annähernd artgerecht zumindest, zu entsorgen.
Nehmen wir als erstes tatsächlich die Seniorin, die mit Hund und Mann in einem der größeren Häuser des Südviertels residiert; Das kleine Hundemännlein hüpft fröhlich los, sobald es im Park von der Leine gelassen wird. Es schnüffelt hier, hebt das Beinchen dort, hüpft weiter, erschreckt sich vor einem allzu hoch gewachsenen Grashalm und läuft lieber wieder auf den Weg zurück. Dort, wir ahnen es bereits, fällt dem kleinen Liebling ein, dass da noch was zu erledigen ist. Also Popo runter, Forder- und Hinterpfoten dicht beieinander gestellt und drücken, was das Zeug hält. Sorge macht der Anblick seiner nun heftig vorstehenden Augen, die bei dieser Aktion jeden Moment drohen herauszupurzeln. Doch schon ist es geschafft- ein niedlich gekringeltes dunkelbraunes Würstchen liegt glänzend und duftend auf dem Weg. Der kleine Kerl hat es sogar geschafft, es mittig auf ein herbstliches Ahornblatt zu drapieren. Farblich eine tatsächlich vollkommene Kreation!
„Entschuldigen Sie bitte, Sie haben vergessen, das Häufchen Ihres Hundes wegzumachen“, schallt es da der Seniorin, die, ihr Hündchen lächelnd lobend, weiter geht, hinterher.
Sie dreht sich um, strahlt die Hundebesitzerkollegen an und meint: “Der Chico (Name vom Blogger geändert) ist doch nur ein Pudel!“
Sie lacht uns noch mal nachsichtig an und schwebt von dannen. Merke: Pudel scheißen nicht oder zumindest verbreiten ihre Hinterlassenschaften weder Gestank noch Bakterien noch den nächsten Grund für Nichthundebesitzer, eben doch solche zu hassen.
Jetzt Riesenschnauzer und sein Herr? Okay, gerne:
Dreimal am Tage besuchen die beiden den Park. Herrchen groß und stark, Hund auch. Herrchen prollt schon mal rum, Hund nicht. Herrchen liebt den Mittelpunkt, Hund nicht. D.h. doch, wenn es um den geeigneten Ort zur Ablage des (ebenfalls dreimal täglich fälligen) Haufens geht, mag Bello (Stimme verzerrt) nicht zur Sache kommen, bis er nicht genau festgelegt hat, welcher Punkt der erhabenste und mittigste im gesamten Park ist. Eine gute Taktik, denn man wird von allen Anwesenden gesehen und versteckt gleichzeitig das Produkt des Ganzen so, dass es im hohen Gras garantiert kein spielendes Kind, kein tobender Hund, kein Spaziergänger erkennen kann…bevor es zu spät ist.
„Hier sind doch überall die Entsorgungstüten deponiert, warum machst Du die Haufen nicht weg“, fragen die anderen aus der Runde, nachdem sie vorsichtshalber erstmal drei Schritte zurück getreten sind.
Da prollt es auch schon los: “Da sollen die erstmal ihren Dreck wegmachen, wenn die hier feiern. Gestern war hier alles voll mit diesen Leuten. Ich denk ja gar nicht dran, hier was weg zu machen. Prollt weiter und weiter und weiter…“
Irritiert schauen sich die frühen Spaziergänger um. Die Sonne ist gerade mal zwei Stunden da, die Nacht für die Feiernden war sicher lang gewesen, denn es war eine wundervolle Nacht. Aber nichts, da ist absolut nichts zu sehen- kein Müll, keine Kippen, keine Kornkorken – oh doch, da liegt einer…
Merke: Drei Haufen eines Riesenschnauzers täglich wiegen moralisch genau so viel, wie ein Kronkorken. Solange auch nur ein einziger Kronkorken im Park liegt, wird der Riesenschnauzer weiterhin seine Besitzansprüche nachhaltig machen.
Studentenargumente?? Gut, auf geht´s:
Klein ist der Mix, so etwa kniehoch. Lustig und freundlich ist er auch- nur manchmal nicht ganz so fröhlich, weil er ein wiederkehrendes Magenleiden hat.
„Dein Hund hat da vorne auf der Wiese gemacht!“
„Ja, ich weiß, aber er hat wieder Durchfall.“
Merke: Durchfall bleibt aufgrund seiner Konsistenz oder seines besonders derben Gestanks grundsätzlich dort, wo der Hund entschieden hat ihn zu deponieren. Man darf ihn wohl nicht mit dem Gras zusammen abnehmen- vielleicht könnte die Tüte ja reißen?
Ach und der Herr, der jeden morgen auf dem Weg zum Büro kurz in der Maria-Theresia-Allee anhielt, die Beifahrertür öffnete, seinen Hund in den Park laufen ließ, sich derweil im Auto ein rauchte und weiter fuhr, wenn Waldi wieder und erleichtert zurück kam.
Merke: Hat der Mensch es eilig, ist ihm nichts mehr wirklich heilig.
Und die Herrschaften, die stolz darauf sind, dass ihr Schätzchen ja nur ins Gebüsch macht!
Merke: Die natürliche Ordnung besteht darin, dass ein Hundebesitzer bestimmt, wo sich Kinder aufzuhalten haben und wo nicht. Im Gebüsch jedenfalls haben sie nichts zu suchen.
Klar, es gibt noch ein paar mehr wirklich nette und ebenso unverständliche Beispiele, wie von der Frau mit den zwei Hunden und den drei Kindern, die beiden Tieren völlig freien Lauf lässt, und eines Tages sehr erbost im Park erzählt, dass da doch jemand seinen Hund in ihren Vorgarten hat machen lassen und es nicht weg gemacht hat – kein Scherz!!
Oder auch die nicht aussterbenden Hundehalter, die auf die Höhe ihrer Hundesteuer verweisen und damit ja bezahlen, dass…tja was denn…?
Aber Merke auch und ganz besonders: Die aller, aller, aller meisten Hundehalter hier bei uns haben es begriffen, sind umsichtig und rücksichtsvoll. Und geht doch mal was „daneben“ dann ist da ja noch der Trupp, der bei jedem Spaziergang auch die Haufen wegmacht, die von Haltern übersehen(?) wurden.
Was mich persönlich sehr fasziniert ist die Regel, die wir alle so erkannt haben:
Je schlichter der Mensch und je durchmixter sein Hund, umso klarer, dass die Haufen weggeräumt werden und niemand damit belästigt wird.