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Freitag, 2. November 2007
Chapeau, Herr Lohmeyer!
Chapeau, Herr Lohmeyer!
Ja, so geht's. Mit einem formvollendeten Brief hat das Hotel Holiday Inn Dresden zwei NPD-Funktionäre ausgeladen. Diese Nachricht läuft um die Welt. Und der Hoteldirektor, der diesen Brief verfasst hat, Johannes H. Lohmeyer, ist ein viel gefragter Mann.
Auch unsere Zeitungen berichten in der Samstagausgabe über den Fall. Doch auch hier im Blog der ganze Wortlaut: "Sehr geehrter Herr Apfel, sehr geehrter Herr Delle, wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Haus nicht willkommen sind und ich es meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüßen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.
In der Hoffnung, dass uns Ihr Besuch erspart bleibt, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen, Johannes H. Lohmeyer, Geschäftsführer."

Die Reaktionen auf den Brief sind überwältigend. "Bild" berichtete als erste Zeitung, weitere folgten und folgen immer noch. Lohmeyer hat inzwischen mit über hundert Presse-, Radio-, Online- und TV-Redaktionen gesprochen.
Gut 2000 Mails aus aller Welt, etwa hundert Briefe haben den Mann erreicht. Massiv beleidigt wurde er natürlich auch, aber nicht bedroht.
Lohmeyer geht mit gutem Beispiel voran. Ein Kandidat für jeden Preis, der für Zivilcourage ausgeschrieben wird. Ein gutes Vorbild.
 Kommentare (4)    Trackbacks (0)  

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02.11.2007 14:48 Uhr
Zeitgeist kommentiert
Sehr geehrter, lieber Herr Bernd Büttgens,
das war wohl mit eine der schönsten Nachrichten, die man in unserer Zeitung lesen konnte. Herzlichsten Dank dafür.
Ja, mit unserer Aachenr Presse und den hervorragenden Redakteuren ist man immer auf dem neuesten Stand.
Und wenn ich hier nicht meinen Namen angebe, dann deshalb, weil man einfach die braunen Mafiosis auch hier fürchten muss, Angst haben muss davor, dass die vielleicht das Auto vor der Tür zerstören oder andere kriminelle Straftaten begehen. Denn braune Gesinnung ist gleichzusetzen mit verbrecherischer Gesinnung. Aber auch das wird sich, hoffentlich recht bald, überleben; ist eben nur eine vorübergehende Zeiterscheinung. Nochmals Merci und Chapeau auch für Sie.

02.11.2007 17:36 Uhr
Rosi Laura -19 Jahre alt kommentiert
Aus MDRNewsletter vom 02.11.07 - 16.15 Uhr
Gastwirte in Brandenburg erteilen Neonazis Hausverbot
Potsdam: Gastwirte und Hoteliers in Brandenburg wollen künftig keine Funktionäre der rechtsextremen NPD in ihren Lokalen haben. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes des Bundeslandes, Badstübner, sagte, die Hotelbetreiber wollten einem Beispiel aus Dresden folgen. Dort hatte kürzlich ein Hotel Buchungen von NPD-Funktionären storniert. Badstübner sagte, das wäre auch in Brandenburg wünschenswert. Es seien aber noch einige rechtliche Fragen zu klären. Das erste Treffen mit dem Verfassungsschutz solle in zwei Wochen stattfinden. Außerdem will der Verband Schulungen zum sicheren Umgang mit Rechtsesxtremisten anbieten.

04.11.2007 17:37 Uhr
Hildeliese Heiterle kommentiert
Nun kann man wieder nach Dresden fahren, dorthin, wo Menschen Charakterstärke zeigen, und die Frauenkirche, den Zwinger, die Kathedrale, die Semper-Oper und das Weltkurlturerbe Dresden überhaupt besuchen. Danke, Herr Lohmeyer.
09.11.2007 10:16 Uhr
Anonym kommentiert
so ein schwachsinn. alles nur pr. das ende des briefes zeigt es eindeutig. er ging in kopie an die presse. in zeiten des viralen marketings war es einfach nur gewitzt. nicht mehr. die orden sind unnötig. es sei denn es geht um einen marketing orden.
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