Blöder Kalauer aus Schülertagen: «Was gibt dreimal sieben?» fragt die Lehrerin. Antwort: «Ganz feinen Sand.» Gut, ist nicht gerade ein Brüller, fiel mir auch nur ein, als ich Sebastian Dickhauts Tipps zum Thema «Küchensieb» las. Dickhaut hat sich - vermeldet der Deutsche Depeschendienst zwar nur mit Priorität 4, aber immerhin - hervorgetan mit einem Buch des Titels «Basic Cooking». Auf Deutsch heißt das «Kochen für Dummies», aber das würde sich vermutlich nicht so gut verkaufen.
Mit solchen Dingen müssen Sie sich als Redakteur herumschlagen, seitdem die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung offenbar keine Limits mehr kennt. Früher waren die Agenturen schon aufgrund der niedrigen Datenübertragungsrate gezwungen, zu sieben (womit wir wieder beim Thema wären). Heute wird blind alles durchgeschaufelt, ob in Amsterdam ein Fahrrad umfällt oder in China der sprichwörtliche Sack Reis - wir erfahren es in Echtzeit, und der Redakteur am Ende der Nachrichten-Kette ist der sprichwörtliche Letzte, den pausenlos die Hunde beißen. Denn bevor er solche Belanglosigkeiten in die digitale Tonne tritt, muss er sie ja wenigstens mal angelesen haben.
Zurück zum Thema: Verblüffende Erkenntnis des Küchenprofis Dickhaut: «Bei Küchensieben kommt es vor allem darauf an, wie groß die Löcher sind.» Ich würde sagen: Es kommt darauf an, dass sie überhaupt Löcher haben, denn sonst wären es ja Schüsseln.
Dickhaut unterscheidet «das grobe Haarsieb Standard 1» (schmale Stege, relativ große Löcher) «zum schnellen Durchgießen oder Durchdrücken von weichen Kartoffeln». Durchgießen von Kartoffeln? Kartoffelsuppe?
Daneben gibt es das Sieb Nummer 2 «zum Abgießen von Nudeln und Salatwaschen».
Übrigens eine häufig zu beobachtende sprachliche Schlamperei, denn «Salatwaschen» kann man nicht abgießen - hier fehlt ein zweites «zum». Richtig müsste es daher heißen «... und zum Salatwaschen.»
Spätzleteig kann man übrigens auch durchdrücken.
Dazwischen gibt es noch das Sieb mit der Nummer 1a, feinmaschiger als das grobe Haarsieb und geeignet zum Sieben von Mehl oder zum Passieren von Suppen.
Der Frage «Plastik oder Metall» weicht der gelernte Koch elegant aus. Das hänge von der eigenen Vorliebe ab. Du lieber Himmel: Ich habe Vorlieben beim Fernsehprogramm, bei Autos, Krawatten und beim Essen - aber doch nicht bei so einem schnöden Gebrauchsgegenstand wie einem Küchensieb.
Haben Ihnen diese Informationen zum Thema «Küchensieb» bis hierhin irgendwie weitergeholfen? Sehense. Und deswegen habe ich Ihnen das auch erspart.
Oh, ich sehe gerade, ich muss Schluss machen. Da kommt eine neue Sensationsmeldung: In Detmold hat ein betrunkener Busfahrer am Montag seine Fahrgäste an der Haltestelle stehenlassen ...