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Kaum nimmt das noch junge Jahr Fahrt auf, bleiben unsere Vorsätze auf der Strecke, während es sich unsere kleinen oder größeren Wehwehchen mal wieder gemütlich machen. Gemeinsame Themen, Spitzenreiter sind hier unsere Alltagsbeschwerden und üblichen Krankheiten, und vor allem das Jammern darüber, verbinden kollosal und trösten uns nachweislich doch sehr.

Alles schon durchgetaktet, alles im Griff ?

Unser Jammern, Klagen und Stöhnen hat vornehmlich eine Funktion : Gemeinsamkeiten finden und gemeinsam leiden :
" Was, das hast du auch ? Bei mir war das aber sehr schlimm ! Genau, so fühle ich mich auch ! Ach, du hast es auch mit Cortison probiert ? Erfolglos ? Aber dieses Mist-Antibiotika macht einen schon fertig. Und von wegen mal chillen! Mach mir das mal mit Dauer-Blasenentzündungen vor. Wie, tatsächlich ? Dieser, wie hieß der Osteopathie-Mensch noch mal, der hat dir geholfen ? Ach was du nicht sagst, du lässt jetzt Zucker weg, Fleisch sowieso ? Und ab 17:00 Uhr keine Kohlehydrate, dafür Yoga und Atemtherapie.. Und du planst jetzt schon den ersten und zweiten Urlaub für dieses Jahr. Aber vorher willst du entgiften! Toll !“



Jahreszeitbedingt verstärkt auftretenden Grippe- und Rheumathemen sind immer beliebt.

Gerade zu Beginn eines noch jungen Jahres werden wir mal wieder mit allen möglichen Gesundheits-und Diätideologien überschwemmt und die Apotheker-Rundschau überschlägt sich fast bei all den nun jahreszeitbedingt verstärkt auftretenden Grippe- und Rheumathemen und diversen Ratschlägen.

An sich glaubte man ja das Thema : Krankheiten und entsprechende Ratschläge bisher eher bei den älteren Semestern verortet. Denn wer hat nicht einen Opa Albert, eine Tante Frieda, Oma Irmtraud oder sonstige ältere Verwandte, die sich ausführlich über ihre verschiedenen Krankheiten auslassen können und auch gerne tun.

Und wer hat sich da nicht auch einstmals geschworen : „Das mache ich später nie !“ Aber genau das passiert inzwischen, verwunderlicherweise, schon mal ab Mitte Dreissig, so meine Praxiserfahrung. Von den Mitte- Vierzigern oder Fünzigern ganz zu schweigen.

Gemeinsamkeiten finden und sei es nur jene an der "Klagemauer"

Gesprächsrunden, die sich mit den üblichen Krankheiten beschäftigen kennt wohl jeder. Und vielleicht ist es ja auch wesentlich leichter über Grippe, Ohrsausen oder den buchstäblich steifen Hals miteinander zu sprechen, als über die tatsächlich auch existierenden Ängste vor der Zukunft, oder über depressive Verstimmungen.

Somit geht es beim Reden über unsere Beschwerden und alltäglichen Wehwehchen ganz profan auch mal um unser schlimmes Knie oder die Hüfte, um die böse Schulter, den verspannten Rücken und die ausgeleierte Bandscheibe, oder es geht um die ewigen Blasenentzündungen bei jungen Frauen oder leidige Allergieprobleme und auch vielleicht um schlimmes Zähneknirschen.

Natürlich lösen sich unsere Symptome durch das darüber sprechen nicht in Wohlgefallen auf. Aber es wird im Prinzip eine Art Pseudoverarbeitung erreicht. So tief wollen wir ja auch in Wahrheit gar nicht einsteigen. Oder wollen wir im Ernst von jedem wissen, den wir ritualisiert fragen : „Und wie geht es ?“, dass hier ausführlich geantwortet wird.
Besser also die Antwort : „Am liebsten gut“, denn die ist erwünscht.

Aktuell ist Grippe als Thema recht unverfänglich und ergiebig, weil es jeder kennt, versteht und befürchtet. Und das Verstehen ist nicht nur Sinn jeder Kommunikation, sondern auch sehr trostreich. Und letzlich geht es uns allen um ein bischen Trost, weil es den Anderen genauso geht wie uns selbst. Das Reden über unsere diversen Krankheiten und „Aua‘s „ ist enorm entlastend und kann - bei großen Ängsten- sogar etwas beruhigen. Gleich geht es uns besser und auch das kennt vermutlich jeder !

Beim reden über Krankheiten werden die gleichen Hirnregionen angeregt wie beim Sex und beim Essen!

Die meisten guten Vorsätze und Ratschläge zum Neuen Jahr sind allerdings oft nur schwer umsetzbar, was uns manchmal auch in schlechte Laune versetzt und recht unzufrieden macht. Aber zum Glück geht es den meisten Mitmenschen damit genauso. Und auch das tröstet wieder ungemein. Angeblich soll das Reden über Krankheiten- vermutlich bei älteren Semestern häufiger- in der gleichen Hirnregion als angenehm registriert werden, in der auch ein gutes Essen und Sex schöne Gefühle produziert.

Männer und Frauen stöhnen übrigens gleichermaßen viel, vielleicht in der Ausführlichkeit etwas unterschiedlich. Und das Reden über unsere Krankheiten soll erstaunlicherweise - laut Forschung ( Harvard-Universität ) 60-80 % der Sprechzeit beanspruchen, übrigens auch nicht geschlechtsabhängig, sondern altersabhängig.

Je älter wir werden, desto lieber reden wir über unsere Wehwehchen, also über uns selbst !

Natürlich sind es immer die gleichen Themen. Langweilig und nervig für jüngere, aber tröstlich für ältere Menschen.
Ab einem bestimmten Lebensalter, wenn Beruf, Aufbau-und Kinderphase nicht mehr so viel Energie beanspruchen, höchstens das Leben mit den älter werdenden Eltern oder eine schwieriger werdende Paar- Beziehung, können Krankheitsthemen- in Ermangelung anderer- immer mehr Raum gewinnen. Das ist also normal.
Auch das wir zunehmend gerne über uns selbst reden. Ja, auch das nimmt zu , und auch mit den immer gleichen Themen.

Natürlich ist es selbstverständlich, dass wir uns ernsthaft bemühen, dem Kummer und den Sorgen Anderer unser Ohr zu schenken, was aber nicht heisst, dass wir nicht gerne über uns selbst reden. Aber hierdurch pflegen wir überhaupt unsere Beziehungen. Wir schaffen uns so immer wieder eine Plattform, den eigenen Kummer los zu werden. Und somit handelt es sich immer um einen, wenn möglich, ausgewogenen Austausch: Ich gebe etwas über mich bekannt und hoffe, du tust es dann auch ! Und davon haben dann Beide etwas.

“ Nun ist aber hier genug über Krankheiten geredet worden !“

Das meint oft interessanterweise genau jener oder jene, welche den Löwenanteil der Sprechzeit in geselliger Runde beanspruchten. Hier würde man sich ab und an von Herzen wünschen, dass die Volksweisheit zum Tragen käme : „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“.

Aber das ist wohl vermutlich bei Krankheitsgeschichten etwas zuviel verlangt.


In diesem Sinne allen Lesern meiner Blogs ein gutes, vor allem gesundes und richtig schönes Neues Jahr 2018.













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Die Therapeutin aus dem Aachener Süden befasst sich mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Methodische Orientierung: systemisch- tiefenpsychologisch, hypno- und trauma- therapeutisch. Einzel- und Paartherapie/Coaching. Ihre Homepage: www.therapieaachen.de

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