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Nun sind wir also in der Zielgeraden kurz vor dem Fest. Der Vorweihnachtsstress legt in diesen letzten Tagen des Weihnachtsmarathons noch ein wenig an Tempo zu. Das bedeutet Stress und Hektik pur! Das Ganze wurde bereits wochenlang in Superm├Ąrkten von dudelnden Weihnachtsliedern in Endlosschleife begleitet. Mitte Oktober gab es schon, neben Halloweenkost├╝men, die Nikolausparaden. Auf den Weihnachtsm├Ąrkten umschweben den Besucher Fressbuden- Gl├╝hwein- und Printend├╝fte und nat├╝rlich bleibt der unvermeidliche Reibekuchengeruch in Kleidung und Haaren h├Ąngen, wenn man es sich mal schmecken lie├č. Garniert wird dies alles mit Handwerkskunst bis Weihnachtskitsch, supervollen Parkh├Ąusern und meist hektischen, gestressten Mitmenschen.

Weihnachten das Fest des Friedens, der Stille und der Liebe..
Zwar wird Weihnachten immer noch gerne klischeehaft als Fest des Friedens, der Stille und der Liebe beschworen, oder auch als Fest des Teilens, vor allem des Gebens an jene, die nicht so im Warmen an einem gedeckten Tisch im Kreis lieber Menschen sitzen k├Ânnen. Weihnachten ist jedoch von dieser Ursprungsidee inzwischen immer weiter entfernt. Und auch die Spendenbereitschaft oder der Wurf in den Hut des frierenden Musikers oder Bettlers l├Âst nicht das unausweichliche schlechte Gewissen auf.

Weihnachten l├Âst vor allem hohen emotionalen Erwartungs- und Perfektionsdruck aus.
Nat├╝rlich geht es - wie sicherlich jedem klar ist- vor allem um Ums├Ątze, Profit und den kommerziellen Tanz um ÔÇ×das goldene KonsumkalbÔÇť. Der Verbraucher wird analog und digital heftig umworben und erlebt sich selbst oftmals nur noch als Getriebener im Strudel eigener Erwartungen und der in ihm geweckten Konsumw├╝nsche. Traurig dabei ist, dass deren Erf├╝llung letztlich auch nicht zufriedener machen.

Gerade Weihnachten bedient Vorstellungen, die ziemlich h├Ąufig hohen emotionalen Erwartungs- und Perfektionsdruck und damit Konflikte ausl├Âsen k├Ânnen. Das Ergebnis kann sich in heftigen, partnerschaftlichen Szenen, Familien- und Ehestreitereien zeigen. Hier geht es schnell nicht nur um Peenuts, sondern um Kernprobleme, die nun, eigentlich unpassend, hochkommen.siehe eigene Website unter Einzeltherapie- Depression eigene Website vgl. unter Paartherapie.

Streit und Konflikte f├╝r Jahre beginnen in Familien gerade manchmal an Weihnachten.
Von Frieden und Beschaulichkeit ist schnell keine Spur, wenn alte Konflikte neu aufflammen. Anspruch und Wirklichkeit driften hier oft zu weit auseinander. Denn insbesondere zu hohes Anspruchsdenken ├╝berfordert st├Ąndig und l├Ąsst es oftmals zwischen Partnern, Kindern, alten Eltern oder Schwiegereltern ÔÇ× KnirschenÔÇť. So kann sich auch ein ganzer Clan an den Festtagen f├╝r Jahre b├Âse zerstreiten.

Die Umtauschtage und Sonderpreisaktionen nach Weihnachten, sind im Prinzip die folgerichtige Fortsetzung des Weihnachtsrummels, der ├╝bergangslos zu den B├Âllerk├Ąufen f├╝r Silvester f├╝hrt, um hier gerne gedankenlos Geld zu verballern, was woanders mehr als dringend gebraucht w├╝rde.
Gut, ich will kein Spa├čverderber sein ! Krach machen oder laut pfeifen, wenn was ├Ąngstigt, kannten wir schliesslich schon als Kinder.
Und das Neue Jahr mit B├Âllern und glitzerndem Feuerwerk festlich zu begr├╝├čen, knallt und strahlt gewisserma├čen unsere diffusen, verleugneten ├ängste erst mal elegant weg.

M├Âglichst keine Silvestergedanken.
Unsere unterschwellige Angst vor dem Kommenden, vor der gro├čen Einsamkeit, dem Alleine-Sein und schlie├člich der Endg├╝ltigkeit des Todes, hat zum Gl├╝ck wenig Chance bei Sektlaune, Bleigie├čen, Fondue, einem Opern-oder Konzertbesuch oder beim Feiern im Kreis vertrauter Menschen oder auch einfach auf der Couch vor dem Fernseher. Unsere ├ängste und depressiven Gedanken werden quasi durch Ablenkung ├╝berlistet !

Und nat├╝rlich gelingt das gut, wenn wir es schaffen- trotz unseren berechtigten Zukunfts├Ąngsten- das Leben zu bejahen, die Gegenwart intensiv und bewusst zu leben und die Zukunft daher nicht zu f├╝rchten. Und unsere Vergangenheit sollte somit nicht immer als st├Ąndige Klage und Ursache allen ├ťbels heraufbeschworen werden, sondern es ist gut, sich mit ihr auszus├Âhnen.

Weihnachten ist auch das ultimative Fest der Einsamkeit und Isolation
Menschen, die es aus unterschiedlichen Gr├╝nden nicht schaffen ohne emotionale Blessuren durch die kommenden Festage zu kommen, ziehen sich vielfach total zur├╝ck und suchen schlimmstenfalls einen endg├╝ltigen Ausweg. F├╝r diese Menschen ist Weihnachten das ultimative Fest der Einsamkeit und Isolation. Tats├Ąchlich ist die Suizidrate (Selbstt├Âtung) um diese Jahreszeit i.d.R. im Anstieg. Das zeigt sich auch unmittelbar mit einer h├Âheren Anfragesequenz in meiner Praxis.

Unabw├Ągbarkeiten unseren Lebens und das Bewusstsein eigener Endlichkeit, besch├Ąftigt uns nicht nur am Ende eines alten und Anfang eines neuen Jahres m├Âglichst wenig, denn dann m├╝ssten wir uns st├Ąndig f├╝rchten. Das Prinzip der Verdr├Ąngung heisst : wir besch├Ąftigen uns lieber mit Anderem, vermeiden es alleine zu sein, lenken uns ab und ├╝berlisten damit unsere drohenden, dunklen Gedanken und ├ängste.

Und so lassen wir B├Âller in die Stille des Nachthimmel knallen, und f├╝r kurze Zeit leuchtet die Welt ├╝ber uns in strahlenden Farben und Formen taghell und hilft uns immerhin ein wenig, unsere innere, auch immer existente Dunkelheit und Furcht auszugrenzen.
In diesem Sinne : ÔÇ×Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018

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Die Therapeutin aus dem Aachener S├╝den befasst sich mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Methodische Orientierung: systemisch- tiefenpsychologisch, hypno- und trauma- therapeutisch. Einzel- und Paartherapie/Coaching. Ihre Homepage: www.therapieaachen.de

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