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Dienstag, 23. Mai 2017
Gedanken zu Manchester
Gedanken zu Manchester

Manchester forderte mindestens 19 Tote und dar├╝ber hinaus mindestens 50-60 Verletzte. Dann lese ich bei Facebook die Frage ÔÇ×Wie soll man da keinen Hass bekommen?ÔÇť. Darauf m├Âchte ich gerne ausf├╝hrlich antworten.

Was geschah in Manchester am 22.05.2017?
Das wissen wir nach dem Stand der Dinge noch nicht wirklich. Tote und Verletzte nach einem Konzert, bei dem auch Kinder betroffen sein k├Ânnen, das schockiert uns in jedem Fall. Es k├Ânnte ein Selbstmord-Attentat sein, was derzeit noch nicht bekannt bzw. ├Âffentlich bekannt ist.

Was denken wir nun?
Wir k├Ânnen nur mutma├čen. Das machen gerade alle. Das ZDF Morgenmagazin titelt beispielsweise bei Facebook mit ÔÇ×Mutma├člicher AnschlagÔÇť und weist die reagierenden Menschen darauf hin, dies nicht zu tu mit den Worten ÔÇ×Lassen Sie Vermutungen sein.ÔÇť.

Wie k├Ânnen wir nun keinen Hass bekommen?
Woraus entsteht der Hass denn? Er entsteht, weil wir uns bedroht f├╝hlen, weil alle paar Wochen ein paar Irre (man m├Âge mir die direkten Worte verzeihen) eine relativ kleine Gewalttat ausf├╝hren. Nat├╝rlich ist es schlimm, was da geschieht, aber es ist nicht so, als w├╝rde sich unsere Welt nicht weiterdrehen. Wir haben immer noch genug Restlangeweile, uns ├╝ber den Montag, den Job und die Partnerschaft aufzuregen.

Wohin projizieren wir den Hass?
Die Menschen, auf die wir unseren Hass projizieren, kommen aus Gegenden, in denen eine Tat wie in Manchester x-fach t├Ąglich vorkommt. Hier sind die Verursacher vielleicht gleich, vielleicht auch nicht. Diese Menschen riskieren ihr Leben, wenn sie fliehen und w├╝nschen sich, diesem Terror zu entkommen, weil sie sich bei uns ÔÇô auch in Manchester ÔÇô sicher f├╝hlen, denn dort geschieht doch nichts. Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, der wird den gestrigen Vorfall kaum bedrohlich empfinden.

Das ist die falsche Adresse!
Wir sollten nicht den Menschen mit Hass begegnen, die vor dem Terror fl├╝chten. Sie haben so viel mehr Angst als wir. Ja, es gibt darunter auch Menschen, die uns bedrohen k├Ânnen. Die gibt es aber auch bei uns. Sie d├╝rfen weder die Grundlage f├╝r einen CDU gef├╝hrten Polizeistaat werden, noch die Grundlage f├╝r rechte, linke oder andere Gewalt. Wenn wir hier zu hassen beginnen, dann werden wir nur noch mehr Gewalt und Gegengewalt heraufbeschw├Âren.

Hass ist immer falsch!
K├Ânnten wir vielleicht anfangen, Menschen zu helfen und anders vorzugehen? Integration ist wichtig und muss funktionieren. Dazu braucht es gute Ans├Ątze. Hilfestellungen f├╝r Fl├╝chtlinge sind wichtig und m├╝ssen effektiv geschehen. Wir sind verpflichtet, der Welt den Frieden zu sichern und nicht die ├Ąrmeren Gegenden auszubeuten und uns mit autorit├Ąren geschmierten Regimen zu arrangieren, die uns dabei helfen, den Luxus zu bekommen, den wir haben wollen, koste es was es wolle.

Der Hass wird unser Problem!
Wenn wir dem Hass nicht entgegentreten, wird er uns vernichten. Es wird Zeit, dass wir miteinander leben lernen und auch mit Bedrohungen besser umgehen. Ein Polizeistaat macht keinen Sinn, ein Weltkrieg gegen den Terror auch nicht. Es wird Zeit, dass wir uns auf unsere Werte besinnen, unsere schnelllebige Zeit verlangsamen, uns nicht von den Medien verr├╝ckt machen lassen und neue Impulse aufzugreifen. Diese m├╝ssen fr├╝h angelegt werden, damit wir bei den Kindern mit nachhaltigen Ver├Ąnderungen beginnen.

Lernen wir von den Babembas
Beginnen wir doch, indem wir so mit unseren Kindern umgehen, wie ein afrikanisches Naturvolk, die Babembas.

Wenn bei den Babembas in S├╝dafrika ein Stammesmitglied fahrl├Ąssig gehandelt oder Unrecht getan hat, wird die betreffende Person ungefesselt zur Mitte des Dorfplatzes gebracht. Die Arbeit wird niedergelegt und alle Dorfbewohner, ob Alt oder Jung, versammeln sich in einem Kreis um sie. Dann spricht jedes Stammesmitglied mit der beschuldigten Person und erinnert sie so ausf├╝hrlich wie m├Âglich an all das Gute, das sie bisher in ihrem Leben getan hat. Alle ihre an den Tag gelegten Vorz├╝ge, St├Ąrken und Freundlichkeiten werden ausf├╝hrlich dargelegt. Dieses Stammesritual zieht sich oft ├╝ber mehrere Tage hin. Zum Schluss wird der Kreis durch ein Freudenfest aufgel├Âst, bei dem die Person wieder im Stamm willkommen gehei├čen wird. (Jack Kornfield)

Das ist ein Anfang
Wir m├╝ssen nat├╝rlich nach einem Anschlag die Menschen zur Rechenschaft ziehen und wir m├╝ssen f├╝r Sicherheit sorgen. Wichtig ist jedoch, dass wir danach suchen, dass wir ein neues Weltbild bei unseren Kindern erschaffen. Wir d├╝rfen sie nicht zum Hass erziehen, denn damit werden wir uns und sie vernichten. Wenn wir uns mehr um den Frieden im Kleinen und im Gro├čen k├╝mmern, dann werden wir gewinnen und nicht der Hass. Es geht nicht um Wegsehen, sondern darum, sich um L├Âsungen zu bem├╝hen und die m├╝ssen Zuwendung, Integration, Frieden und Probleml├Âsung hei├čen.

Ich w├╝nsche uns mehr Vernunft und mehr Gef├╝hl bei den Themen, von denen wir uns bedroht und ge├Ąngstigt f├╝hlen.

Ihr / Euer Arno Ostl├Ąnder

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Autor und Hypnose-Coach

Mentale Gesundheit, Liebe und Partnerschaft, das sind seine Themen. Wir alle k├Ânnen ├╝ber uns hinaus wachsen, damit wir zu uns selbst werden. Seine Homepage: www.arno-ostlaender.com

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