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Im Rahmen der Paartherapie begleite ich einzelne Klienten oder Paare durch die oftmals harte und manchmal traumatisch erlebte Zeit der Überprüfungsphase, in welcher sich eine Pro-oder Contra- Entscheidung zur weiteren gemeinsamen Beziehungszeit entwickeln sollte.siehe Website unter Paartherapie

Und natürlich begegnen mir hier Menschen beiderlei Geschlechts, auch homosexuelle Konstellationen, die der früheren Beziehung extrem nachtrauern und sich dabei ständig fragen, was denn gewesen wäre, wenn man nach der Überprüfungsphase zusammen geblieben wäre und sich nicht getrennt hätte.

Wenn sich einer der Partner- nach einer endgültigen Trennung- vom Anderen nach wie vor besonders benachteiligt und verletzt fühlt, dem Gestern ewige Zeiten verzweifelt, zornig oder auch ratlos hinterherschaut, aber auch im Sonderfall, wenn eine länger zurückliegende Ex-Beziehung plötzlich wieder neu belebt werden soll, kann psychotherapeutische Hilfe angezeigt sein.

Im Sonderfall einer Exbeziehung, die wieder aufgenommen wird, geht es eben nicht mehr um Deeskalation und Schadensbegrenzung, sondern um einen möglichen Neustart. Das Paar lernt sich sich nun quasi „neu“ kennen und vielleicht auch schätzen. Bisherige Umgangsformen und Verhaltensweisen müssen nun selbstreflexiv und achtsam dem Ziel der Annäherung untergeordnet werden und alte Streitmuster sollten ebenfalls möglichst nicht wiederholt werden. Beide Partner sollten sich aber auch hier unbedingt die Frage nach dem Eigenanteil des Scheiterns der Beziehung stellen. Denn nur so sind Neuorientierungen und Verhaltensmodifikationen und eine Annäherung überhaupt möglich.

Natürlich meiden es anfänglich die meisten Paare, real meist ein Partner, alles nochmals bewusst durchzuleben und verfallen daher gerne schnell wieder zurück in alte, sogar schmerzhafte Klischees, damit man sich schnell und dafür wenig nachhaltig „versöhnen" kann.Schnell zeigen sich hier wieder die gleichen Kommunikationssünden, die zu erbittertem Streit um jede Kleinigkeit führten. Oder es kommt vielleicht wieder zum wütenden Schweigen, Ignorieren und vor allem zu Machtkämpfen ohne Ende.

Und wenn das Paar gewissermaßen stagniert oder sich in einer Vorwurfsspirale dreht, kann eine zeitlich festgelegte Überprüfungsphase der Beziehung und die hier gewonnene Distanz zumindest etwas Klarheit darüber schaffen, ob man nun zusammenbleibt oder nicht.sihe Website unter Paartherapie

Die Regeln dieser Überprüfungsphase werden besprochen und möglichst eingehalten. Sind gemeinsame Kinder ab Grundschulalter mit betroffen, kann ein familientherapeutisches Setting ebenfalls hilfreich sind.
Das Ziel zusammen bleiben zu wollen, um nicht alleine zu sein, ist hier allerdings die schlechteste Bedingung für einen Neuanfang und kaum tragfähig. Die Angst vor dem Alleine-Sein vermag keinen stabilen Neubeginn schaffen, sei es mit dem oder der Ex oder einem neuen Partner. Auch der Kinder wegen sollte man nicht zusammen bleiben oder wieder zusammenkommen.

Eine Überprüfungsphase oder anders ausgedrückt: eine Auszeit, gibt Paaren die Chance, über sich nachzudenken und nicht immer den anderen als Schuldigen auszumachen
Auch bei Vertrauensbrüchen einzelner oder beider Partner, kann eine räumliche und emotionale Distanzierung aus dem Gefühlschaos heraushelfen. Es ist also wichtig zu lernen in „freundliche Distanz“ zu gehen, um sich ihm dann wieder genauso freundlich annähern zu können. Eigentlich klingt es paradox : um wieder zusammen zu kommen, muß man sich oft erst mal trennen !

Nur dann, wenn man wieder neugierig aufeinander ist und man eine Vision von einem gemeinsamen Leben hat, sollte ein Neubeginn gestartet werden !

Beide Partner sollten sich zudem optimalerweise in der Therapie selbst hinterfragen und nicht nur den Anderen als Schuldigen ausmachen. Auch das gemeinsame Schweigen bei kitzligen Themen, immer in der Annahme, dass der Andere sich positiv geändert habe oder doch ändern muß, lässt die Unzufriedenheitsfalle schnell wieder zuschnappen.

Meist leiden Frauen stärker unter den Gefühlen der Einsamkeit und Abwertung als Männer, zumal wenn der Partner in einer neuen Beziehung glücklich ist. Daher ist es immens wichtig auch über eigene negative Gefühle nachzudenken und sie nicht nur dem anderen zuzuschreiben. Ebenso ist es vorallem für Frauen wichtig, von sich selbst den Eindruck zu gewinnen, es auch ohne IHN emotional und hoffentlich auch wirtschaftlich schaffen zu können, was real oft ein Kraftakt wird. Nicht wenige Partner bleiben vor allem aus wirtschaftlichen Gründen in Beziehungen, die ihnen nicht mehr gut tun und sie auf Dauer psychisch und physisch krank machen.

Leider neigen manche Klienten auch dazu, ihre Trennung nebenbei erledigen zu wollen und sind damit aber ziemlich schnell überfordert. Männer gehen als Reaktion auf eine Trennung übrigens häufiger in eine neue Beziehung als Frauen es tun. Trennungsschmerz kann so gut verdrängt werden und die eigentliche Trennungsarbeit wird auf ein Minimum reduziert. Alte Verhaltensmuster werden so allerdings auch wieder als Ballast in die neue Beziehung hineingeschleppt.

Besonders hart sind Trennungen für ältere Paare, die quasi das halbe Leben miteinander verbracht haben, fest eingebunden in ihre alten Rollen und lang eingeübten Rituale. Wenn diese irgendwann feststellen, dass zwar alles noch irgendwie „funktioniert“, aber kein liebevolles Gefühl mehr für den anderen da ist und nur noch Schweigen, Aggression, Bitterkeit oder gar Wut dominieren, sollte auch hier die Reißleine gezogen werden. Wenn jüngere oder ältere Paare sich nicht mehr versöhnen können, sind sie mehr als trennungsgefährdet.


Das Schlimmste spielt sich jedoch erfahrungsgemäß in der ersten Zeit nach einer Trennung ab und verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase geht es um die „Verleugnung der Tatsachen, also es alles nicht wahr haben zu wollen“. Dies betrifft beide Geschlechter. In der zweiten Phase des Trennungsprozesses leiden Partner unter den heftigsten Verzweiflungsgefühlen und oft traumatischem Trennungsschmerz. Hierzu neigen besonders Frauen, begleitet von depressiven Reaktionen. Dies ist verständlich, denn die zweite Phase der Trennungs- Nachwehen zeichnet sich durch reinstes Gefühlschaos aus : Selbstvorwürfe, aber auch Anklagen oder auch Rechtfertigungen des eigenen Verhaltens, dominieren die Betroffenen.

Leider wird dabei die eigene Rolle am Scheitern der Beziehung oft unzureichend reflektiert, weil vor allem Männer nur ungerne an den eigenen Widersprüchen arbeiten und Frauen gerne oft zu sehr harmoniegeleitet, statt konfliktstark agieren.

Kommt man in dieser instabilen zweiten Gefühlschaos- Phase nach einer Trennung, wieder als Paar zusammen, rutscht man erfahrungsgemäß ziemlich schnell zurück in die bequeme „Bollerbüx“ des Alltages. Denn in Wahrheit regiert hier oft, neben der Furcht vor dem Allein-Sein, die gepflegte gemeinsame Langeweile. Also lieber einen gemeinsamen öden Fernsehabend, unterbrochen oder begleitet von Schweigen oder lieber endlose Grundsatzdiskussionen und Vorwurfsspiralen , als einsam alleine zu hocken ?

Oftmals bleibt einer der Partner auch in Phase eins oder zwei stecken, während der andere sich schon in Partnerchats umschaut und bereits in Phase drei : der Neuorientierung oder gar Phase vier des Trennungsprozesses, nämlich im neuen Lebenskonzept angekommen ist... Das ist besonders tragisch für jenen Partner, der noch eine heimliche Hoffnung und Illusion auf einen Neubeginn hegte.siehe Website unter Paartherapie

Es ist jedoch durchaus möglich, durch eine Trennungsbegleitung und Moderation wieder partnerschaftlich zusammenzufinden, obwohl man getrennte Wege geht oder zeitweise gegangen ist und zwar, wenn sich die Partner verzeihen können, so zu sein, wie sie sind und sich in ihrer Unvollkommenheit annehmen können.

Übrigens sogar nach einer längeren Trennung kann es unter bestimmten Voraussetzungen wieder miteinander klappen : Wenn die Sehnsucht aufeinander nach wie vor existiert,man sich erotisch angezogen fühlt und man darüber hinaus ungefähr weiß, wie man zukünftig gemeinsam leben will, sind die Aussichten auf einen Neubeginn garnicht so schlecht.

Dann bewahrheitet sich vielleicht doch der Spruch : „Alte Liebe rostet nicht !“



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Seit weit über zwei Jahrzehnten befasst sich die Therapeutin aus dem Aachener Süden mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Ihr Ansatz: systemisch- tiefenpsychologisch. Ihre Homepage: www.mycoaching.de

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