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Donnerstag, 5. Juli 2012
Des Vaters Geständnis
Neulich machte ich Sarah eine Art Geständnis. Wenn es schon Internet und soziale Netzwerke gegeben hätte, als ich jung war, wäre ich auch so oft es geht online gewesen. Sage ich mal so. Wahrscheinlich hätten meine Eltern dann ständig schauen müssen, dass ich den Computer nicht Tag und Nacht angeschaltet habe.
Diese Fragen stellen sich aber nicht. Als ich so alt wie Sarah war, gab es kein Internet. Und schon gar kein Facebook. Dieses soziale Netzwerk ist für die Jugend von heute eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, wenn nicht das wichtigste.
„Wie habt ihr euch denn früher verständigt?“, wollte Sarah dieser Tage wissen.
„Na, per Telefon“, sagte ich.
„Gab’s das denn schon“, fragte sie.
„Also bitte“, meinte ich, „ich bin doch nicht im Mittelalter geboren.“
„Ich mein‘ ja nur“, sagte Sarah und griemelte in sich hinein.
Ich machte, was Väter machen müssen. Ich erzählte, wie wir damals unsere Freizeit verbrachten, berichtete, dass ich nur aus dem Fenster schauen musste, um unten die Jungs Fußball spielen zu sehen und dass Stubenarrest die Höchststrafe war. Weil ich befürchtete, dass Sarah kurz davor war einzuschlafen, betonte ich den Satz: „Stubenarrest würde ja bei euch gar nichts bringen“ besonders. „Ihr geht ja sowieso nicht groß nach draußen.“
„Doch, doch“, sagte Sarah, „Stubenarrest wäre eine brutal harte Strafe...“ Wieder griemelte sie in sich hinein. Aber sie war nicht ganz anwesend. Passend zum Thema war sie mit ihrem Smartphone beschäftigt. „Kannst du das mal weglegen“, sagte ich. Sie reagierte nicht. „Sarah, leg‘ das Teil weg…“
„Moment“, sagte sie, „ich hab’s jetzt. Wie findest du das?“ Dann ließ sie ein Lied laufen. Es war „All my Loving“ von den Beatles. „Das ist cool“, sagte sie. „,Help‘ finde ich auch gut. Kennst du das?“
Ich war baff. Genau diese beiden Lieder gefielen mir auch, als ich jung war. Immer und immer wieder habe ich sie auf meinem Plattenspieler gedudelt. Es war die Zeit, als noch niemand an Cd’s dachte und schon gar nicht an Downloads aus dem Netz.
Aber es gab Telefone, ich schwöre!
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 Menschenskinder, das ist das pralle Leben. Ein Vater berichtet regelmäßig über Kind und Kegel. Ähnlichkeiten mit anderen Familien wären rein zufällig, sind aber nicht ausgeschlossen.

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