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Neulich wollte ich mir nach Jahren der Enthaltsamkeit ein neues Shirt gönnen. Ich glaube, als ich das letzte Mal loszog, um mir ein paar Klamotten zu kaufen, hießen Shirts noch Hemden und statt zum Shoppen ging man zum Einkauf...Gut, dass ist jetzt ein bisschen übertrieben, aber es passt so schön zur folgenden, kleinen Begebenheit: Ich suchte mir also ein schickes und flottes graues Polohemd aus Baumwolle aus, ohne Schriftzug, Sticker und Embleme, einfach nur mit einem Kragen und zwei Ärmeln. Gerade, als ich es begutachtete, kam Sarah und raunte mir im Vorbeigehen zu: „No go!“
Ich sah ihr hinterher. Wie bitte? No go? Ich war durchaus in der Lage, diese zwei Worte zu übersetzen. Sarah meinte: „Nein, nein, nein. Das geht gar nicht. Nie und nimmer. Sofort weglegen und nie wieder in die Hand nehmen.“ So in etwa würde ich deuten, was sie in diesem Fall mit „No go!“ sagen wollte. Weil sie es mir nur ganz schnell, wie nebenbei, zuzischte und dann im Laden gleich das Weite suchte, gehe ich davon aus, dass es ihr auch noch peinlich war. Ein Mann, mit dem sie durchaus etwas zu tun hat, suchte sich offenbar gerade ein Shirt aus, das sie ihrem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Ich war außer mir.
Kurz später kam sie zurück und hielt mir wortlos ein Shirt hin. Poppig gestreift, mit extra weit ausgeschnittenem V-Ausschnitt. „Das hat Style“, sagte sie, „so läuft man heutzutage rum.“ Ich schnappte nach Luft. Da ich aber nicht als der totale Spießer gelten wollte, sah ich mir das Shirt genauer an. Fühlte sich gar nicht mal schlecht an, sah auch ordentlich aus, eigentlich sah es sogar gut aus. Ich betrachtete eine Puppe, die genau dieses Shirt trug, dazu einen farbigen Schal und einen beige-blau-gestreiften Hut. Ich griff zu, probierte alles an und sah aus den Augenwinkeln, Ute, meine Frau. Sie schaute auf mich, mit hoch gezogenen Augenbrauen und stark gerunzelter Stirn. Sie brauchte nichts zu sagen. Ich verstand: „No go!“
Als wir nach Hause fuhren, hatte ich kein Shirt gekauft. Im Grunde hatte ich auch noch genug im Schrank, wenn mich nicht alles täuschte, auch ein Graues, mit V-Ausschnitt, eine Art modischer Kompromiss, wenn man so will. Ich werde es bald mal wieder tragen, in der Hoffnung, eines nicht zu hören: „No go!“
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 Menschenskinder, das ist das pralle Leben. Ein Vater berichtet regelmäßig über Kind und Kegel. Ähnlichkeiten mit anderen Familien wären rein zufällig, sind aber nicht ausgeschlossen.

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