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Am 12. Mai sind Eberhard und ich von Pheriche (4.200 Meter) in einem kleinen "Gewaltmarsch" über Thukla, Lobuche und Gorak Shep in sieben Stunden zum Base Camp (5.400 Meter) zurückgekommen. Die Trekker unserer Gruppen kennen diese Strecke, die wir normalerweise in zweieinhalb Tagen mit Übernachtungen in Lobuche und Gorak Shep zurücklegen. Bei unserem Aufstieg haben wir unsere Rucksäcke einem Träger übergeben, allerdings mit dem negative Nebeneffekt, dass das Display unseres schönen Notebooks dabei irreparabel zerstört wurde und für den Rest unseres Aufenthaltes nicht mehr gebraucht werden kann.

Der Ersatz ist ein ähnliches nepalesisches Notebook, welches aber noch einer entsprechenden "freundschaftlichen Annäherung" bedarf. Formatierungen, Rechtschreibung und ähnliche “fitures” werden vielleicht noch etwas zu wünschen lassen.

Aber nun zu den wichtigen Neuigkeiten im Base Camp?! Wegen des bisher schlechten, sprich viel zu stürmischen Wetters oberhalb von Camp 3, ist die Route oberhalb von 7.100 Meter noch nicht besteigbar. Das und andere Gründe haben dazu geführt, dass sich das Base Camp schon merklich geleert hat. Zum Beispiel ist die große HiMex-Expedition mit über 30 Bergsteigern komplett abgereist. Auch unsere Expedition hat sich um drei Bergsteiger reduziert, die aus unterschiedlichen Gründen abgereist sind.

Der Wind spielt insofern eine entscheidende Rolle, weil der sogenannte Jet-Stream mit hohen Geschwindigkeiten über die Everestregion hinwegfegt. Wir warten jetzt darauf, dass er etwas seine Richtung ändert und wir dann ruhigere Verhältnisse, das heißt, Windgeschwindigkeiten von unter 50 Stundenkilometer haben werden.

Seit heute gibt es nun die "frohe Botschaft", dass der Wind ab 17./18. Mai abnehmen soll und die zwei bis drei Tage danach verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten bestehen. Deshalb hat unsere Expeditionsleitung heute morgen entschieden, dass eine erste Gruppe morgen früh zum dritten Mal durch den Khumbu-Eisfall zu Camp 2 aufsteigen soll. Diese erste Gruppe wird bestehen aus: Gia, dem Georgier, Nick aus Arizona, den beiden Brüdern aus Tschechien sowie aus Eberhard und mir.

Die sechs Inder werden dann am 16. oder 17. Mai folgen. Der Abstand zwischen den beiden Gruppen ist notwendig, um einerseits aufs Wetter zu reagieren und andererseits, weil ab Camp 3 nicht genügend Zelte für beide Gruppen zur Verfügung stehen.

So besteht unsere heutige Tagesarbeit ausschließlich darin, jedes einzelne Detail festzulegen, welches wir morgen früh mitnehmen werden. Der vorläufige Zeitplan für die nächsten Tage sieht wie folgt aus: 15. Mai - Aufstieg nach Camp 2 (6.500 Meter); 16. Mai - Verbleiben auf Camp 2; 17. Mai - Aufstieg nach 3 (7.100 Meter); 18. und 19. Mai - Kurzstopp in Camp 4 (7.800 Meter), Gipfelversuch und Abstieg möglichst bis Camp 2 (6.400 Meter).

Ob das so ablaufen wird ist, natürlich offen, da neben dem Wetter von vielen anderen Faktoren abhängig.

In der Zeit, in der Eberhard und ich "oben" sind, werden Pertemba oder Dawa Steven kürzere Artikel über den aktuellen Stand verfassen und, wie wir hoffen, Euch so gut informieren.
Wir müssen uns jetzt auf das Wesentliche hier am Berg konzentrieren:

den Gipfel erreichen und heil herunterkommen.

 Kommentare (14)    Trackbacks (0)  

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14.05.2012 22:26 Uhr
UN kommentiert
Auf dass ihr heil hoch und vor allem wieder runter kommt.
Russell Brice’s Team ist nicht ohne Grund abgereist:
http://www.himalayanexperience.com/content/everest-2012-newsletter-18

15.05.2012 11:30 Uhr
M. Preiss kommentiert
Lieber Paul (und unbekannterweise Eberhard),
ich drücke Euch die Daumen, wünsche vor allem gutes Wetter!!!
Kommt heil wieder runter!
Ihr habt ja bis jetzt schon tolle Erlebnisse gehabt, um die ich Euch beneide...
Namaste, Michael

19.05.2012 07:57 Uhr
steyrer.ekkehard kommentiert
wir drücken Euch ganz fest die Daumen! Der kilimanjaro ist wohl ein Klacks gegen Euer Vorhaben. Hassan und Ekkehard
19.05.2012 12:08 Uhr
Hans Körfer kommentiert
Lieber Eberhard,
Hans Körfer aus Berlin verfolgt mit Spannung Euer Vorhaben. Hoffentlich schaffen Dein Team und Du den Aufstieg zum Gipfel.
Kehrt bitte alle gesund und heil zurück.

20.05.2012 22:42 Uhr
Gerd Trautner kommentiert
Mein tiefes Beileid der Familie und Freunden von Eberhard!

Ich hatte wie schon in den Vorjahren mich ueber verschiedene Blogs im Internet ueber die aktuellen Vorkommnisse am Everest informiert und leider kam heute die traurige Nachricht.
Leider hat es einen der beiden "aachenern" getroffen...

21.05.2012 08:56 Uhr
Peter Servas kommentiert
Dem kann ich mich nur anschliessen. Hoffentlich kommt wenigstens Paul gesund zurück. Es sollen ja auch mehrere Bergsteiger vermisst sein.
21.05.2012 09:33 Uhr
Wolfgang Koepp kommentiert
Aufrichtige Anteilnahme zum Tode von Dr. Eberhard Schaaf. Ein guter Wille mußte er mit seinem Leben bezahlen.

http://www.bild.de/news/ausland/mount-everest/deutscher-stirbt-auf-mount-everest-24244442.bild.html

21.05.2012 10:00 Uhr
Monique kommentiert
Mein Beileid, ich habe den Blog hier mit Freude verfolgt.
Schade, dass die AZ bisher noch nicht reagiert hat.

21.05.2012 10:05 Uhr
Jochen kommentiert
Traurig, dass er es nicht zurück geschafft hat. Mein Beileid.
Schön, dass er vorher ein Lebensziel noch erreichen konnte. Ein schwacher Trost

Schade, dass bild.de und spiegel.de schon auf Seite 1 berichten bevor die Heimatseite etwas mitbekommt.

21.05.2012 10:54 Uhr
Onlineredaktion kommentiert
Liebe Monique, lieber Jochen,

unsere Redaktion hat sich zunächst bemüht, eine Bestätigung für die Angaben aus Nepal zu bekommen. Bei Nachrichten von solcher Bedeutung nehmen wir lieber eine mehrminütige Verzögerung in Kauf, als eine Falschmeldung abzuschreiben. Wir bitten um Verständnis.

21.05.2012 14:58 Uhr
oliver peen kommentiert
theskyisthelimit.tk
21.05.2012 15:31 Uhr
Oliver Peen kommentiert
wieso trifft es immer die Unabhaengigen, die Mutigen, die Freien? die, die mal echtes Neuland betreten wollen.

Mensch Meier, Das haette niemals passieren duerfen. Die Frage der Schuld muss nun dringend geklaert werden !

21.05.2012 18:37 Uhr
Gerd Trautner kommentiert
Lieber Oliver,

ich denke die Frage nach Schuld ist bei einem solchen Abenteuer nie wirklich beantwortbar.

Jeder der an einer Mount Everest Expedition teilnimmt, weiss wohl sehr gut, dass dies nicht ohne Risiko ist und jeder trifft die Entscheidung dabei wohl sehr bewusst.

Wie UN oben schon geschrieben hat, hatte der sehr erfahrene Russell Brice seine diesjaerhige HIMEX Expedition Anfang Mai bereits sehr frühzeitig abgebrochen, zum einen wegen der sehr widrigen Witterungs- und Schneeverhältnisse am Berg als auch weil er Warnungen und "Sentiments" (einige mögen es Aberglaube nennen) seiner Sherpas sehr ernstgenommen hatte.

Alle faktischen Gründe für deren Abbruch wurden am 9. Mai auf der HIMEX Seite veröffentlicht
http://www.himalayanexperience.com/content/everest-2012-newsletter-18
und waren allen Expeditionsleitern und -teilnehmern sicherlich bekannt, schließlich ist Russell der erfahrenste aller Expeditionsleiter am Everest und sein Weggang muss bei allen uebrigen am Everest Base Camp entsprechende Fragen aufgeworfen haben und wurde weit debattiert.

Nun, die beiden Zeitfenster die dieses Jahr aufgrund der Wettervorhersage zur Verfügung standen/stehen, sind sehr kurz. Es gab im Vorfeld Warnungen und auch darüber denke ich, waren sich die im Berg beteiligten klar und ausreichend informiert.

Schon am 18. Mai kam es zwischen Camp 3 und Camp 4 am Lhotse Face zu einem extremen Stau, eine schwarze Schlange aus Kletterern und Sherpas schlängelte sich auf mehreren hundert Metern das Eis hoch (http://www.alanarnette.com/blog/wp-content/uploads/2012/05/DSCF3697.jpg).

Man kann davon ausgehen, dass man sich als Teilnehmer sehr bewusst ist, was dies für den eigentlichen Summit Push, mit seinen bekannten Engpässen wie den Hillary Step beim Südaufstieg bedeutet.


Jedoch folgt jeder Mensch seinen Träumen und ist "frei" seine Träume zu verwirklichen und sich dafür zu entscheiden, wenn er das will...

Ich denke jemanden Schuld an Eberhard Schaafs Tod zu geben wäre nicht gerecht, und es würde ihn leider auch nicht zurück auf diese Erde holen! Leider!!



Mein tiefes Beileid der Familie!
Von dem was man hier im Blog ueber Paul und Eberhards Expedition lesen konnte, ist klar, dass es sich bei beiden um "klasse Typen" handelt, mit dem Herz am rechten Fleck!
Es ist sehr traurig, dass einer von den beiden nun so frueh "heimgerufen" wurde!

21.05.2012 21:48 Uhr
Heike Stein kommentiert
Auch mein tiefstes Beilleid an die Familie
und ich kann nur bestaettigen Dr. Schaaf hatte sein Herz am rechten Fleck, er wahr mein Arzt und von vielen anderen auch, ich werde diesen tollen Menschen vermissen.
In stiller Trauer H. Stein

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