|
|
Jetzt sind wir 3 Tage "auf Urlaub" in der schönen Himalayan Hotel-Lodge in Pheriche auf 4.275 Meter. Gestern und heute haben wir von hier aus mehrstündige Trekkingtouren gemacht, um nicht ganz einzurosten.
Allmählich werden wir nervös, weil die Zeit läuft: Ziemlich sicher setzt ab der ersten Juni-Woche der von Indien heraufziehende Monsun ein; das heißt, viel Schnee und keine Chance, überhaupt vom Base Camp loszukommen. Das heißt andersherum: es gibt nur noch maximal 20 Tage die Chance, bei einem entsprechenden Wetterfenster von 3-5 Tagen für einen Gipfelversuch. Wie wir hören, sind aus unserer Expedition schon zwei Teilnehmer abgereist: einer, weil er krank ist; einer, weil er nicht an eine Wetterbesserung glaubt.
Trotz dieser nicht befriedigenden Situation versuchen wir beide, uns zu konzentrieren auf Fragen, die bei einem Gipfelversuch beantwortet sein müssen. Darauf fokussieren wir uns, falls es doch "plötzlich" los geht:
Wie genau funktioniert das Sauerstoffsystem? Wir haben tschechische und russische Flaschen, 4 kg schwer, 380 atü Druck, Reichweite circa 9 Stunden bei 2 Liter/Minute Verbrauch. Der Regulator ist das russische System Poisk und die Maske ist neu entwickelt von dem britischen ehemaligen Luftwaffenmitarbeiter Ted Atkinson, unserem Zeltnachbarn im Base Camp mit Spitznamen "Mr. Oxygen". Mit ihm haben wir einen laufenden Kontakt, um alles über Funktion, Handling, Fehlfunktionen, und so weiter zu erfahren.
Wieviele Flaschen Sauerstoff brauchen wir genau? Wo genau sind die Wechseldepots?
Welche Verpflegung werden wir oberhalb von 7.000 Meter haben beziehungsweise sinnvollerweise zu uns nehmen, wenn der Körper auf einen komplett anderen "Modus" umschaltet?
Welche genaue Kleidung werden wir ab 7.000 Meter tragen? Reicht die dicke Unterwäsche aus, uns bei 7.100 Meter (Camp 3) und 7.800 Meter (Camp 4) im dicken Dauen-Schlafsack warm zu halten?
Wie funktioniert das Schlafen mit Sauerstoff in den Camps 3 + 4?
Welche (wenigen) Medikamente werden wir mitnehmen? Wie sind sie verteilt auf uns beide und unsere Sherpas?
Wie ist ganz genau der zeitliche Ablauf in der Gipfelnacht? Um wieviel Uhr müssen wir unterwegs sein? Zu welchen Zwischenzeiten sollten wir an welchen markanten Routenpunkten (Balcony, South Summit, Hillary Step, etc.) sein?
Gott sei Dank halten uns alle diese Fragen so "auf Trab", dass das Wetterthema etwas in den Hintergrund rückt. Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können, um bestens vorbereitet zu sein, falls es einen "Startschuss" für einen Gipfelversuch gibt.
Wir haben uns entschlossen, morgen früh zum Base Camp aufzusteigen. Dafür brauchen wir von hier zwei Tage. Wir werden also am 13. Mai dort ankommen und melden uns dann am 13. oder 14. Mai vom Base Camp wieder mit dem nächsten Blogbeitrag.
(ohne Bild, da Übertragungsproblem)
Kommentare (0)
Trackbacks (0)
Trackback URL von "Everest-Blog (29): Nervöses Warten auf den Startschuss"
Adresse per Rechtsklick kopieren und in Ihrer Blogsoftware verwenden
Keine Trackbacks
Noch keine Kommentare
Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel
|
 Ob als Au-Pair in Frankreich, Schüler im USA-Aufenthalt, ob Weltenbummler auf Dauer-Trip oder Alt-Aachener mit neuem Wohnsitz. Hier ist ihr Platz zum Bloggen.

|
Juni '13
|
| Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
Sa |
So |
|
|
|
|
|
|
1 |
2 |
|
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
|
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
|
17 |
18 |
19 |
20 |
21 |
22 |
23 |
|
24 |
25 |
26 |
27 |
28 |
29 |
30 |
|
|