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Freitag, 6. April 2012
Everest-Blog (2): Landung in Lukla


Heute Morgen stand der spektakuläre Flug von Kathmandu nach Lukla an. Obwohl es in der Nacht bis 2:00 Uhr geregnet hat, strahlte der Himmel am Morgen in Hellblau. Um 8:30 h war es dann soweit: Die mit 14 Personen besetzte – 10 davon aus unserer Trekkinggruppe – und mit schwerem Gepäck beladene 2-motorige Maschine hob vom Airport Kathmandu ab und wenige Minuten später war die Flughöhe von 3.600 Meter erreicht.

Als Fluggast bekommt man die "Arbeit" der beiden Piloten "live" mit, da man ihnen über die Schulter schauen kann. Mit höchster Anstrengung beobachten sie das Gelände unter uns und vor allem das Wolkenbild, denn es wird immer diesiger und wolkiger. Gleichzeitig bedienen sie mit den Händen viele Knöpfe über, vor und neben sich und ab und zu ist Fußeinsatz an diversen Pedalen gefragt. Die schon älter aussehende Maschine hängt gut am Gas, sprich, die beiden Propeller-Motoren reagieren sofort auf Schubveränderungen.

Je höher wir kommen, um so schlechter wird die Sicht... und die ist das wesentliche Kriterium für eine erfolgreiche Landung, denn "automatische" Landung hier in den Bergen ist unmöglich – das handwerkliche Geschick der Piloten ist trotz eingeschränkter Sicht gefragt. Nach 30 Minuten beginnt bereits der Landeanflug; wir gehen runter auf 2.900 Meter und nach einigen Kurven taucht rechts vor uns ziemlich plötzlich die Landebahn auf: Sie ist weltweit eine Besonderheit und gilt gleichzeitig als eine der gefährlichsten: 500 Meter kurz, 15% nach oben geneigt und am Ende eine Felswand.



Kaum haben wir sie gesehen, ist das Flugzeug schon kurz vor dem Aufsetzen und es folgt eine brutale Vollbremsung und wenige Augenblicke später steht der Flieger fast und rollt unter dem lauten Beifall aller Mitflieger nach rechts vor das kleine flache Flughafengebäude.

Innerhalb von 7 Minuten ist die Maschine ent- und schon wieder neu beladen mit Trekkern, die von Lukla nach Kathmandu zurück wollen.

Uns empfangen Ang Chuldim Sherpa, unser Tourguide, und Jambu Sherpa, sein Assistent, die uns nun zum Base Camp und die Gruppe dann später wieder nach Lukla zurückführen werden. Unsere 1. Trekkingetappe von Lukla auf 2.840m nach Pakding auf 2.610m führt über gut begehbare Wege durch kleine Dörfer, vorbei an weiß und rot blühenden großen Rododenron-Sträuchern. Bald erreichen wir die erste Hängebrücke. Einer guten Tradition folgend, befestigen wir einen gelben Friedensschal am Drahtgeländer und halten kurz inne, begleitet von dem Wunsch nach einer unfallfreien und erfolgreichen Bergtour.

Später kommen uns erste Yaks entgegen, die hier im Solokhumbu die wichtigsten Transportmittel sind. Nach insgesamt 4 Stunden Gehzeit erreichen wir die schöne Jo's Garden Lodge, direkt am Dudh Koshi gelegen, einem wilden und lauten Himalaya-Fluß. Am Abend gehen die Temperaturen auf 5° C zurück, was die wohlige Wärme der Schlafsäcke besonders angenehm zur Geltung bringt.


Liebe Leser,

durch technische Probleme hat sich die Freischaltung der ersten Artikel von Paul Thelen und Eberhard Schaaf nach ihrer Ankunft in Kathmandu etwas verzögert. Diese Artikel haben wir im nachhinein auf den jeweiligen Schreibtag zurückdatiert, so dass Sie den Fortschritt der Expedition anhand der Erscheinungstage korrekt nachverfolgen können.

Ihre AZ-/AN-Onlineredaktion


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