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Montag, 6. Februar 2012
Alemannische Doppelmoral
Zum Spiel der Alemannia gegen den FC St. Pauli war ich in der Heimat und bei Sonne erlebte ich einen verdienten Heimsieg auf dem Tivoli. Zur Nebensache wurde das Spiel allerdings aufgrund der politischen Brisanz, die von den Medien natürlich gepusht wurde, und einer vereinsübergreifenden Spendenaktion. Die Interessengemeinschaft der Alemannia Fans- und Fanclubs e.V. (Fan-IG) hatte zu einer Sammelaktion für die Opfer der Feuerkatastrophe im Januar aufgerufen. Auch über das Internet war der Aufruf bis nach Hamburg durchgedrungen und schon im Vorfeld beteiligten sich viele Paulianer an der Aktionen, nicht zuletzt aus Dankbarkeit an der Unterstützung die vor 3 Jahren Mini erlebte, als er am Tivoli beinahe tödlich verunglückte.
Tolle und klasse Aktion! Sollte man meinen…
Den Sammlern wurde nämlich der Zutritt zum VIP-Bereich verwehrt. Auch auf Nachfrage durfte nicht nach dem ein oder anderen Euro gefragt werden. Der Sicherheitsdienst hatte da klare Anweisungen – und scheinbar gab es keinerlei Veranlassung der Verantwortlichen von Alemannia Aachen etwas daran zu ändern.
Man könnte nun vermuten, dass es an einem Tippspiel im Business-Bereich zu Gunsten der Alemannia-Jugend lag, dass man die Sammler nicht zuließ, aber sollte das nicht der Fan selber entscheiden dürfen? In allen anderen Stadionbereichen waren die Leute mit Sammelbüchsen zugelassen und erlaubt.
Peinlich und beschämend ist diese Posse seitens der Alemannia in jedem Fall, erst Recht, wenn man bei der Stadt, und somit den Bürgern, selber Betteln geht und auf jede Unterstützung und Wohlwollen aus der Bevölkerung angewiesen ist. Es soll bitteschön Jeder selber entscheiden, ob man diesen handelnden Personen Vertrauen schenken kann, aber dem Präsidentschaftskandidaten Dr. Meino Heyen war die Sache scheinbar egal. Angeblich soll er die Bitte mit den Worten „Ich mische mich nicht in Belange der GmbH ein!“ abgelehnt haben. Ein Präsident mit so viel Menschlichkeit dürfte der Alemannia sicher gut zu Gesicht stehen. Danke, Danke...
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07.02.2012 00:39 Uhr
Sven
kommentiert
(Homepage)
Die Sammelverbot ist doch für alle Beteiligten ein Schlag ins Gesicht:
Zum einen ist es Bevormundung der VIPs durch "Spendenzensur", aber auch im Umgekehrschluss für den Stammfan eine Misswürdigung. Denn wenn wirklich Schutz durch Verbote nötig wären, zeigt es doch letztlich auch wie egal den Verantwortlichen die Belange der "niederen Ränge" sind. Am Schlimmsten sind jedoch damit die Feueropfer verhöhnt worden. Die Verbotsaktion kommuniziert klar: Opferunterstützung ist eine lästige Angelegenheit und hat sich dem „ungestörten“ Spielgenuss für elitäre Kreise unterzuordnen. Gefälligst.
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