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Freitag, 27. Januar 2012
Ich bin verrückt!

Viele Menschen, die mich kennen, werden mir jetzt zustimmen. Die einen, weil Sie wissen, wie ich es meine und die anderen auch, weil sie mich kennen. Aber wie verrückt sind wir denn alle und wie verrückt dürfen wir sein?
Ich bin verrückt!
Liebeskummer, der einen erdrückt. Eifersucht auf den früheren Partner. Übersteigerte Unsicherheit und Angst vor Dingen, die früher ganz normal waren. Einiges im Leben geht auf einmal nicht mehr so wie früher. Es geht all meinen Klienten so. Sie sehen sich als viel verrückter an, als ich sie je empfinden könnte. Meist kommen Menschen zu mir, die ihre Situation ausweglos finden und sich selbst für schuldig und unfähig halten und für den Menschen, der es nicht verdient hat, glücklich zu sein. Ähnliches berichten auch die hier in der Hypnoseausbildung befindlichen Kollegen.
Ich darf nicht glücklich sein!
Viele Menschen denken, dass sie nicht glücklich sein dürfen und es nicht verdient haben, dass es ihnen nicht gut geht. Das ist wie bei einer Gehaltserhöhung. Wenn sie nicht danach fragen und sie nicht automatisch ansteht, dann werden Sie auch keine bekommen. Wenn Sie niemandem zeigen, wie gut Sie arbeiten, dann sieht es auch keiner. Und wenn Sie sich nicht toll finden, wer soll es dann sonst können? Niemand.
Falsche Selbstgespräche
Wir alle führen Selbstgespräche, in denen wir uns oft erklären, dass wir zum Beispiel diesen Menschen nicht verdient haben oder jenes nicht dürfen. Das ist nicht richtig, das ist nicht gesund … wir reden oft mit uns. Sehr viele Menschen nutzen sich gegenüber einen unfreundlichen Ton und streiten sich dabei ständig mit sich selbst. Leider ist das so, weil man es gelernt hat. Die Eltern oder ein Elternteil waren vielleicht immer sehr dominant oder es gab andere Menschen, die einem ständig erklärt haben, dass man zu nichts tauge. Diese Bilder prägen uns und unsere Gedanken. Man sagt sich selbst: „Ich bin ein Dummkopf.“ oder „Ich schaffe ja nie was.“, „Ich habe das nicht verdient.“.
Der Weg in Angst und Depression
Wenn Sie immer wieder von anderen Menschen und von sich selbst hören, dass Sie nichts können, zu nichts taugen, zu nichts zu gebrauchen sind, dann werden Sie es irgendwann glauben. Wenn es andauernd heißt, dass man nichts kann und nichts schafft, dann kann und schafft man auch nichts mehr. Das ist ein idealer Wegbereiter für Ängste und Depressionen. Die müssen Sie nicht unterscheiden können, da die Symptome und Gefühle hierbei ziemlich gleich sind. Sie fühlen sich ungeliebt, unverstanden, antriebslos, ständig in Angst und Panik. Dabei wissen Sie, sie haben eigentlich gar keinen Grund dazu. Dann müssen Sie ständig die Fassade wahren, können sich nicht öffnen und wissen auch nicht, wie Sie damit umgehen. Das wird dazu führen, dass Angst und Depression immer und immer weiter Besitz von Ihnen ergreifen.
Selbstgespräche richtig führen
Der erste Schritt für Sie sollte sein, dass Sie schöne Selbstgespräche versuchen. Die können das gleiche, wie die schlechten, nur eben positiv. Beginnen Sie damit, sich wieder etwas zuzutrauen. Dabei hilft Ihnen, dass Sie sehen, was Sie schon einmal geschafft haben. Egal, wie lange Erfolgserlebnisse zurückliegen, Sie werden garantiert welche finden.
Menschen ohne Fehler haben einen Nachteil: Sie sind uninteressant!
(Tolstoi)
Machen Sie ruhig mal einen Fehler und seien Sie verrückt!
Sie dürfen unperfekt sein. Das gestehen Sie doch auch anderen Menschen zu, oder nicht? Warum eigentlich dürfen Sie das nicht? Sie können sich nur durch Fehler weiter entwickeln. Nehmen Sie den Fehler als Lernerfahrung in sich auf. Und seien Sie endlich mal verrückt! Seien Sie so verrückt, wie ein Stuhl, dessen Armlehnen Sie als Augen interpretieren. Wenn Sie diesen Stuhl „ver-rücken“, so hat er einen anderen Blickwinkel. Geben Sie sich die Chance, sich und Ihr Leben einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. „Ver-rücken“ Sie ihr Leben hin und wieder. Sie werden merken, die Welt ist nicht ganz so schwarz-weiß, sondern ganz schillernd bunt und Sie sind ein wunderbarer Mensch. Und wenn Sie das in sich sehen, dann sehen es auch andere Menschen.
Gehen Sie mit anderen Menschen und vor allem mir sich selbst so um, wie Sie es sich von anderen Menschen wünschen.
Ihr Arno Ostländer, Psychologische Beratung Aachen
Bild © Rainer Sturm / PIXELIO
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