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Es ist faszinierend zu beobachten, wie ein Apple-Neuling zum ersten Mal ein iPhone in die Hand nimmt. Wie er die Apps intuitiv durch Antippen startet, leichterhand durchs Internet surft, seine E-Mails abruft. Nichts macht den besonderen Zauber, diesen kleinen, feinen Unterschied der Produkte mit dem Apfel-Logo so deutlich wie die spielerische Selbstverständlichkeit, mit der sie sich bedienen lassen. Apple, das steht für Design, Funktion und Handhabung vom Feinsten.
Nun ist der Mann fort, der verantwortlich ist für iPod, iPhone und iPad. Ziemlich teure Geräte, die - seien wir mal ehrlich - kein Mensch wirklich braucht. Aber die auch kaum ein Mensch, der sie hat, je wieder aus der Hand geben möchte. Steve Jobs beherrschte die Kunst, in uns die Sehnsucht nach Dingen zu wecken, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie haben wollen.
Die Huldigungen überschlugen sich gestern vor Superlativen - als wäre der Leonardo da Vinci des Digitalzeitalters gestorben. Vom "iGod" war die Rede. Mit Henry Ford und Thomas Edison wurde er verglichen, sein Tod mit dem von John Lennon und John F. Kennedy. Tatsächlich hat der Charismatiker im Rollkragenpulli in den vergangenen Jahren gleich mehrere Umwälzungen losgetreten, die jeweils komplette Industriezweige umgekrempelt haben. So trieb er die Digitalisierung unserer Gesellschaft voran wie kein Zweiter. Wer heute Musik denkt, denkt an iTunes. Wer Smartphone sagt, meint iPhone. Wer vom Tablet-PC spricht, meint das iPad.
Sein berühmter Auftritt auf der Messe MacWorld am 9. Januar 2007, als er das iPhone vorstellte, wird als Sternstunde in die Geschichte der Technik eingehen. Ihm wäre zu gönnen gewesen, dass er für das letzte zu seinen Lebzeiten vorgestellte Apple-Produkt, das am Dienstag präsentierte iPhone 4S, mehr Applaus gehört hätte.
Dabei spricht vieles dafür, dass die enttäuschten Beobachter, die ein iPhone 5 erhofft hatten, sich von der unverändert gebliebenen Hülle des Geräts täuschen ließen. Das 4S hat es nämlich im wahrsten Sinne in sich: Die Sprachsteuerung Siri nimmt vorweg, wie wir bald mit unseren Computern, Fernsehern und Autos reden werden. Die Ära der Tasten geht zu Ende - auch das ist ein Erbe des Steve Jobs'.
Hersteller von Pocket-Kameras wiederum dürften die neue 8-Megapixel-Kamera samt stärkerem Akku mit Grausen erwarten - so kommt der nächste Wirtschaftszweig unter Apple-Druck. So wie die Produzenten von Einfach-Handys sich von den verbilligten Alt-Modellen 3GS und 4 in die Zange genommen sehen. Jobs hat sein Haus gut aufgestellt für die Zeit nach ihm, die Apple-Triumphzug dürfte noch ein Weilchen weitermarschieren.
Natürlich: Leichter wird es für Apple nicht, die Spitzenposition zu halten. Denn auch die Konkurrenz macht Druck: Samsungs Smartphone Galaxy S2 gilt dem iPhone als ebenbürtig, Amazons neuer Kindle Fire dürfte dem iPad Marktanteile abjagen - zu einem Bruchteil des Preises.
Auf den Schultern von Jobs' Nachfolgern lastet ein schweres Erbe. Werden sie wie er die richtigen Visionen haben? Den Mut, wie er ganz neue Wege einzuschlagen? Mit völlig neuen Produkten die Menschen zu begeistern?
In spätestens ein bis zwei Jahren ist die nächste Revolution fällig - ob sie noch ein Apfel-Logo trägt, werden wir sehen.
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 Kurs Südwest: Angelockt von Printenduft und dem Ruf belgischen Kirschbieres, verirrte sich ein nordischer Fischkopf in die Kaiserstadt Aachen. Wie aus flüchtiger Affäre wahre Liebe wurde, beschreibt er in diesem Blog.

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