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Montag, 8. August 2011
Erschreckend schwach
Der prächtigen Stimmung vor dem Spiel folgte prompt die Ernüchterung: Wenige Minuten waren absolviert, da war klar, dass der FC an diesem regnerischen Tag gegen durchschnittliche Wolfsburger keine Mittel finden würde. Saisonstart total in den Sand gesetzt. Und der Zwerg im Garten steht auch im Regen (siehe Foto). Muss man sich schon Sorgen machen um den FC? Man muss sich immer Sorgen machen um den FC.


Die Demütigung von Felix Magath konnte schlimmer nicht sein. In der 75. Minute wechselte der alte Trainerfuchs einen neuen Mann ein. Man traute seinen Ohren nicht, denn der Spieler, den der Stadionsprecher ankündigte, war kein Geringerer als Sebastian Schindzielorz. Ja, richtig gehört, Sebastian Schindzielorz! Der spielte vor einer halben Ewigkeit mal in Köln, ehe sie ihn vom Hof trieben. In Wolfsburg spielt der begnadete Techniker eigentlich nur noch in der Regionalliga-Mannschaft. Doch für Köln, so wird sich Magath gedacht haben, reicht es immer noch. Wie Recht Magath doch hatte.

Ein Kölner in Block N brachte die Situation nach der Einwechslung von Schindzielorz wunderbar auf dem Punkt: „Schindzielorz? Ich dachte, der wäre schon lange tot und auf Melaten beerdigt.“ Die Lacher hatte der Mann für wenige Augenblicke auf seiner Seite. Dann wurde es wieder still im Block. Denn unten auf dem Rasen nahm das Drama seinen Lauf. Die Tore zwei und drei für Wolfsburg waren da noch gar nicht gefallen . . .

Was für ein Debakel! Alle Erwartungen, die man an diesen Auftakt geknüpft hatte, wurden bitter enttäuscht. Natürlich darf man nun nicht alles in Frage stellen, es war der erste Spieltag, es kommen noch 33 weitere. Aber Sorgen wird man sich wohl machen dürfen, weil von all dem Schwung, den der neue Trainer angeblich mitgebracht haben soll, in diesem ersten Spiel nun wirklich gar nichts zu sehen war. Die Mannschaft agierte ängstlich, sehr gehemmt.

Bei dem einen oder anderen Spieler hatte diese Hemmung eher etwas von einer Total-Ermüdung. Lukas Podolski und Milivoje Novakovic waren die ersten Repräsentanten dieser Kölner Müdigkeit. Spätestens in der zweiten Halbzeit spazierten die beiden nur noch ihr Trikot über den Platz. Natürlich lud das saftige Grün nach der Winterpause zum Verweilen ein. Aber musste es ausgerechnet am ersten Spieltag sein? Poldi und Nova im lustlosen Gleichschnritt! Und wenn das Podolskis Reaktion war auf die Diskussion um das Kapitänsamt, dann Gute Nacht zusammen.

Milivoje Novakovic hatte sich übrigens für die Samstagsausgabe einer Kölner-Boulevardzeitung auf seinem Bett ablichten lassen. Im Bildtext hieß es: „Da lässt es sich gut schlafen: Milivoje Novakovic auf seinem heimischen Bett, das von ihm mit FC-Bettwäsche bezogen wurde.“ Peinliche Aktion. Und Fazit: Er wäre besser liegen geblieben.

Die Bestnote, nämlich eine 3 (!!!), verdiente sich hingegen der neue Kapitän Pedro Geromel. Zwar sah er bei zwei Gegentoren von Helmes nicht besonders gut aus – zugegeben. Aber seine Einsatzbereitschaft und seine Ballsicherheit überstrahlten die seiner Kollegen um Längen. Lediglich noch Martin Lanig zeigte, dass man in der Bundesliga mit breiter Brust aufspielen muss. Geromel und Lanig, okay. Der Rest war Schweigen.

Und Kevin Pezzoni? Kann man Schweigen steigern? Man kann. Doch dann sind wir wieder beim Friedhof Melaten.

PS: Der FC-Gartenzwerg auf dem Foto war übrigens ein Geschenk von einem Gladbach-Fan . . .
 Kommentare (2)    Trackbacks (0)  

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09.08.2011 17:02 Uhr
effzehfan kommentiert
Was für ein Nachmittag in Köln! Wieder einmal wurde der zynische Hinweis bestätigt, dass in Köln die beste Bundesligastimmung herrscht - bis zum Anpfiff. Diese Mannschaft wird bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen!
10.08.2011 06:37 Uhr
Thomas Thelen kommentiert
Lieber effzehfan!

Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft schnell in die Spur kommt. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.

Beste Grüße!

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Frage: Wie erträgt man es eigentlich, bekennender Fan des 1. FC Köln zu sein? Antwort: Schwer! Verdammt schwer! Betrachten wir es also einfach mal als angeborene Krankheit, gegen die es kein Heilmittel gibt. Man lebt damit. Und man leidet.
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