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Liebe Leser,
die traurigen Nachrichten aus Nepal haben sich bestätigt. Eberhard Schaaf und zwei weitere Bergsteiger sind am Samstag beim Abstieg vom Mount Everest ums Leben gekommen. Zwei weitere Bergsteiger sollen vermisst sein. Offenbar sind die Gruppen nach dem Abstieg am Samstag in schweres Wetter geraten.
Wir berichten in unseren Onlinediensten AZ-Web und AN-Online über das Unglück.
Die Online-Redaktion von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten
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Am 12. Mai sind Eberhard und ich von Pheriche (4.200 Meter) in einem kleinen "Gewaltmarsch" über Thukla, Lobuche und Gorak Shep in sieben Stunden zum Base Camp (5.400 Meter) zurückgekommen. Die Trekker unserer Gruppen kennen diese Strecke, die wir normalerweise in zweieinhalb Tagen mit Übernachtungen in Lobuche und Gorak Shep zurücklegen. Bei unserem Aufstieg haben wir unsere Rucksäcke einem Träger übergeben, allerdings mit dem negative Nebeneffekt, dass das Display unseres schönen Notebooks dabei irreparabel zerstört wurde und für den Rest unseres Aufenthaltes nicht mehr gebraucht werden kann.
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Jetzt sind wir 3 Tage "auf Urlaub" in der schönen Himalayan Hotel-Lodge in Pheriche auf 4.275 Meter. Gestern und heute haben wir von hier aus mehrstündige Trekkingtouren gemacht, um nicht ganz einzurosten.
Allmählich werden wir nervös, weil die Zeit läuft: Ziemlich sicher setzt ab der ersten Juni-Woche der von Indien heraufziehende Monsun ein; das heißt, viel Schnee und keine Chance, überhaupt vom Base Camp loszukommen. Das heißt andersherum: es gibt nur noch maximal 20 Tage die Chance, bei einem entsprechenden Wetterfenster von 3-5 Tagen für einen Gipfelversuch. Wie wir hören, sind aus unserer Expedition schon zwei Teilnehmer abgereist: einer, weil er krank ist; einer, weil er nicht an eine Wetterbesserung glaubt.
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Nach einer "gut geschlafenen Nacht" ertönt heute um 6 Uhr der schon gewohnte Frühstücksgong (Löffel auf Alutopf). Das Aufstehen fällt wie immer bei -15°C schwer. In dieser Höhe von 6.400 Meter gerät man bei einer unbedacht schnellen Bewegung sofort außer Atem, was wiederum durch zusätzliches Atmen ausgeglichen werden muss. Besonders große Mühe macht das Anlegen des Klettergurtes mit eiskalten Fingern. Es ist ein besonderer Balanceakt, in die drei "Schlaufen" so einzusteigen, dass hinterher alle benötigten Karabiner, Schlaufen, Achter, usw. griffbereit an der richtigen Stelle hängen.
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Zu unserer aller Überraschung zeigt sich das Wetter heute besser, als der Wetterbericht des Vorabends aussagte: Beim Wecken morgens um 6 Uhr (- 15°C wie üblich im Zelt) wenig Wind, kein Schnee, kaum Wolken. Schon längst haben die Sherpas entschieden, dass es nicht wie befürchtet hinunter zum Base Camp und damit zum Abbruch der zweiten Rotation geht sondern hinauf zum Camp 3 auf 7.100 Meter.
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Wegen der Witterungsunwissheit haben wir uns darauf verständigt, gegen 6 Uhr das Wetter "mit eigenen Augen" zu prüfen und dann zu entscheiden, ob wir nach Camp 3 aufsteigen können oder nicht. Der "Augenschein" ergibt: mit -14°C ziemlich kalt, sehr windig, leichter Schneefall.
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Nachdem wir 5 Tage nicht "on air" waren, melden wir uns nun wieder bei unseren Blog-Lesern. Dass es keine Beiträge gab, hatte zwei Gründe: Erstens musste unser Communication Manager Allan Smith zurück nach Hause (Kalifornien), weil sein 88-jähriger Vater erkrankt war. Zweitens, weil Eberhard und ich zur zweiten Akklimatisations-Rotation "am Berg" waren. Hier nun unser Bericht zu den letzten Tagen, beginnend mit dem 4. Mai.
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Der Wetterbericht und die Berichte aus Camp 3 hören sich inzwischen besser an. Statt der Windgeschwindigkeiten von 160 km/h am Gipfel und von über 100 km/h im Bereich von Camp 3 soll der Wind morgen dort nachlassen und auf unter 50 km/h heruntergehen.
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Nachdem gestern Abend noch nahezu klar war, dass zumindest einige von uns morgen früh um 5 Uhr zum zweiten Mal durch den gefährlich-schönen Eisfall das Base Camp in Richtung Camp 2 verlassen würden, zeichnet sich jetzt ab, dass wir noch weiter warten müssen.

Der aktuelle Wetterbericht sagt für die nächsten Tage "heavy winds", das heißt, mit über 120 km/h auf den Hochlägern voraus. Deshalb ist unsere zweite Akklimatisations-Rotation auf Camp 3 (circa 7.200 Meter) noch nicht möglich, da zu gefährlich wegen Steinschlag, Lawinen, und so weiter. So richten wir uns noch auf einige Tage im Base Camp ein, was mir (Paul) wegen der Rippenprellung sehr entgegenkommt.
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