1. Blog Mathieu
    - Chefsachen aus der Redaktion
  2. Menschenskinder
    - Ein Vater berichtet über Kind und Kegel
  1. Aixtra Bewusst
    - Arno Ostländer über (Zwischen-)Menschliches
  2. Auf der Couch
    - Die Therapiestunde mit Monika Koch
  3. Motorblog
    - Rolf Reiners über alles, was rollt
  4. Querbeet
    - Peter Behrens aus dem grünen Bereich
  1. Aachener Allerlei
    - Das tägliche Leben im Westzipfel
  2. Bitte, bitte! Danke, danke!
    - Kartoffelkäfer, Tivoli-Kicker und Fußballkult
  3. Sportplatz
    - Spannende Spiele und pfiffige Vereine
  4. Weltweit
    - Aus der Region rund um den Globus
Samstag, 17. April 2010
Rauchen und Stress!
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und das Rauchen stehen möglicherweise in einem direkten Zusammengang. Rauchen soll ja angeblich beruhigen und von Angst und Sorgen befreien oder diese lindern? Stimmt das in Ihren Augen?

Das Thema ist gerade besonders aktuell. Der Flugzeugabsturz in Polen, mehrfache Schlagzeilen über den Tod deutscher Soldaten im Krieg in Afghanistan und auch die Skandale um die katholische Kirche mit ihrem darüber schweigenden deutschen Papst.

Dazu noch die regionalen Schlagzeilen zu dem vermissten Mädchen in Aachen und dem verstorbenen 16-jährigen Jungen, der aus dem fahrenden Bus sprang ...
Wir sind immer wieder durch Ereignisse aus dem Zeitgeschehen oder unserem Umfeld berührt. Sicher gibt es immer wieder Dinge, Du uns (be-)treffen und belasten. Das wird sich wohl auch nie ändern.

Hilft rauchen in solchen Momenten wirklich weiter?

Posttraumatische Belastungsstörungen können nach schlimmen, traumatischen Erlebnissen entstehen. Dies sind Ereignisse, welche die Gefahr einer ernsthaften Verletzung, eine Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder den Tod anwesender Personen beinhalten. Typisch dafür sind Unfälle, Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe, gewalttätige Auseinandersetzungen, Naturkatastrophen, Folter und Krieg. Die Posttraumatische Belastungsstörung beginnt typischerweise einige Wochen oder Monate nach dem traumatischen Ereignis.

Nur bei einem gewissen Teil der Menschen, welche von derartigen Ereignissen betroffen wurde, entwickelt sich eine posttraumatische Belastungsstörung. Auch Beobachter solcher Vorfälle können unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Sicherlich kann man auch sehr ergriffen und berührt sein, wenn man vom Leid Dritter erfährt und mit leidet, statt mit zu fühlen.

In solchen Momenten kann man doch nicht das Rauchen aufgeben – was meinen Sie?

Wenn Sie rauchen, dann sollten Sie den nachfolgenden Teufelskreis einmal ansehen, der sehr anschaulich darstellt, wie problematisch das Rauchen gerade in solchen Momenten ist. Ebenso trifft dies auf das Trinken von Alkohol zu.

Ein Team von Wissenschaftlern untersuchte die Gesundheitsakten von 6.744 männlichen Zwillingspaaren, die während des Vietnamkrieges in den amerikanischen Streitkräften gedient hatten. Die Analyse ergab, dass bereits vor der Traumatisierung rauchende Soldaten, die einer traumatischen Erfahrung ausgesetzt waren, über ein doppelt so hohes PTBS-Risiko verfügten.

Ergebnis: Das Nikotin hat einige der gleichen neurobiologischen Bahnen stimuliert, die auch mit Stress und Sucht in Verbindung stehen. Rauchen könnte daher diese Bahnen sensibilisieren. Zusätzlich zeigte sich, dass Menschen nach einer traumatischen Erfahrung eher dazu neigten, mit dem Rauchen anzufangen. Ein Teufelskreislauf, da Rauchen die Symptome der PTBS nur kurzfristig abmildert, auf lange Sicht jedoch verstärkt.

Somit ist es so, dass man durch das Rauchen seine Emotionen eher noch verstärkt und nur versucht, die Auswirkungen zu mildern. Dabei reduziert man in der Regel aber nur das Suchtverlangen nach Nikotin.

Bei einem Alkoholiker würde man auch sagen, dass trinken die Probleme nicht löst, sondern nur verschiebt. Wenn es um das Rauchen geht, so ist man der Meinung, es löse Probleme. Aber hier ist es nicht besser. Die Probleme bestehen und sie verschlimmern sich, weil man sie von sich weg schiebt. Gleichzeitig schadet man massiv der Gesundheit.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie dazu bringen konnte, darüber nachzudenken, dass Nikotin Ihnen nicht hilft. Vor gut 3 Jahren habe ich aufgehört, 80 Zigaretten am Tag zu rauchen. Schön wäre, wenn ich Ihnen an dieser Stelle Mut machen kann, mir auf diesem Weg zu folgen.

Arno Ostländer, Ansprechpartner für Raucherentwöhnungen in Aachen

 Kommentare (3)    Trackbacks (3)  

Trackback URL von "Rauchen und Stress!"
Adresse per Rechtsklick kopieren und in Ihrer Blogsoftware verwenden
Hypnose in Aachen und der Euregio
Die Euregio Maas Rhein ist eine besondere Gegend. Auch in Sachen Hypnose ist in Aachen und Umgebung viel in Bewegung. Hypnose Aachen In Aachen und Umgebung gibt es immer mehr Kollegen in Sachen Hypnose. Die Sichtweise ändert sich und die Men
Weblog: AZ/AN-Blog
Aufgenommen: Apr 10, 22:34
Rauchfrei leben: Tipps und Tricks zur Rauchentwöhnung
Viele Menschen würden gerne das Rauchen aufgeben und endlich rauchfrei leben. Auch wenn man es sich selbst nicht eingestehen kann, so ist der Wille da. Jeder Raucher will aufhören. Aber es besteht eine Unsicherheit, ein Hin und Her der Angst. Man mein
Weblog: AZ/AN-Blog
Aufgenommen: Jan 08, 21:40
Rauchen aufhören in der Schwangerschaft
Am 7. Mai ist die 1. Öcher Mädchere Nacht, sagen die Aachen Arkaden. Nehmen wir diesen anstehenden Tag doch einmal als Anlass für etwas, dass den „Mädchen“ vorbehalten ist, das Thema „Rauchen aufhören in der Schwangerschaft“. Ist es gut und ratsam, da
Weblog: AZ/AN-Blog
Aufgenommen: Jan 08, 21:41

20.07.2012 13:57 Uhr
Karsten Korbach kommentiert
Leider fällt es nicht jedem leicht, das Rauchen auf zu geben. Das liegt daran, dass nicht jeder Mensch gleich auf das Nikotin reagiert und jeder ein anderes Suchtverhalten an den Tag legt.
Es gibt sogenannte Partyraucher, die wochenlang nicht rauchen und dann, bei bestimmten Anlässen kurzfristig qualmen wie ein Schlot.
Daneben gibt es Gewohnheitsraucher, die nur bei bestimmten Tätigkeiten rauchen. Sie brauchen einen Schlüsselreiz um zur Zigarette zu greifen.
Und es gibt echte Suchtraucher. Diese Menschen spüren echte Krankheitssymptome wenn sie längere Zeit nicht rauchen.
Dazwischen existieren viele Mischformen von Rauchern.
Ich selbst war ein Suchtraucher und habe mir das Rauchen nur sehr schmerzhaft abgewöhnen können. Um die durch das Rauchen freigesetzten Endorphine dennoch zu erhalten, habe ich mir selbst ein Belohnungssystem aufgebaut.
Für jede Woche ohne Zigarette gönnte ich mir den Luxus, am Wochenende Freunde zu einer gemeinsam gerauchten Shisha ein zu laden. Die Nikotinaufnahme ist dabei gering und das Rauchen wird zu einem seltenen gesellschaftlichen Ereignis. Jedes mal, wenn ich in Versuchung geriet, zur Zigarette zu greifen, erinnerte ich mich daran, dass es nächsten Samstag nur zu diesem erfreulichen Ereignis kommen würde, wenn ich jetzt nicht rauchte. Das half.

20.07.2012 17:33 Uhr
Arno Ostländer kommentiert (Homepage)
Danke für den Hinweis, aber es geht um das Thema Raucherentwöhnung und nicht um ein "besseres" Rauchen. Raucherentwöhnung mit Rauchen belohnen halte ich nicht für die effektivste Methode, muss ich sagen.
Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel
Bitte geben Sie hier Ihren Kommentar ein:
Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:
Ihre Homepage:
Antworten auf:
 
 
Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
senden     Vorschau 

  
Unser Experte bloggt über Menschen, Gedanken und Chancen.
Mai '13
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    
Zurück zurück weiter Vorwärts