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Der Begriff Borderline-Störung (BLS) wird in den Medien geradezu inflationĂ€r und meist in Unkenntnis des Krankheitsbildes missverstĂ€ndlich benutzt und mit Mythen belegt, die vor allem den spektakulĂ€ren Aspekt dieser Emotionsstörung herausstreichen. AussprĂŒche wie: “Oh Gott, ein Borderliner, haben Sie auch eine schnelle Notrufschaltung“?, hört man genauso wie: “Bloß nicht auf so eine(n) einlassen, die sind ja uneinsichtig bis gefĂ€hrlich!“, wenn es um Menschen mit einer BLS geht. Diesem Blog, der als allgemeine thematische EinfĂŒhrung gedacht ist, werden detaillierte Fachblogs folgen.


Trotz einer unĂŒbersehbaren Zahl von Ratgebern,Artikeln und Chat-Rooms der Menschen, die mit dieser Diagnose leben mĂŒssen, werden „Borderliner“ noch immer heftig diskriminiert und realitĂ€tsfern dargestellt. Dieses Bild eines Borderline-Menschen bestĂ€tigt jedoch nur Stereotypen und bedient verhĂ€ngnisvolle Klischees,die weder der RealitĂ€t entsprechen, noch dem Leid der Betroffenen gerecht werden.

Andererseits eilt Menschen mit BLS der Ruf voraus,völlig unkontrolliert und vor allem unverantwortlich impulshaft zu sein.
Erinnert man sich jener Aufnahme, in welcher Michael Jackson, als einer von vielen prominenten Borderlinern,sein Baby komplett waghalsig und unbesorgt ĂŒber die BrĂŒstung eines Balkones hielt, den Fans sein Kind fast wie eine TrophĂ€e und als Fanal seiner Unschuld entgegenhaltend, lĂ€uft es einem durchaus eiskalt den RĂŒcken herunter.

Was veranlasst einen Menschen sich so zu verhalten,sind es wirklich ursĂ€chlich nur die bekanntermaßen begleitenden Drogen ? Warum verkommt hier der vielleicht positive Ansatz einer Demonstration der eigenen Vaterrrolle zu einem völlig ĂŒberzogenen und bedenkenlos wirkenden Akt, bei dem man die dahinterstehende,archaische DestruktivitĂ€t zu ahnen vermag ?
Jackson wollte vermutlich seine Fans von seiner vĂ€terlichen IntegritĂ€t ĂŒberzeugen und imponieren,zeigt aber stattdessen ein unverstĂ€ndliches,weil dem Ziel entgegensprechendes Verhalten,und demonstriert damit perfekt seine eigene innere Zerrissenheit,seine Doppeldeutigkeit, was andere Menschen letztlich auch verunsichert oder sogar, im Beispiel von M.Jackson,abstösst. ( Vgl. hierzu die Double-bind-Aspekte der BLS im nachfolgenden Blog zwei).

Aber leider sind es genau solche Horrorszenarien, oft vermischt mit diffusen Halbwahrheiten, welche die Sensationslust der Menschen befriedigen.Gierig werden Leben und Beziehungen von Prominenten analysiert,denen man eine BLS nachsagt.
Seriöser gehen Schriftsteller damit um,die sich offen dazu bekennen ein „Borderline-Mensch“ zu sein. So z.B.die Schriftstellerin Brigitte Schwaiger (u.a. :„Wie kommt das Salz ins Meer“), die eindrucksvoll ihre Borderlinepersönlichkeit im Buch : „Fallen lassen“ beschreibt,(erschienen im Czernin Verlag, Wien).
Der Schriftsteller Peter Detert bekennt sich zur BLS- Diagnose mit seinem biografischen Buch „Auf der Kippe“..,(Heyne-Verlag, MĂŒnchen).
Übrigens auch Picasso und die Komponisten Chopin, Gustav Mahler, Mozart und der Dichter Reiner Maria Rilke,sollen Menschen mit einer Borderline-Störung gewesen sein.Genie und „Wahnsinn“ gelten bekanntlich immer als sehr nahe Partner bei schöpferischen und irgendwie ungewöhnlichen Menschen.

Aber genau dieses ungewöhnliche,widersprĂŒchliche,oftmals,je nach Schweregrad der Erkrankung, absolut schwankende und launenhaft- exzentrische Verhalten,zeichnet vor allem Promis aus,die sich damit vermarkten und sich damit quasi "zelebrieren" können.
Sie werden mehr faszinierend als unsozial oder krank bewertet und insofern ist die Modediagnose : Borderline –zumindest fĂŒr berĂŒhmte Menschen- nicht nachteilig,wenn nur weiter gute Auflagen, Einschaltquoten bzw.ausgebuchte Konzerthallen,eben auch durch negative Publicity, erreicht werden.
Und schliesslich gibt es dann als "letzten Ausstieg" den psychischen und physischen Zusammenbruch des an sich selbst erschöpften Prominenten,wie die bekannten Beispiele von Robbie Williams, Amy Winehouse und vielen anderen Stars ebenfalls belegen.

Borderline ist aber natĂŒrlich nicht nur eine Promi-Krankheit und daher auch keinesfalls eine Modediagnose, sondern eine Störung, die sich durch alle sozialen Schichten zieht und in deutlicher Zunahme begriffen ist. Warum dies so ist, wird an anderer Stelle noch nĂ€her erlĂ€utert.

Auch die Autorin und bekennende „Borderlinerin“: Susanne Kaysen, beschĂ€ftigt sich mit der parallelen Welt des Borderline-PhĂ€nomens unter dem Titel :“Seelensprung“( 1994).Im Film “Durchgeknallt “( das Buch zum Film im Weltbild Verlag, Augsburg ) zeigen u.a.hier Winona Ryder und Angelina Jolie „spielerisch“die eigene Betroffenheit !
Klar stellt sich in Literatur und Filmen immer wieder die borderlinetypische ĂŒberdimensionale Furcht vor dem Verlassen-Werden heraus und der rabiate Wechsel zwischen NĂ€he und Distanz, bis zur schroffen Ablehnung und Handgreiflichkeiten, aber auch meist Gewalt gegen sich selbst.

Sowohl in den genannten Buchbeispielen,als im Film, wird ebenfalls eines herausgearbeitet: die Bedeutung von Freundschaften mit Nicht-Betroffenen.

WĂ€hrend Borderliner unter sich so eine Art Paralleluniversum aufbauen,sich meist eher in der virtuellen Welt oder realen Klinik begegnen und sich dort z. B.ĂŒber Art und Weise von Selbstverletzung (Ritzen ),Suizidversuchen oder TherapieabbrĂŒchen und Adressen kundiger Therapeuten austauschen können, vermag durch die Freundschaft und Liebe zu einem „Gesunden“ manchmal eine RealitĂ€tsprĂŒfung und der allmĂ€hliche Ausstieg aus dieser Bordeline-Welt schrittweise gelingen.

In der bunten Welt der Medien werden Promis mit einer BLS bis ins kleinste Detail seziert. Einerseits sorgen sie selbst immer wieder dafĂŒr,andererseits ist manche Kampagne auch entsprechend gnadenlos.
Heather Mills, Exfrau des Beatles Paul Paul Mc Cartney und ebenfalls prominente Borderlinerin,ist lange Zeit mit ihren rĂŒcksichtslosen Schlammschlachten durch die Presse gegangen.
Auch KĂŒnstler wie Madonna sollen eine BLS haben.

Britney Spears- mit exessiven DrogenausfĂ€llen- und VorwĂŒrfen,die eigenen Kinder extrem vernachlĂ€ssigt zu haben, war fĂŒr die Medien ebenfalls ein„gefundenes Fressen“. Britneys geschorener Kopf, der durch die Presse ging, wirkte - so mutet es an - fast wie eine Art Selbstbestrafungsaktion,gebĂŒndelt mit einer gewissen Rebellion,sich ganz neu „erfinden zu wollen“.

Weiter ist bekannt,dass auch die klar erkennbar magersĂŒchtige Winona Ryder an einer Borderline-Störung (BLS) leidet,und auch Kurt Cobain,aber auch Marilyn Monroe und James Dean daran gelitten haben sollen.

Naomi Campbell ist gerade wegen ihrer Launen und heftigen Wut-und ZickenanfĂ€lle beliebtes Pressethema, ebenso die bekannt gewordene Depression bei „Borderliner“ Robbie Williams. Bei Kate Moss und den Rolling Stones-GrĂ¶ĂŸen Keith Richards und Michael Jagger sind es vor allem die ungeheuren Suchtprobleme,welche die Grunderkrankung BLS fast immer begleiten. Auch Angelina Jolie,Drew Barrymore,Lady Gaga,Nina Hagen und eindeutig Amy Winehouse, u.v.mehr,sollen betroffen sein.

Und was dann auf die BĂŒhne, das Filmset oder den Laufsteg verlagert wird,ist abhĂ€ngig vom Publikum und dessen Applaus,high und gierig nach der anonymen Liebe der Fans.So bietet sich kurzfristige Erlösung an,die BĂŒhne wird zur Therapie,aber eben nur bis nach dem Auftritt.

Sicherlich liegen bei einigen der genannten heutigen Promis nachweisliche BLS-Symptome vor,wie extreme WutanfĂ€lle, hochgradige ImpulsivitĂ€t und entsprechende, manchmal minĂŒtlich wechselnde Stimmungsschwankungen, instabile,stĂ€ndig wechselnde Beziehungen,aber auch Selbstverletzungen,grundsĂ€tzlich immer ein Suchtfaktor und damit Drogenmissbrauch sowie begleitende Depressionen, aber auch Magersucht und Bulemie. u.a.PhĂ€nomene..Andererseits reden wir hier auch ĂŒber sensible und oftmals hochbegabte Menschen,die gerade vielleicht weil sie eine BLS haben,so unglaublich erfolgreich wurden..

Aber eigentlich geht es immer vor allem um die narzistische Eigenumdrehung, aber auch um die Selbstzerstörung. Borderliner leben oft in einer Art chronischer SuizidalitĂ€t,die das Leben unertrĂ€glich macht und auch fĂŒr nahe Angehörige die Hölle ist.

ImpulsivitĂ€t galt vor nicht allzu langer Zeit noch als etwas liebenswertes,jedoch auch kindlich-naives,dem Erwachsen- Sein ziemlich GegenlĂ€ufiges. Überproportionale ImpulsivitĂ€t und Handeln- ohne das Bedenken möglicher Folgen- gelten allerdings u.a. als typische und gefĂŒrchtete Borderline- Eigenschaften.

Betrachtet man dies jedoch unter dem Blickwinkel unserer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung, stellt man staunend fest, dass ImpulsivitĂ€t heute einen eher positiven Status geniesst, ja geradezu aufgerufen wird, sich nichts, aber auch gar nichts durch langwieriges AbwĂ€gen vermiesen zu lassen und sofort Zuzugreifen,alles Mitzunehmen und unverzĂŒglich zu Geniessen,
( SchnÀppchenmentalitÀt,Konsumterror,Gier..).

InmpulsivitĂ€t lĂ€sst Schamgrenzen im allgemeinen zĂŒgig verschwinden und so gelten selbstbezogene, narzistische,also egomanische ZĂŒge wie z.B. die eines recht abwertenden,seltener aufwertenden Dieter Bohlen,als erfolgreich. Insofern ist auch verstĂ€ndlich, dass der selbstverliebte und oft impulsiv wirkende Bohlen gerade bei jungen und noch unfertigen Menschen als megacool ankommen muß.
Denn Bohlen bringt es in der Tat meist fertig,gleichzeitig locker und auch autoritÀr zu sein, also faszinierend doppeldeutig ; ebenfalls ist dies der Moderator Stefan Raab und andere bekannte Namen dieses Medienzirkus,wie Oliver Pocher,Harald Schmidt...

Guter Witz und Kabarett lebt ĂŒbrigens immer auch von einer bewussten Doppeldeutigkeit, die sich allerdings auch auflösen lĂ€sst.
Doppeldeutigkeit in der menschlichen Kommunikation und im Verhalten kann dagegen Ausmasse annehmen,die ein echtes Miteinander auch erschweren können. Andererseits lĂ€sst ĂŒbrigens eine gewisse Unklarheit und Doppeldeutigkeit grundsĂ€tzlich zu, sich nicht festlegen zu mĂŒssen und so selbst (angeblich) unangreifbar zu werden,weil man ĂŒber vieles eine Meinung demonstriert, ohne sie wirklich real haben zu mĂŒssen ! Sarkastisch ausgedrĂŒckt : Hauptsache ,die Quote stimmt oder die Wahl ist gewonnen !

Ähnlich verhĂ€lt es sich mit Trends: was In und was Out ist oder Was oder Wer noch eben angesagt ist und plötzlich ohne BegrĂŒndung einfach nur noch total out ist.
Die Trend-und Meinungentwicklung ĂŒberholt sich dabei quasi selbst, ist in einer ungeheuren Beschleunigungsspirale, und keiner möchte etwas dabei verpassen !

In dieser beschleunigten Zeit hat hÀufig Karriere oder die nackte Existenzsicherung oberste PrioritÀt. Kinder und Jugendliche vergammeln ihre Zeit nicht selten unkontrolliert mit Gewalt-und Pornoseiten im Netz.

Ebenfalls ist nachweislich und zu beobachten,dass die wachsende Arbeits-und damit Perspektivelosigkeit ein destruktiver „NĂ€hrboden„ fĂŒr immer mehr Borderline-Erkrankungen sein wird : denn es gibt immer mehr heranwachsende Menschen mit mangelhaftem Selbstbild (IdentitĂ€t) und immer weniger Vertrauen in sich und die Anderen und es wachsen faktisch immer mehr vernachlĂ€ssigte,missbrauchte kleine Menschen in destruktiven,verwahrlosenden VerhĂ€ltnissen auf.


Insofern kann die BlogĂŒberschrift : Modediagnose :Borderline ,abgewandelt und eindeutiger auf jeden Fall lauten: Borderline-Störung :Ein wachsendes Symptom unserer Gesellschaft !
Unsere heutige Gesellschaft lebt bereits in einem doppeldeutigen,sich widersprechenden Zustand und daher in einem Paradoxon :Einerseits werden wir immer sprachloser und damit gefĂŒhlsĂ€rmer und gleichzeitig leben wir in einer Informations-und damit auch– GefĂŒhlsĂŒberflutung und stĂ€ndigen Überreizung,die zur Abstumpfung und Abspaltung von Emotionen fĂŒhren kann.
Es kommt zu einer GefĂŒhlsverflachung !


GefĂŒhle werden hĂ€ufig stellvertretend in die Medien verlagert und erlebt, in virtuellen Welten gefunden oder dĂŒrfen sich in Folge xy der Tages-Soap oder der Serie so richtig "reinschmeissen",hier kann man wunderbar am Pseudoleben der Kunstfiguren teilnehmen,sich identifizieren oder sie ablehnen,wĂ€hrend in der RealitĂ€t oft echte Beziehungen vernachlĂ€ssigt und sprachlos werden.

Ereignen sich dann tatsĂ€chlich traumatisierende und tiefgreifende Situationen,schĂŒtzt jeden Menschen zunĂ€chst die FĂ€higkeit des Abspaltens (Dissoziation )von Entsetzlichem und Erlebtem und vor einem totalen Zusammenbruch.Sie dient auch der akuten SchockbewĂ€ltigung. Ein missbrauchter oder gefolterter oder auch vergewaltigter Mensch, kann eigentlich nur durch diesen Spaltungsmechanismus psychisch langfristig ĂŒberleben.
Andererseits sind es die gleichen GefĂŒhlsmechanismen der Dissoziation und völligen GefĂŒhlsabspaltung,die einen AmoklĂ€ufer oder SelbstmordattentĂ€ter ĂŒberhaupt in die Lage versetzen, einfach nur noch wie in einem Rausch und Ausnahmezustand und schliesslich emotionslos zu töten.

Ein Mensch mit einem Borderline-Syndrom dagegen hat genau das entgegengesetzte Problem, er leidet unter stĂ€ndiger GefĂŒhlsĂŒberflutung im Hier und Jetzt,ist ihr unausgesetzt ausgeliefert,sitzt in seinem eigenen verwirrenden GefĂŒhlsgefĂ€ngnis und ist dort total seiner eigenen hohen inneren Spannung ausgeliefert,die er oft nur durch geplante und nicht immer spontane Selbstverletzung reduzieren kann.

Der Borderline-Betroffene richtet Gewalt primÀr gegen sich selbst, ist also autoaggressiv,selten gewalttÀtig gegen Andere, und- wenn doch- immer nur unter Begleitung anderer zusÀtzlicher psychischer Störungen und Symptome,welche die BLS dann verstÀrken. (vgl.Folgeblogs u.a. unter dem Stichwort:KomorbiditÀt ). Die Autoaggression kann in letzter Konsequenz im Suizid enden.

Dabei kann dieser betroffenes Mensch aber auch in manchen FÀllen -trotz ursÀchlicher traumatisierender Erlebnisse- total im sozialen Leben integriert sein und so gar nicht dem Bild des typischen Borderliners entsprechen.
Er wirkt dann Ich-synton,ohne es wirklich zu sein,hat eben anpassende Rollenmechanismen entwickelt, die ihm „geglaubt werden“,die er auch selbst immer wieder kultiviert,bis eine echte Lebenskrise Borderline-Symptome deutlich machen können.

Borderline-Betroffener zu sein bedeutet nicht nur eine sehr hohe EmotionalitĂ€t und oft großes EinfĂŒhlungsvermögen zu haben, sondern auch große LoyalitĂ€t gegenĂŒber Menschen,zu denen Vertrauen gefasst wurde.

Ein Borderline-Mensch zeichnet sich i.d.R. durch ein Persönlichkeitsbild mit vielen Facetten aus,ist oftmals ĂŒberdurchschnittlich intelligent und kreativ, arbeitet sehr intuitiv,verfĂŒgt ĂŒber einen großen Gerechtigkeitssinn,ist hartnĂ€ckig,gibt ungerne auf und zeigt sich meist sehr hilfbereit und flexibel.
Was aber den Umgang mit einem Borderline-Menschen dennoch zu einer GefĂŒhlsachterbahn werden lĂ€sst,möchte ich den nachfolgenden Blog noch ausfĂŒhren.



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11.04.2010 14:28 Uhr
Puh kommentiert
Wie kann ein Artikel, der fĂŒr sich anscheinend beansprucht, kritisch zu sein, so reißerisch und einseitig daherkommen?

Abgesehen davon, dass der Artikel faktisch falsche Passagen enthĂ€lt (z.B. findet man Dissoziation in jedem Fachbuch als Symptom, welches gerade erst zu den selbstschĂ€digenden Handlungen fĂŒhrt!) und somit Unkenntnis ĂŒber das Krankheitsbild zulĂ€sst, schĂŒren sie noch die Sensationslust der Menschen und falsche, hobbypsychologische Diagnostzierungen aus der Ferne, indem sie möglichst viele Prominente mit BPS nennen.

Leute wie sie schĂŒren die Vorurteile gegen Menschen mit Borderline-StĂŒrung noch, anstatt sie abzuschwĂ€chen.
Sie nennen sich "Therapeutin", die Menschen glauben ihnen, und so tragen sie das Wort immer weiter in unsere Gesellschaft hinein.
Was wir brauchen, ist echte AufklÀrung und keine Sensationsgeilheit frei nach "BILD".

Ich weiß, dass sie diesen Kommentar nicht veröffentlichen können. Denken Sie nur mal bitte darĂŒber nach, was sie mit ihrem leichtfertigen GeplĂ€nkel hier anrichten. Es geht hier um die Betroffenen, die hĂ€ufig gegen großflĂ€chige Stigmatisierung ankĂ€mpfen mĂŒssen.

12.04.2010 11:35 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
ZunĂ€chst danke fĂŒr Ihre Meinung.

Ich beanspruche im allgemeinen fĂŒr mich- speziell in diesen Blogserien zu bestimmten Themen -nicht die hochbrilliante Wissenschaftlichkeit eines Fachartikels,sondern muss allgemeinverstĂ€ndlich sein, was fĂŒr Sie eher populistisch zu sein scheint.
Genau das aber ist gerade nicht meine Intention.

Um Borderline das absolut negativ Stigmatiserende zu nehmen, ist AufkĂ€rung wichtig, hier stimme ich völlig mit Ihnen ĂŒberein.
Andererseits aber ich finde es durchaus legitim,komplexe psychische Störungen exemplarisch mit Beispielen aus der Glamourwelt und bekannten Menschen mit Promifaktor- fĂŒr den Nicht-Betroffenen- erklĂ€rlicher zu machen und den Kampf auch berĂŒhmter Menschen mit diesen Symptomen und Verhaltensmustern darzustellen.

Dem (vermeintlich) magisch-unverstĂ€ndlich-gefĂ€hrlichen wird eher so die Kraft genommen und der Leser weiß letztendlich,
Borderline kann alle und jeden betreffen, vorausgesetzt bestimmte emotionale Muster und Verhaltensmuster sind erkennbar.

Und genau das ist der Sinn meines(r) Blogs : Borderline betrifft berĂŒhmte Menschen genauso wie zum Beispiel die VerkĂ€uferin im Supermarkt, nur leider interessiert sich fĂŒr deren Schicksal kaum jemand, es wird aber womöglich nachvollziehbarer, wenn Promis hier quasi "erklĂ€rend" Pate stehen..

Ich empfehlte Ihnen dringend sowohl den von Ihnen kritisierten Blog,als auch den eingestellten Nachfolgeblog, als auch noch die noch folgenden Blogs, zum Beispiel zum Thema : Borderline und Partnerschaft, im Gesamtkontext auf sich wirken zu lassen,ehe Sie alles einfach nur als "GeplÀnkel"abqualifizieren !

Sie können davon ausgehen,dass ein erster Blog bei einem solch umfassenden Thema immer zunĂ€chst nur als große EinfĂŒhrung gelten kann, um dann in tatsĂ€chlich hilfreiche Details und Kriterien dieses Krankheitsbildes weiter zu gehen, welche ja im zweiten Blog, wenn Sie hier mal reinschauen ,auch bereits angedeutet und in Folgeteilen fortgefĂŒhrt werden.

Zum Thema Dissoziation haben Sie einerseits recht mit Ihrer "Schelte", andererseits aber auch wieder nicht : Denn in der Tat ist diese geistige FÀhigkeit des Menschen sowohl Fluch als auch Segen zugleich und schliesslich Basis jeglichen VerdrÀngungsprozesses in unserem Unterbewusstsein, ermöglicht manchmal noch menschliches Reagieren,bevor die Traumatisierung greifen kann :

Denken Sie an einen Helfer bei einem UnglĂŒck, der gegen sein eigenes Grauen ankĂ€mpfen muss,um ĂŒberhaupt helfen zu können, und oft geht dies eben zunĂ€chst durch das "WegdrĂŒcken oder Abspalten" unbewusster und/oder tatsĂ€chlich realer belastender Inhalte, was dann jedoch in der Folge wieder Ausdruck im sich spĂ€ter hieraus entwickelndem posttraumatischen Syndrom finden kann.

Wie die VerdrĂ€ngung manchmal nach vielen Jahren- ausgelöst durch bestimmte Trigger- sich plötzlich auflöst und dies den Menschen dann sowohl sehr quĂ€lt und gleichzeitig auch fĂŒr manche als Befreiung empfunden werden kann, ist hochaktuell nachzulesen bei dem Thema von langjĂ€hrig zurĂŒckliegenden Missbrauchtaten.
Wie mutig ist es hier doch von den Opfern sich exemplarisch in die Öffentlichkeit zu stellen und sich auch damit wenigstens ein StĂŒck weit"zu befreien ".
Wenn ich allerdings dem Tenor Ihrer Kritik folge, mĂŒssten Sie das wohl auch ( nur ) als sensationslĂŒstern ablehnen..,oder ?

Ebenfalls ermöglicht die scheinbar vor der Selbstverletzung " gefĂŒhllose Ă€ussere Haut" bei manchen Borderline-Erkrankten, bei gleichzeitiger hochgradiger emotionaler,innerer Erregung, quasi als ein Dissoziationseffekt, dass ein Betroffener sich in die Haut ritzt oder sogar immer tiefer schneiden KANN UND MUSS, "um sich wieder zu fĂŒhlen ", oder der inneren Leere und dem inneren Grauen zu entgehen..oder,oder,oder...
Auch dies ist im Blog 1-2 zum Thema Borderline bereits angesprochen und thematisiert !!

Insofern denke ich nicht verantwortungslos mit der Thematik umzugehen oder gar "sensationsgeil frei nach Bild " zu argumentieren,wie Sie im Kommentar meinten, denn in der Tat geht es MIR um verstÀndliche AufklÀrung und damit Psychoeducation !!


Und es mag entsetzliche Vorkommnisse und damit Traumatisierungen im Leben von Menschen geben, wo es in der Tat sogar besser ist, wenn alles im tiefsten Keller des Unterbewusstseins verschlossen bleiben kann und Therapie dann bestenfalls nur begleiten und nur dann aufdeckend arbeiten sollte, wenn der Hilfsauftrag klar vom betroffenen Menschen herĂŒberkommt.

Borderline und sexueller UND/ODER EMOTIONALER konstanter Missbrauch und die mit verursachende und ebenso begleitende Dissoziation von Betroffenen, wird ĂŒbrigens ebenfalls noch- jedoch nicht total erschöpfend- in Folge behandelt. Dies ist an sich schon einen Extra-Blog wert.

Insofern sollten Sie Ihren Ärger vielleicht noch Mal ĂŒberdenken und zulassen, dass ich gewiss verantwortlich mit Themen, aber vor allem mit den Menschen umgehe, denn wĂŒrde ich das nicht und entsprĂ€che dem "Feindbild", dass Sie von mir bauen, mĂŒsste ich in der Tat schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden !

Ist das fĂŒr Sie so (eher ) in Ordnung ?
Ihre Monika Koch

22.07.2010 14:25 Uhr
Anonym kommentiert
Ja, nee, is klar. Was man jahrelang mit Borderlinern (nein, nicht in einer Beziehung ... so weit kommtÂŽs noch!) erlebt, ist natĂŒrlich alles nicht wahr und natĂŒrlich nur Klischee.
Nein, Borderline kann nicht mehr jeden betreffen, manche sind dafĂŒr einfach schon zu alt ...
meine fresse

01.09.2010 10:13 Uhr
anonym kommentiert
Ich finde das Schwarz-Weiß-Denken (was ja eigentlich auf Borderliner zutreffen soll): entweder Borderline oder gesund falsch. Ich selbst, aber auch einige Freunde und Bekannte von mir wurden mit der Diagnose konfrontiert, bei mir hieß es, ich hĂ€tte diese Störung, aber nicht voll ausgeprĂ€gt, vorher und nachher bei anderen "Fachleuten" sollte es wieder gar nicht zutreffen, zwei weitere Freundinnen bekamen die Diagnose, die dann von anderer Seite wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht wurde. Auch gibt es Leute ohne jegliche Diagnose, die dennoch einzelne Merkmale aufweisen. Ich denke je nach StĂ€rke der Traumatisierungen und Möglichkeiten der Kompensation gibt es unterschiedliche AusprĂ€gungen der Störung, eine "Heilung" ist dann dementsprechend leichter bis sehr schwer zu erreichen.
23.03.2011 15:34 Uhr
xxx kommentiert (Homepage)
hallo, fĂŒr mich ist das beschriebene chaos normal. ich versuchte frĂŒher immer den weg zurĂŒck zufinden. heute winke ich dankend ab. die "normalen" leben nicht besser oder schlechter als ich. jeder geht seinen einzigartigen weg... maidreja
28.07.2011 20:10 Uhr
anonym kommentiert
Liebe Frau Koch,

ich habe ihren Artikel gerne gelesen und finde ihn keineswegs reißerisch und einseitig.
Wenn ich durch das Netz google und das Stichwort "Borderline" eingebe, eröffnen sich abertrausende von Seiten, bei denen es immer nur um die Erkrankten selbst geht, Schmuseecken, in denen sie stets unter sich (das Paralleluniversum)sich selbst bemitleiden, aber auch bewundern und bestĂ€tigen.Es ist Ă€ußerst schwer, wenn nicht sogar unmöglich, eine Plattform nur fĂŒr die "Mitleidenden" (sorry, mir fĂ€llt gerade kein besseres Wort ein) zu finden. Man rĂ€umt ihnen hin und wieder eine schmale Rubrik ein, in denen sie sich austauschen dĂŒrfen. Auch Selbsthilfegruppen sind rar gestreut. In meiner Gegend gibt es z.B. keine.........
Das Leben mit einem Borderliner kann man kaum nicht reißerisch und einseitig darstellen. Menschen, die keine Erfahrung damit haben, kann man es unmöglich schildern, weil es meistens komplett absurd ist und man große Gefahr lĂ€uft, selbst fĂŒr meschugge erklĂ€rt zu werden, wenn man die Geschehnisse mitteilt.

29.07.2011 12:14 Uhr
JOHN kommentiert (Homepage)
BORDERLINER sind s o z i a l (!) bedingt GESTÖRTE,
also s o z i a l (!) GEKRÄNKTE in der frĂŒhen KINDHEIT, diese STÖRUNG trat vermehrt seit der "HALT-losen Zeit" der 68-ziger als MASSEN-SEUCHE auf! (... mit dem unbewussten FĂŒllwort: ... dann mach ich "HALT" mal dies & das... )
Davor nannten die IRREN-ÄRZTE das: Latente SCHIZOPHRENIE
(= milde Form von "gespaltenem GEIST" zw. sozialer UNTERDRÜCKUNG und FREIHEITS- (SEHN- ) S U C H T ! !
BORDERLINER -STÖRUNGEN sind SOZIOSEN ! ! !
Dr. JOHN

02.08.2011 18:13 Uhr
anonym kommentiert
Man geht davon aus, dass schĂ€tzungsweise 2% der Bevölkerung am Syndrom erkrankt sind. Lassen wir jetzt mal die Vermutungen ĂŒber Dunkelziffern und Falschdiagnosen außer Betracht und gehen von 2% aus. Lassen sie mich vermuten, dass im Durchschnitt niedrig geschĂ€tzt ca 6 Personen (Eltern, Geschwister, Partner, Kinder...) im Umfeld des Borderliners indirekt psychisch ĂŒbelst betroffen sind , dann kommen wir nĂ€mlich auf eine tatsĂ€chliche "Betroffenheit" der Bevölkerung von 8%!!!!!!!! Das ist ÂŽne ganze Menge fĂŒr ein SozialgefĂŒge. Ich mutmaße ganz riskant, dass die Behandlung des Borderline-Syndroms, sollte dies ĂŒberhaupt und dauerhaft stattfinden, den Kassen weitaus weniger Kosten verursacht als die Behandlung derer, die von ihnen in Mitleidenschaft gezogen werden. Mir jedenfalls sind weitaus mehr Angehörige und Partner bekannt, die sich hilfesuchend in Therapie begeben, als Borderliner selbst. Das ist jetzt aber lediglich meine ganze persönlich Statistik!
Nach Jahren an der Seite eines Borderliners, kann ich nur noch sagen, dass mir persönlich jegliches VerstĂ€ndnis abhanden gekommen ist. In dieser doch sehr egozentrisch ausgeprĂ€gten Störung ist kaum Platz fĂŒr andere Wesen und deren Emfpindungen. Im Internet, da muss ich dem Vorredner recht geben, finden sich auschließlich Plattformen fĂŒr die Erkrankten selbst. Plattformen, auf denen sie sich selbst zelebrieren und sich alles nur um eines kreist: Ihr Leid!
Den Kummer, den Schmerz, die traumatischen Belastungen, die sie ihrem Umfeld zufĂŒgen, hat in der WElt des Borderliners keinerlei Stellenwert. Empathie fĂŒr andere ist so gut wie unmöglich.
Im Ein-Personen-Orbit ist hierfĂŒr keine Platz vorgesehen. Das klingt sehr radikal und ich wĂŒrde es nicht sagen, hĂ€tte ich es nicht selbst erlebt.

10.10.2011 00:58 Uhr
the orb - dilmun kommentiert
Der Vorredner hat in einigen Punkten durchaus recht.

Geht es um Angst, die jemand hat, bspw. Borderline oder grundsÀtzlich neurotisches Verhalten, suggeriert das eine Opferrolle, ein "armer Leidtragender."
Die Wahrheit ist, Angstgesteuerte agieren nicht nur repressiv vermeidend, sondern ebenso aggressiv, kurzsichtig und mitunter katastrophal kopflos. Letztlich geht jeder Form von Aggression irgendeine Form von Angst, empfundenen Bedrohtseins voraus. SelbstverstĂ€ndlich immer in der inneren Rechtfertigung, „sich doch schließlich nur zu wehren oder offensiv zu schĂŒtzen“. Ob nur entfernt realistisch oder vollkommen eingebildete Bedrohung gegen was auch immer, macht in den Konsequenzen nicht den geringsten Unterschied. Und die Ă€ußern sich entsprechend.
Gerade die infamsten Egomanen, UnterdrĂŒcker und Machtnazis sehen sich hĂ€ufig selbst als die ursprĂŒnglich Zukurzgekommenen, als Opfer irgendwelcher UmstĂ€nde, die sie nun aber radikal zu bekĂ€mpfen hĂ€tten.
Man kann jeden renitenten Misanthropen, jeden Zwangsgestörten, jedes Vergewaltigerschwein, jede niedertrĂ€chtige Tyrannentussi, jedes verkackte Arschloch auf ihre Wunden und leidvollen Werdegang untersuchen und wird mit Sicherheit fĂŒndig. „Ach was“ - stellt man dann fest, all die bösen, leichtfertigen, misstrauischen, vernarbten „TĂ€ter“, wurden es, weil sie selbst Opfer in irgendeiner Weise davon waren?
Und ? Macht das die Schneise der Quallen, der Vernichtung und des Chaos, die sie hinter sich ziehen ungeschehen? weil man nachvollziehen kann, warum sie so wurden wie sie heute sind?

16.10.2011 17:35 Uhr
Anonym kommentiert
ich habe den artikel interessiert gelesen und habe mich selbst an vielen stellen wiedergefunden.

und wenn ich darĂŒber nachdenke, zerreisst es mich - am schlimmsten ist fĂŒr mich, dass ich freundschaften nicht lange halten kann.

mittlerweile habe ich die erste (verhaltens-)therapie hinter mir. es war gut, sie zu machen, aber leider ist dieser knoten nicht geplatzt, der es mir erlaubt, ein "normales" leben zu fĂŒhren und ich befĂŒrchte, mit dieser lebensqualitĂ€t bis zum bitteren ende leben zu mĂŒssen.

empfohlen wurde mir eine tiefenpsychologische bzw. trauma-therapie zu beginnen. ich weiß nicht, ob es etwas nĂŒtzt, denn diese therapie hatte als nebenwirkung, dass ich jetzt mehr weiß als vorher und tatsĂ€chlich bin ich nicht kompatibel mit dem rest der gesellschaft, was mich nicht stabiler werden lĂ€sst, weil es immer mein ziel war, im gegensatz zu meinen eltern, etwas aus meinem leben durch leistung und eifer zu machen. dieses ziel scheint mit beendigung der 1.therapie in weite ferne zu schwinden.

und trotz dem ziel, nie so zu werden, wie meine eltern, sehe ich nun, dass ich zwar mein verhalten und meine gefĂŒhle besser regulieren kann, aber aus den unterschichtsstrukturen, in denen ich aufgewachsen bin, komme ich einfach nicht raus. ich wollte mich mal mit den leuten der gutbĂŒrgerlichen gesellschaftsschicht anfreunden. ich wollte von ihnen lernen, wie es anders geht, ohne aufzufallen.
es funktioniert nicht. sie leben zwar so, wie ich es gerne möchte, aber ich beneide sie nicht, weil sie zu angepasst sind und in akuten situationen den mund nicht aufmachen. vorzugsweise wird dann der bĂŒrokratische weg sĂ€mtlicher staatsapparate gewĂ€hlt, um Ă€nderungen herbeizurufen.ist mir ein graus, weil ich nicht verstehen kann, wozu man diese umwege braucht - ein gesunder menschenverstand wĂŒrde ihnen doch alles erleichtern. das sage gerade ich :-)

diese attitĂŒde ist mit dem berufsleben nicht zu vereinbaren. ich weiß, dass man seinem chef besser in den arsch kriechen sollte. aber trotz des bewusstseins darĂŒber, kann ich es nicht.
ich weiß nicht, was passiert, wenn ich mich verbiege und die kontrolle ĂŒber mich in andere hĂ€nde gebe.
nach außen hin gehe ich mit leuten und ihrer destruktiver kritik im berufsleben und auch sonst, hart ins gericht, frei nach dem motto: "wer selbst im glashaus sitzt, sollte nicht mit steinen werfen" und dann bin ich auf den verbalen schlagabtausch bestens vorbereitet, weil ich die schwachpunkte meines gegenĂŒbers schon in gedanken vertextet habe, womit er nicht rechnet. dann sage ich sachlich und direkt, was ich denke. das schockt, das sehe ich dann erst nachdem ich bereits gesprochen habe. ja, wie soll man denn den chef von sich ĂŒberzeugen, wenn man die schwachpunkte seines betriebes noch wĂ€hrend der probezeit bemĂ€ngelt? wenn ich nichts sage, fange ich an zu weinen. das ist mir noch unangenehmer, darum muss ich reden.

ich muss lachen, wenn ich mich mit der person von vor 2 jahren vergleiche: vor der therapie war ich normal und 99% meines umfelds dumm, asozial etc. :-).
ich zog mich lieber zurĂŒck, obwohl der wunsch nach einer festen bindung immer sehr stark war. dazu habe ich meine gedanken oft kundgetan und damit leute vor den kopf gestossen, die ich wirklich liebte. was folgte, war der rĂŒckzug der freunde.

wĂ€hrend der schulzeit war das nicht so schlimm, aber je erwachsener ich wurde, desto mehr fragte ich mich, warum sie die wahrheit nicht ertragen können. freunde dĂŒrfen sich doch so etwas sagen...

um der stigmatisierung "die ohne feste beziehung" zu entgehen, habe ich mich auf einen mann eingelassen, der vermutlich selbst eine borderline-störung hat.
es war keine feste beziehung, weil sich keiner öffnen konnte.und trotz aller vorurteile der gesellschaft gegen ihn (48 j. - ich 32 j. - 4 kinder von 4 frauen, 4maliger gefÀngnisaufenthalt, statussymbol kampfhund) stand ich zu ihm, weil er der einzige war, der mir am Àhnlichsten war - bis er mich geschlagen hat - da kann borderline borderline bleiben - ich werde nicht wie meine mutter....

je grĂ¶ĂŸer die nĂ€he wurde, desto mehr war ich daruf bedacht, ihn nicht zu nah an mich rankommen zu lassen. und wenn die entfenung zu groß war, habe ich mich sehr nach seiner nĂ€he gesehnt
ich wollte ihm sagen, dass ich ihn mag. was herauskam war: "hoffentlich wirst du von einem lkw ĂŒberfahren, du asi"
warum kann ich das nur hier schreiben, ihm aber nicht?

es hielt 14 monate, worĂŒber ich mich nur fĂŒr mich schon sehr freue, weil sonst nie etwas ĂŒber 3 monate hinausging - egal um welche art beziehung es ging: mĂ€nner, freunde, arbeit etc.
auch den kontakt zu meiner gesamten familie habe ich abgebrochen. darunter leide ich nicht wirklich. es ist eine riesenerleichterung, es geschafft zu haben, mich von diesen menschen, denen ich dieses leben zu verdanken habe,lösen zu können.

ohne das wissen meines "lebensabschnittsgefĂ€hrten" wollte ich mit ihm raus aus diesem teufelskreis. so habe ich auch ihn mit meinen hass-tyraden ĂŒber das verhalten von seinen freunden nur so ĂŒberflutet. anfangs noch zivilisiert, in langen reden gebĂŒdelt. zum schluss wurde es nur noch asozial mit worten wie "hurensohn", "deine kinder werden auch solche missgeburten wie du" etc.
irgendwie war ich es leid, ihm so gerne helfen zu wollen, und doch keinen erfolg verbuchen zu können. dafĂŒr habe ich ihn verachtet, weil er nicht wie ich reflektierte und lieber an seinen lebensvorstellungen festhielt. die mĂŒhe war es mir nicht mehr wert. deswegen auch die worte.

keiner hat in den 14 monaten dem anderen gesagt, dass er
ihn mag aus angst, sich die blĂ¶ĂŸe zu geben und damit angreifbar zu machen.

in der therapie reflektierte ich diese beziehung. er dachte ich gehe dorthin, weil ich es unbeding mit der arbeit schaffen will.
war auch anfangs so, aber ĂŒber ihn wurde auch viel gesprochen.

ein jahr lang kifften wir jeden tag durch. jetzt ist es vorbei und ich rauche nicht mehr. ĂŒber die folgen von ĂŒbermĂ€ssigen alkohol- und drogenkonsum kann ich mich zu gut erinnern, weil ich es zu hause gesehen habe. vielleicht hat mich das davor bewahrt, selbst alkoholikerin oder gar wie mein bruder heroinsĂŒchtig zu werden. so sah ich das kiffen in diesem jahr nicht als lebensnotwendige tĂ€gliche nahrung, sondern als etwas, womit man vorsichtig sein muss - bewusst!

bei einer gelegenheit sage ich nicht nein. ganz darauf verzichten möchte ich aber nach wie vor nicht - es hilft mir in manchen momenten meine wut wieder runter zu schrauben und es ist in jedem fall der psycho-medizin vorzuziehen

in manchen kommentaren habe ich etwas unverstĂ€ndnis fĂŒr diese krankheit herausgehört.
und dieses unverstÀndnis erlebe ich auch immer wieder in der gesellschaft. der fallmanger der arbeitsagentur hat mich auch schon aufgegeben. ja, aber was soll ich ihm denn erzÀhlen?
a) will er nur seine statistik hĂŒbschen
b) ist er keine vertrauensperson, kein therapeut
c) will er mir trotz einer guten ausbildung in vereinbarung mit seinem teamleiter, der mich noch nie gesehen hat, einen kurst fĂŒr's nageldesign andrehen - ich bin aber nach harten kĂ€mpfen in vielen betrieben und zum schluss in einer vom arbeitsamt bezahlten umschulung doch noch speditionskauffrau geworden - weil ich es unbedingt wollte
(ja, auch dort wurde ich rausgeschmissen - nach drei monaten saß ich aber wieder auf meinem alten platz im klassenzimmer, den bereit meine "erzfeindin" in meiner abwesenheit eingenommen hatte, mit einer einstweiligen verfĂŒgung des arbeitsgerichtes)

und wenn es keine tiere gebe, wĂŒrde ich wohl auch nicht mehr leben - die lĂ€ngste beziehung meines lebens, die mir genauso gefĂ€llt, wie sie ist, fĂŒhre ich m it meinen beiden hunden. fast 8 jahre lang habe ich die beiden schon. sie sind mein ganzer stolz. eine erfahrund von bedingungsloser liebe, die mir frĂŒher gefehlt hat.
ja so redet man nur von seinen kindern. habe keine kinder. ich weiß nicht, ob ich jetzt schon soweit bin, eine souverĂ€ne mutter sein zu können. mein kind soll nicht so leiden wie ich...

ich habe mir erhofft, in diesem artikel etwas lesen zu können, dass bei mir zum knackpunkt fĂŒhrt, ohne noch eine therapie machen zu mĂŒssen.
das ist wohl wieder nur wunschdenken. ich verweise auf den anfang dieses kommentars - ich muss mich wohl mit dieser krankheit arrangieren und weiterhin hoffen, dass die maßgebende gesellschaft endlich erkennt, dass sie nicht ganz unschuldig daran ist. als jugendliche habe ich laut um hilfe geschrieen, bat lehrer, angestellte einer station fĂŒr selbstmordgefĂ€hrdete darum, mich aus dieser familie zu holen. mir half aber niemand. meine eltern kamen und nahmen mich einfachso wieder mit. angeblich hatten sie aufgrund von gesetzen das recht dazu. und was ist mit meinem im grundgesetz festgehalten recht auf ein menschenwĂŒrdiges und gesundes leben???
in einem amt hieß es, ich soll mit 18 j. mein abi schmeißen und nicht erwarten, von steuergeldern leben zu können. stattdessen sollte ich bei mc donald's fĂŒr meinen lebensunterhalt aufkommen. ich musste also wieder nach hause. so etwas wĂŒrde mir heute nicht mehr passieren, dass ein staatsdiener mir das sagt und wenn ich diesen mann wiedersehen und erkennen sollte, werde ich spucken - mitten in sein gesicht!

ja, ich mache heute der gesellschaft ganz viele vorwĂŒrfe. wĂŒrde es mir heute besser gehen, hĂ€tte man mir schon frĂŒhzeitig geholfen?

mit diesem kommentar wollte ich nur zum ausdruck bringen, dass nicht alle borderliner schneisen der vernichtung hinter sich ziehen
die quallen die ich verbal weitergebe, erlebe ich in meinem inneren gefĂŒhlt 1000x stĂ€rker

und trotz dieses langen textes zweifle ich, ob das was ich mitteilen möchte, auch so bei dem leser ankommt

25.10.2011 18:23 Uhr
Ian Brown - F.E.A.R. kommentiert
Es gibt nur einen Weg den Borderline-Teufelskreis ( und jeden anderen von Angst und Gewalt) vom Übertragen, Projizieren, Weitergeben an Angehörige, Kinder und Gesellschaft zu durchbrechen. Radikale Akzeptanz und volle Übernahme von Verantwortung seines EIGENEN Verhaltens. Ohne Kompromisse sich der Vergangenheit stellen, der Herkunft und PrĂ€gung.
Wahn und Wunschdenken von Wirklichkeit unterscheiden und beschönigte Fiktion, die teilweise kindliche Umdichtung von Fakten und Tatsachen differenzieren.

Kaum jemand wĂŒhlt gern in leidvollen Erfahrungen – es ist anstrengend und erfordert Courage – ganz klar - aber zu glauben, dass sich so gravierende Erlebnisse, die zum Borderline-Verhalten fĂŒhren, von allein lösen, ist eine kindische Illusion. Die „Alternative“ zur Aufarbeitung, das VerdrĂ€ngen und Wegschieben, husch husch unter den Teppich kehren, gute Miene zum bösen Spiel machen, heißt nichts anderes als: Fortsetzung, Fortsetzung und nochmal Fortsetzung der mitunter unaussprechlichen Tragödien, die gerade die Empfindsamen, Offenherzigen und Begabten unter uns langsam zermĂŒrben, ins Misstrauen und Verderben reißen, sie mit der „psychischen EntzĂŒndung“ Borderline infizieren.

Es steht geschrieben: „Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns.“
Mit der Vergangenheit abschließen möchte jeder, wie schnell ist das dahin gesagt und mit welch mathematischer Sicherheit wird sie sich wiederholen, wenn es nur Worten und guten Absichten bleiben. MAN LÄSST DIE VERGANGENHEIT RUHEN INDEM MAN SICH IHR STELLT !!! ihr gottverdammten selbstmitleidigen Feiglinge da draußen. Tut etwas, fĂŒr euch und somit fĂŒr alle, die das Leben lebenswerter, bewusster und schöner machen wollen, als sie es vorgefunden haben.

31.10.2011 18:10 Uhr
Browner kommentiert
Super Beitrag vom 25.10.2011! Aber wie stellt sich jemand seiner Vergangenheit? Durch tiefenpschologischer Therapie? Indem man auf eigene Faust zu den Vergangenheits-Bezugspersonen geht und mit ihnen 'redet'?
Und woher weiß jemand, dass er sich zu Ende seiner Vergangenheit gestellt hat?

18.11.2011 09:50 Uhr
Gstörter kommentiert
nur mal so zur info fĂŒr alle die bps-geschĂ€digten partner !!! die sogenannte empathieloßigkeit auf den partner betrifft nicht nur den partner selbst, sonder auch den betroffenen denn er kann fĂŒr sich selbst auch keine empathie empfinden .........

weis wovon ich spreche bin selbst betroffen ..... oder denkt ihr als sogenannte gesunde es ist toll als gefĂŒhlloßes etwas rum zu laufen :-(

19.01.2012 15:20 Uhr
Beate Basner kommentiert
Ich fasse mal den Mut zusammen meine Gedanken u. Erfahrungen zu diesem Thema zu verdeutlichen. In wie weit die Diagnose Borderline rein genetisch bedingt ist , kann ich nicht beurteilen, aber bei allen "Borderliner", die ich bis jetzt getroffen habe, ist etwas gehörig schiefgelaufen in der Kindheit. Sei es VernachlÀssigung, emotionaler und/oder sexueller Missbrauch und/oder körperliche Misshandlungen. Von Geburt an habe ich selbst 13 Jahre emotionale u. sexuallisierte Gewalt sowohl von den eigenen Eltern, als auch vom nÀheren Umfeld erfahren. Hinzu kam das Schweigen und Wegsehen.
Als ich Ende dreissig wegen starker Depressionen einen Arzt (Pychiater) aufsuchte, stellte er mir nach ein paar Minuten die Diagnose: Emotional Instabile Persönlichkeit, Borderlinetyp. Es folge eine sechsjĂ€hrige Odysse durch Kliniken, Beginn u. Abbruch von Therapien mit dem gleichzeitigen GefĂŒhl, da wiederholt sich etwas, was es schon in meiner Kindheit gab: Mein Versuch, eine eigene Persönlichkeit zuentwickeln und auf eigene BedĂŒrfnisse zu achten, wurden wieder unterdrĂŒckt. Jeder Widerspruch gegenĂŒber einen Therapeuten oder Arzt wurde als dysfunktionale Verhalten gewertet. Und ich fĂŒgte mich, so wie ich mich damals in der Kindheit gefĂŒgt habe.
Jetzt nach drei Jahre "therapiefreier" Zeit kann ich alles mit mehr ObjektivitÀt betrachten.

Achtung: Dies sind nur meine persönlichen Erfahrungen:
FĂŒr mich gehört diese Diagnose abgeschafft, weil sie nicht auf die eigentlichen Ursachen eingeht: Psychotraumata in der Kindheit (auf die Folgen generationsĂŒbergreifende Traumata will ich nicht eingehen). Das extreme Gewalterfahrungen der noch nicht "gereiften" Kinderseele nicht nur massive psychische, sondern sichtbar auch neurologische SchĂ€den hinterlĂ€sst, wird glĂŒcklicherweise mit den immer besser werdenen Bildgebungsverfahren innerhalb der Gehirn-forschung dargelegt.
Ich will an dieser Stelle nicht pauschalisieren, wer nun die Veranlagung zum "Borderliner" hat (ein grĂ€sslicher Satz), weil Vita und Persönlichkeitstrukturen von Menschen so unterschiedlich sind. Aber alle (die ich kennengelernt habe, mich auch) zeigen eine Tendenz zu einer HochsensilibitĂ€t u. einer mehr oder weniger ĂŒberdurchschnittlichen Intelligenz mit gleichzeitigen hohen MoralansprĂŒchen gegenĂŒber sich selbst und der Umwelt.
Zu einer gesunden Entwicklung eines Kindes gehört nicht nur, dass es Liebe, Geborgenheit u. ein liebevolles, strukturiertes Umfeld erfĂ€hrt, sondern auch, dass es seine persönliche, ureigene Grenze ("bis hier hin und nicht weiter")kennenlernt und das diese auch geachtet wird. Wenn diese Grenze immer wieder missbraucht wird, kann sich die Persönlichkeit nicht entwickeln und entfalten. Und darin sehe ich meinen heutigen Konflikt: Ich kenne meine Grenze nicht. Und ich kann meine Persönlichkeit mit allen was dazu gehört, nicht genau definieren. Aber versuche es immer wieder: Der schnelle Wechsel von excessiven und introvierten Verhalten als blinder Versuch des Auslotens ohne Anleitung, die starke Sehnsucht nach NĂ€he mit gleichzeitiger Angst vor einem erneuten Missbrauch, diese innere Leere sowie die Suche nach der eigenen IdentitĂ€t. FĂŒr Aussenstehende ist dies skurill, fĂŒr Partner sogar sehr belastend, was verstĂ€ndlich ist.
Ich hoffe aber auch fĂŒr mehr VerstĂ€ndnis fĂŒr die Menschen, die aufgrund von Missbrauchserfahrungen in der Kindheit zu "Borderliner" wurden. Sie sind nicht als "krank" zu bezeichnen, sondern als ehemals gesunde Menschen zu sehen, die "krankgemacht" wurden.
Sorry, fĂŒr die LĂ€nge meiner persönlichen Gedanken dazu. Alle BĂŒcher zu dem Thema habe ich inzwischen weggeschmissen oder verschenkt.
WĂŒnsche allen viel Kraft!

01.02.2012 14:51 Uhr
Eine Angehörige kommentiert
Kann ich nur bestĂ€tigen. Ich arbeite u. a. mit Borderlinern. Sie agieren gegen andere Menschen und es ist ihnen scheißegal ob andere unter ihnen leiden oder sogar in Therapie mĂŒssen. Sicherlich sind sie betroffen von ihrer Krankheit aber wo bleibt die Hilfe fĂŒr die Angehörigen?
Über die Leiden die ein Borderliner zufĂŒgt sollte mal gesprochen werden!

05.05.2012 09:37 Uhr
ferika kommentiert
sehr schön geschrieben und dargestellt. ich fĂŒhle mit ganzem herzen mit ihnen und meine, mich selbst jetzt besser zu verstehen.
14.06.2012 05:38 Uhr
Janinka kommentiert
Ich möchte als "Borderlinerin" (wie ich mich mehr als ungern bezeichne,denn ich bin schliesslich auch ein Mensch aus Fleisch & Blut wie jeder andere!!) nur eins loswerden:

Hier wurde darĂŒber berichtet, das "Borderliner" keine Empathie ihren Mitmenschen bzw "Angehörigen oder Mitbetroffenen" gegenĂŒber empfinden (können?)... Das ist eine persönliche Erfahrung bzw Meinung des Autors,das ist mir bewusst.

Allerdings hat es mich sehr stark verlezt (typisch "Borderline", wegen allem eingeschnappt sein,oder sich persönlich angegriffen fĂŒhlen... Ja,ich weiß!)

Ich kann hier nur fĂŒr mich selbst & meine Empfindungen & Gedanken "sprechen". Deswegen möchte ich nicht den Eindruck hinterlassen, ich stelle die persönlichen ErfahrungenMeinungen des Autors infrage!

Mich hat es jedenfalls verletzt, weil ich absolutes VerstnĂ€ndniss, MitgefĂŒhl & Sorge mit meinen Angehörigen habe!

Ich mache mir fast tĂ€glich große Sorgen darĂŒber, wie sehr auch meine Lieben darunter zu leiden haben & das frisst mich noch zusĂ€tzlich auf, StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Ich kann es ja selber kaum ertragen, kann MICH selber kaum ertragen & dann kommen noch diese SchuldgefĂŒhle obdendrauf! Ich hasse es, meine Krankheit so mit anderen teilen zu "mĂŒssen", aber ich handle meistens aus purer Angst & vorallem Hilflosigkeit.

Ich kann durchaus empfinden & nachvollziehen, verstehen etc, was andere Menschen bzw Mitbetroffene fĂŒhlen. Das ist ja das ganze große Elend: Ich empfinde einfach alles, alles, alles & das noch viel intensiver als sich die meisten auch nur vorstellen können/wollten!

Ich habe es mir weißgott nicht ausgesucht & ich hasse "mein Borderline" abgrundtief.

Wow, jetzt habe ich doch sehr viel mehr geschrieben, als ich zu Anfang vorhatte ;-) Aber wenn man einmal dran ist .... ^^

Ich hoffe, das ich klargestellt habe, das nicht alle Borderline Betroffenen (mich natĂŒrlich eingenommen) "gefĂŒhlskalt" sind

Lg Janinka

15.06.2012 13:50 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
Hallo Frau Janinka,
danke fĂŒr Ihre Offenheit.
Zu Ihrem letztem Satz folgende Bemerrkung meinerseits :
Im Blog spreche ich an einer bestimmten Stelle von " ...werden wir ( damit meine ich ALLE Menschen mit und ohne Borderlineerkrankung..)" immer sprachloser und damit gefĂŒhlsĂ€rmer und gleichzeitig leben wir in einer Informations-und damit auch -GefĂŒhlsĂŒberflutung und stĂ€ndigen Überreizung,die zur Abstumpfung und Abspaltung von Emotionen fĂŒhren kann. Es kommt zur GefĂŒhlsverflachung !"
Ich sprecfhe also nicht von der klassischen gefĂŒhlskalten Borderline-Persönlichkeit,sondern im allgemeinen von der GefĂŒhlsverflachung der Menschen.

Und wie Sie unschwer bemerken, erörtere ich damit ein gesellschaftsstrukturelles Problem.Der Mensch mit Borderline ist niemals gefĂŒhlskalt,sondern eher von seinen GefĂŒhlen hĂ€ufig "ĂŒberflutet" und genau das Gegenteil.

An anderer Stelle bescheinige ich Menschen mit Ihrer Diagnose wörtlich : "Dabei kann dieser betroffene Mensch aber auch ...-trottz traumatiserender Erlebnisse- total im sozialen Leben integriert sein und so gar nicht dem Bild des typischen BBorderliners entsprechen"..
Ebenfalls an anderer Stelle gegen Ende des Blogs :
"Borderline-Betroffener zu sein bedeutet nicht nur eine hohe EmotionalitĂ€t und oft großes EinfĂŒhlungsvermögen zu haben,sondern auch große LoyalitĂ€t gegenĂŒber Menschen,zu den Vertrauen gefasst wurde...."

Aklso hören Sie auf,sich selbst so herunterzuziehen,denn gerade fĂŒr und Ihrer Familie zeigen Sie doch permanent soziale und emotionale Intelligenz und ĂŒbernehmen Verantwortung.
Ein gefĂŒhlskalter Mensch ĂŒbernimmt so eine Verantwortung wenn ĂŒberhaupt erst mal nur fĂŒr sich selbst.
Nun,erkennen Sie vielleicht Ihren Gedankenfehler und eigene FehleinschÀtzung ?
Ich wĂŒnsche Ihnen alles Gute
Ihre Monika Koch

17.06.2012 09:37 Uhr
Ich kommentiert
Was bringt es einem Borderliner ĂŒber eine höhere emotionale Intelligenz zu verfĂŒgen, wenn man von der Gesellschaft dafĂŒr gestraft wird?

Ich bin 33 Jahre alt und habe schon soviel gemacht, um anderen zu helfen. Jetzt bin ich am Ende meiner Kraft. Das Ă€ußert sich in meinen eigenen 4 WĂ€nden. Ich schreie nach Hilfe - es hört keiner. Seit 2-3 Wochen schmeiße ich mit Sachen um mich, zu meiner Therapeutin habe ich kein Vertrauen mehr, eigentlich zu niemandem.

Heute Nacht wollte ich nicht mehr. Leider reichten die Pillen nicht aus. Muss ich wohl so wie Robert Enke handeln, oder was?

Ich komme aus meinem KĂ€fig nicht mehr raus. Sieht das denn keiner?

Mein soziales Engagement wird langsam zur Frustration und richtiger AggresivitÀt - und das mit 33.

Was kann ich nur machen?

19.06.2012 07:21 Uhr
Ferika kommentiert
versuch es mit yoga : einatmen - ausatmen - lÀcheln
oder male mandalas aus, das beruhigt sehr und macht richtig glĂŒcklich. du bist nicht allein.

19.06.2012 09:51 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
Ich habe Ihnen nicht öffentlich bereits geantwortet und die Möglichkeit gegeben,mit mir Kontakt aufzunehmen.
mfg
Ihre Frau Koch

23.10.2012 18:33 Uhr
Lilly kommentiert
@ Janinka

Hallo,

eigentlich hatte ich niemals vor ĂŒber "meine" Problematik öffentlich zu reden, deshalb möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Es liegt mir jedoch sehr am Herzen Janinkas Beitrag zu bestĂ€rken.

Meine eigene Betroffenheit vom BLS verhindert keineswegs ein starkes MitgefĂŒhl fĂŒr meine Umwelt und insbesondere meine Angehörigen. Ganz im Gegenteil: Es ist manchmal schier unmöglich unter der Last meiner "Schuld" zu leben, denn ich bin mir der Auswirkungen meines Verhaltens durchaus bewusst. Gerade daraus resultiert dann oftmals eine starker Suizidgedanke, um die Menschheit quasi von mir zu "befreien". Durch Therapien habe ich gelernt besser damit umzugehen. Dennoch gibt es kaum etwas, das ich nicht tĂ€te, um nicht von BLS betroffen zu sein, doch habe ich es mir nicht aussuchen können.

Es ist bloß wichtig, dass Borderliner nicht einfach als gefĂŒhlskalte, gefĂ€hrliche Wesen pauschalisiert werden, welche bloß ihrem eigenen Paralleluniversum fröhnen und grundsĂ€tzlich in einem blinden Egoismus verhaftet sind, der ihr Umfeld komplett ausblendet. Es ist mir kein Borderliner bekannt, der sich selbst und seine Situation gar "zelebriert" oder sich in in endlosem Selbstmitleid suhlt. Jeder geht mit seiner BLS anders um und es mag Extreme in allerlei AusprĂ€gungen geben, doch wĂŒnsche ich mir eine faire Auseinandersetzung mit dem Thema und nicht den "Stempel auf der Stirn".

Das war auch schon alles.
Liebe GrĂŒĂŸe
Lilly

30.10.2012 20:03 Uhr
Janinka kommentiert
@ Lilly

Ich danke Dir vielmals fĂŒr deine tolle & wahrheitsgemĂ€ĂŸe Antwort!

Jetzt fĂŒhle ich mich schon nicht mehr ganz so allein...

Einerseits finde ich es "schön" zu wissen, das es anderen genau so geht & sie mich somit verstehen, aber andererseits finde ich es ganz & garnicht toll, gerade, weil ich weiß, wie schwer es ist, mit dieser hinterlistigen & quĂ€lenden Krankheit zu "leben" :((

P.s: Ich denke der einzigste Stempel, den jeder tragen sollte mĂŒsste " Individuum Mensch" heißen ;-)

Lg Janinka

14.08.2013 18:17 Uhr
Cathy kommentiert
@ Browner vom 31.10.2011

kann da wohl vermutlich nur bedingt mitreden, da ich Expartnerin eines Borderliners bin allerdings dieselbe Höllenachterbahnfahrt durch das ein oder andere Trauma hinter mich bringen musste. Man weiss dass man sich der Vergangenheit zu Ende gestellt hat, wenn man sich in der Gegenwart das Bild des Traumas vor Augen fĂŒhren kann und es nicht mehr auf der Seele brennt wie 150°C. Wenn man dann noch in der Lage ist, diesbezĂŒglich GefĂŒhle zu Ă€ussern, sprich, wenn man endlich weinen kann und wieder ein- und ausatmen und nicht mehr die Luft anhalten muss... Dann hat man sich der Vergangenheit zu ende gestellt und kann weitermachen :-)

05.09.2013 17:11 Uhr
Philipp Dobler kommentiert
Ich habe meine Beziehung zu einer Borderlinerin abgebrochen, nachdem sie die Basis der Beziehung dauernd durch ihr manipulatives und stark kontrollfixiertes Verhalten geschĂ€digt hat. Da das nicht funktionierte hat sie sich immer fĂŒr mehrere Tage kommentarlos zurĂŒckgezogen und plötzlich aus dem Nicht war sie wieder da und liebte mich mehr denn je. Mit der Zeit merkte ich, daß alles nur leere HĂŒlsen waren. Der Moment, als ich mich trennte war der, daß ich realisierte: Ich liebte und sie verfolgte einen Plan! Heute habe ich trotz des Wissens ĂŒber diese fast zu bemitleidenden Menschen nur noch Verachtung. Denn: andere rund zu machen und selber kritikunfĂ€hig zu sein ist jĂ€mmerlich und pervers. Aber ich habe mich entschieden nicht lĂ€nger als WirtsTier herhalten zu wollen! Diese Menschen sind sind GefĂŒhlskrĂŒppel und erzeugen nichts als Wut und Zorn. Basta!
16.09.2013 15:07 Uhr
Jenny kommentiert
An Philipp Dobler!
Deine Ansicht ist einfach nur respektlos und abwertend. Schließlich gehören immer Zwei dazu, aber wie es scheint bist du der erste Mensch der Perfekt scheint!
Grausam eine solche Ansicht!

01.10.2013 14:37 Uhr
M is for Motherf
 kommentiert
@ Ferika:
Sorry, aber ich hab noch nie einen derartigen Mist gehört.
Mandalas, Yoga und Eso-MĂŒll helfen bei ernsthaftem Borderline ganz toll --- wenn man zusĂ€tlich noch andersweitig eins an der Waffel hat vielleicht.

14.10.2013 22:23 Uhr
D.S. kommentiert
Ich bin selber Borderlinerin, ausserdem hochsensibel.
Das wĂŒrde niemals jemand von mir denken.

Ich habe meine beiden Kinder so gut wie alleine grossgezogen, sie sind weniger gestört als die meisten anderen Kinder heutzutage, studieren, haben viele positive Eigenschaften, die ich niemals haben werde.Selbstbewusstsein, zum Beispiel.
Ich wusste aber, wie ich es IHNEN beibringen/mitgeben konnte, ohne es jemals selber gelernt/ bekommen zu haben.
Es gab viele Probleme im Laufe unseres Lebens, ich habe ja letztendlich nie etwas zum Überleben mitbekommen,eher im Gegenteil.
Aber mit dem Alter stiegen auch meine Möglichkeiten, zu verstehen, mich zu Àndern, besser zurecht zu kommen.

Letztendlich ist es nur noch meine grosse Verlustangst in einer Partnerschaft, gepaart mit Wut auf MÀnner ( meinen Vater, der narzisstisch gewalttÀtig war und meinen Stiefvater, der mich sexuell missbraucht hat. Eine kalte Mutter, die alles verleugnet hat und mir sagte, ich hÀtte das alles vielleicht verdient, gibt es auch noch).
Aber ich weiss auch- mein Partner ist nicht wie diese Menschen, er hat selber Kindheitswunden und aufgrund meiner EmpathiefĂ€higkeit lĂ€uft unsere Beziehung eigentlich immer besser, ich bin auch tatsĂ€chlich seine erste Partnerin, die ihn ermuntert und unterstĂŒtzt, so wie auch ich erst durch meinen vorigen Partner gesagt bekommen habe, dass ich ok so bin, wie ich bin.
RĂŒckschlĂ€ge gibt es natĂŒrlich immer wiedermal, diese sind auch sicherlich schlimmer als in manch anderen Beziehungen.

Aber ich bin stark und setze mich Situationen, die mir Angst machen (z.B. meinen Partner alleine weggehen lassen, ihm FreirĂ€ume zu lassen, habe ihm selber Friseurin, Ärztin, Fitnesslehrerin empfohlen ) immer öfter absichtlich aus, um mich selber sozusagen "umzuerziehen", meine falschen, anerzogenen, regelrechten GehirnwĂ€schen durch meine selber kranken Eltern-
was ĂŒbrigens auch niemand von ihnen denken wĂŒrde- loszuwerden.
FĂŒr "normale" Menschen (soweit es die wirklich gibt), ist das alles wahrscheinlich ganz normal.
DafĂŒr haben andere "normale" Menschen andere Probleme, die ICH nun wieder gar nicht nachvollziehen kann.

FĂŒr mich persönlich war es immer so, dass ich unter meinen "MĂ€ngeln eher meistens noch mehr gelitten habe, als die Menschen die es miterleben mussten.
Mir hilft immer, viel zu reden, mich zu erklĂ€ren, mich selber vor Allem nicht zu hassen fĂŒr meine RĂŒckfĂ€lle.
Und letzendlich ist es eigentlich so, dass meine HochsensibilitÀt mir am Meisten im Weg steht-
ich bin sehr schĂŒchtern, habe Angst in Gegenwart anderer ( fremder ) Menschen
und mache eher dadurch wahrscheinlich manchmal einen komischen Eindruck auf andere, weil ich dann vor lauter NervositÀt viel zu viel rede :-).

Letztendlich bin ich sehr stolz auf mich und lasse nicht zu, dass Borderliner mit antisozialen Persönlichkeiten in eine Tonne getreten werden.
Passiert das mal und ich bekomme es mit,
dann frage ich ganz offensiv : " WĂŒrden Sie mich fĂŒr eine Borderlinerin halten?"

Es wĂ€re ganz gut, wenn die Leute hier, die teilweise so hasserĂŒllt Borderlinern gegenĂŒber sind, sich immer wieder ins GedĂ€chtnis rufen, dass Borderliner sich alles selber beibringen mĂŒssen, letztendlich waren unsere Eltern meistens total unfĂ€hig.
Oder sie haben die existentiellen Dinge falsch "beigebracht" bekommen.
Leider sehe ich den Teend da nach oben, das hat auch mit der heutigen Gesellschaft zu tun.
Werte gibt es fast kam noch-oder die verkehrten.
Daher akzeptiere ich aich die ADS/ADHS Diagnose nicht.

26.12.2013 15:00 Uhr
Kat kommentiert
Ich bin (leider noch) mit einem Borderliner zusammen und hatte auch eine Freundin mit Borderline (und narzistischer Störung) und habe mich jetzt sehr viel mit Thema beschÀftigt.
Wie man auch bei meiner Vorrednerrin merkt sind wirklich nicht alle Borderliner gleich, das ist wohl damit zu begrĂŒnden das die zugrunde liegenden KomorbiditĂ€ten mit anderen Persönlichkeitsstörungen entscheidend sind. Es gibt sozusagen "humane borderliner", die als Unterstörungen z.B. dependent oder Ă€ngstlich-vermeidend sind. Das ist mein Partner leider nicht und es ist die Hölle und lange mache ich das auch nicht mehr mit. Der hat eher noch antisoziale Anteile. Und ich habe wegen ihm jetzt schon eine Depression entwickelt. Und ich finde auch dass sich die Angehörigen mehr wehren sollten!

07.01.2014 14:04 Uhr
Browner kommentiert
FÀllt denn niemandem beim Schreiben auf, dass bei fast allen Kommentatoren eine extreme Ich-Bezogenheit herrscht, sowie ein starkes Denkmuster im Opfer-TÀter-Typus?? Ich verstehe nicht, warum es sowohl 'Borderlinern' als auch 'Angehörigen' so ungemein wichtig ist, dem jeweils anderen die Schuld zu zuschieben.
Es ist doch verdammt nochmal egal, was wie wohin gefĂŒhrt hat! Ja, zur Aufarbeitung ist es wichtig, aber danach nicht mehr!

Kommentar zu 'Kat': Auch in deinem Zusammenhang finde ich es schwierig von Schuldzuweisungen der Entwicklung deiner Depression zu sprechen. NatĂŒrlich kenne ich ĂŒberhaupt nicht im NĂ€heren deine Situation, und ich wĂŒnsche dir auch alle Kraft, diese Situation fĂŒr dich zu bewĂ€ltigen. Aber kannst du dir denn wirklich sicher sein, einem anderen Menschen die Verantwortung fĂŒr die Entstehung einer so komplexen und tiefgreifenden Erkrankung zu geben? Schließlich sind Depressionen kein Schnupfen den man sich einfĂ€ngt, wenn man der general-menschlichen Beziehungsanleitung nicht richtig Folge geleistet hat. Ich glaube nicht, dass Depressionen von einem Menschen verursacht werden können. Ausgelöst, meinetwegen. Aber nicht verursacht.
Und was bringt dir denn diese Schuldzuweisung?

Ich finde, dass sowohl 'Borderliner' und 'Angehörige' mehr Verantwortung fĂŒr ihr eigenes Handeln aufbringen könnten. Und wenn es BL eben selbst nicht schaffen, aus welchen GrĂŒnden auch immer, sollten sich die Angehörigen doch nicht gleichfalls machtlos gebĂ€rden.
Sorry, aber zu den ganzen Angehörigen die sich hier so mega abfĂ€llig Ă€ußern, fĂ€llt mir einfach nur ein, dass KomborditĂ€t nicht nur innerhalb einer Person auftritt, sonder auch in Bezug auf die Partnerwahl Ausdruck verliehen bekommt :-)

@ Cathy: Danke fĂŒr deine Antwort! Klingt mir aber erst nach dem berĂŒhmten Anfang vom Ende und nicht Ende Ende. Wer an diesem Stadium angelangt ist, hat doch noch lange nicht alles verarbeitet. Da ist lediglich der Grundstein gelegt worden um mit einer Therapie bzw. TraumabewĂ€ltigung beginnen zu können, meiner Meinung nach.

03.05.2014 22:06 Uhr
Kat kommentiert
Zu Browner:

Ich weiss ja auch nicht ob du selbst Borderliner oder Angehöriger oder was auch immer bist. Wenn keins von beiden, ist das natĂŒrlich sehr schwer nachzuvollziehen.
Es sollte keine Schuldzuweisung sein, ich betrachte das als Tatsache. Sicherlich muss man eine Neigung zu Depressionen haben um durch so ein Erlebnis eine zu entwickeln, dazu kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich vorher noch keine hatte und dass das durch das Einreissen aller Schutzbarrieren durch den Borderliner verursacht wurde. Das ist nicht unĂŒblich bei Partnern oder Angehörigen von Borderlinern. Dazu gibt es auch auf diversen Seiten Beschreibungen. Das hat absolut nichts mit Schuldzuweisung zu tun.
Und unabhĂ€nig davon, finde ich darf jeder mal seine Meinung sagen. Sicherlich kommt man mit Schuldzuweisungen nicht weiter. Aber jeder der mal mit einem Borderliner zusammen war, kann das mit Sicherheit sehr gut nachvollziehen und weiß wie man sich da fĂŒhlt. Außerdem wechseln diese Rollen auch oder man schafft es sie aufzulösen. So ist das nunmal.
Und wer von einem Borderliner schon öfter massiv verarscht wurde oder belogen, was lĂ€ge da nicht nĂ€her, als ihm die Schuld dafĂŒr zu geben und nicht auch noch vollstes VerstĂ€ndis dafĂŒr aufzubringen.

05.05.2014 20:02 Uhr
Browner kommentiert
@ Kat:
Mein Kommentar tut mir rĂŒckblickend Leid. Ich war da glaube ich etwas aufgewĂŒhlt und habe dir Unrecht getan. Entschuldige bitte meine harten Worte. Du hast definitiv Recht, jeder darf und sollte seine Meinung Ă€ußern. Ich selbst bin nach deiner vorigen Definition wohl ein humaner BL der dependenten Sorte. Deswegen hatte ich wahrscheinlich eine andere Sicht auf die Dinge, was natĂŒrlich deiner Situation Unrecht tat. Ich war selbst mal mit zwei weniger "humaneren" BL befreundet. Das war jeweils extrem anstrengend und auch nicht von Dauer. Von daher darf ich mir da keine Meinung zu deiner Situation erlauben.

Zur ErklĂ€rung meines vorigen Kommentars: Ich habe mir alle Kommentare zu diesem Artikel durchgelesen und es ist mir einfach so extrem aufgefallen, wie viele BL und Angehörige die Verantwortung von sich weg schieben und dem jeweils anderen ziemlich hart und vor allem destruktiv die Schuld geben. Das bringt meiner Meinung nach ĂŒberhaupt nichts und eröffnet lediglich ziemlich kontraproduktive einseitige Schubladenfronten..

Insofern (was ich mit Eigenverantwortung gemeint hatte) kann ich dir eigentlich nur zustimmen: jeder sollte sich mehr wehren. Ich wĂŒrde es aber lieber mit einem anderen Wort versehen als "wehren", weil das so kĂ€mpferisch aggressiv klingt (vll nur in meinen Ohren..). Jeder sollte so gut er kann fĂŒr sich selbst sorgen und den anderen gegenĂŒber gerecht sein. Niemand ist perfekt, deswegen kann man fĂŒr vieles VerstĂ€ndnis aufbringen. Aber Grenzen setzen ist elementar und ĂŒberlebensnotwendig, egal ob jemand BL ist oder nicht.

Danke Kat fĂŒr deinen Hinweis! Ich wĂŒnsche dir gute Besserung und dass du einen guten Weg fĂŒr dich finden kannst.

23.01.2015 03:41 Uhr
Elisa Day kommentiert
Ich finde diese Seite sehr gut gemacht, sachlich und verstĂ€ndnisvoll - im Vergleich zu anderen Websites, die Ă€ußerst beleidigend und diffamierend sind.
Schlimm ist das deswegen, weil man meist schlechte Phasen durchmacht, wenn man im Internet nach Hilfe sucht und dann erkennen muss, dass "Normale" es normal finden, Borderliner als primitive, hinterhÀltige MÀngelwesen darzustellen.

Ich bin selbst emotional instabil und es schmerzt sehr, als Unmensch gesehen zu werden, bloß weil man anders tickt. Ich kenne auch den Hardcore-Typ und weiß, dass es sehr schwierig ist, ihm GefĂŒhle zuschreiben zu können. Aber was man nicht kennt, kann man auch nicht nachvollziehen. Und so verstehen sowohl der BL als auch der verzweifelte Angehörige nicht, warum der andere sich so unlogisch verhĂ€lt.
Pauschalverurteilungen sind immer fehl am Platz und hinter jedem Borderliner steckt auch nur ein Mensch mit all seinen möglichen Fehlern.
Mag sein, dass ich mir meine Wahrheit selbst zimmere, aber in unserer Gesellschaft ist das meines Erachtens ein MassenphĂ€nomen und ich kenne viele Menschen, die angeblich normal sind und trotzdem tagtĂ€glich und voller Überzeugung am echten Leben vorbeimarschieren. Und das ist auch schon der Unterschied - ich zweifle, wo Andere selbstbewusst Lemminge sind.

Wie schon öfter angesprochen, leiden sowohl der Kranke als auch die Angehörigen, das ist bei jeder Erkrankung so.
Der Betroffene erleidet die Krankheit, der Angehörige die Auswirkungen - somit steht das Maß des Leidens in einem VerhĂ€ltnis zur Erkrankung, abhĂ€ngig von der LeidensfĂ€higkeit der Beteiligten. Kann ich eine BeeintrĂ€chtigung meiner LebensqualitĂ€t ausgleichen, wird ein Außenstehender nicht bemerken, dass ich beeintrĂ€chtigt bin. Kann ich es nicht mehr kompensieren, bekommt das Umfeld das auch mit. Der Außenstehende hat aber den Vorteil sich verkrĂŒmeln zu können, wĂ€hrend der Betroffene in seiner Haut gefangen bleibt und auch den Verlust verarbeiten wird mĂŒssen, inklusive der Schuldzuweisungen.

Angesprochen wurde in einem Kommentar, dass viele TĂ€ter einmal Opfer waren. Diese Tatsache kann Gewalt nicht entschuldigen, aber sie kann helfen, zu verstehen, warum Menschen zu TĂ€tern werden - weil es ihnen so beigebracht wurde und fĂŒr sie normal geworden ist.

03.06.2015 10:29 Uhr
Anonym kommentiert
"Den Kummer, den Schmerz, die traumatischen Belastungen, die sie ihrem Umfeld zufĂŒgen, hat in der WElt des Borderliners keinerlei Stellenwert. Empathie fĂŒr andere ist so gut wie unmöglich.
Im Ein-Personen-Orbit ist hierfĂŒr keine Platz vorgesehen. Das klingt sehr radikal und ich wĂŒrde es nicht sagen, hĂ€tte ich es nicht selbst erlebt. "

Totale Pauschalisierung. Vielen Dank. Empathievermögen ist sehr wohlvorhanden bei einem "Borderlier". Ohman.

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Therapeutin

Seit weit ĂŒber zwei Jahrzehnten befasst sich die Therapeutin aus dem Aachener SĂŒden mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Ihr Ansatz: systemisch- tiefenpsychologisch. Ihre Homepage: www.mycoaching.de

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