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Der Begriff Borderline-Störung (BLS) wird in den Medien geradezu inflationär und meist in Unkenntnis des Krankheitsbildes missverständlich benutzt und mit Mythen belegt, die vor allem den spektakulären Aspekt dieser Emotionsstörung herausstreichen. Aussprüche wie: “Oh Gott, ein Borderliner, haben Sie auch eine schnelle Notrufschaltung“?, hört man genauso wie: “Bloß nicht auf so eine(n) einlassen, die sind ja uneinsichtig bis gefährlich!“, wenn es um Menschen mit einer BLS geht. Diesem Blog, der als allgemeine thematische Einführung gedacht ist, werden detaillierte Fachblogs folgen.


Trotz einer unübersehbaren Zahl von Ratgebern,Artikeln und Chat-Rooms der Menschen, die mit dieser Diagnose leben müssen, werden „Borderliner“ noch immer heftig diskriminiert und realitätsfern dargestellt. Dieses Bild eines Borderline-Menschen bestätigt jedoch nur Stereotypen und bedient verhängnisvolle Klischees,die weder der Realität entsprechen, noch dem Leid der Betroffenen gerecht werden.

Andererseits eilt Menschen mit BLS der Ruf voraus,völlig unkontrolliert und vor allem unverantwortlich impulshaft zu sein.
Erinnert man sich jener Aufnahme, in welcher Michael Jackson, als einer von vielen prominenten Borderlinern,sein Baby komplett waghalsig und unbesorgt über die Brüstung eines Balkones hielt, den Fans sein Kind fast wie eine Trophäe und als Fanal seiner Unschuld entgegenhaltend, läuft es einem durchaus eiskalt den Rücken herunter.

Was veranlasst einen Menschen sich so zu verhalten,sind es wirklich ursächlich nur die bekanntermaßen begleitenden Drogen ? Warum verkommt hier der vielleicht positive Ansatz einer Demonstration der eigenen Vaterrrolle zu einem völlig überzogenen und bedenkenlos wirkenden Akt, bei dem man die dahinterstehende,archaische Destruktivität zu ahnen vermag ?
Jackson wollte vermutlich seine Fans von seiner väterlichen Integrität überzeugen und imponieren,zeigt aber stattdessen ein unverständliches,weil dem Ziel entgegensprechendes Verhalten,und demonstriert damit perfekt seine eigene innere Zerrissenheit,seine Doppeldeutigkeit, was andere Menschen letztlich auch verunsichert oder sogar, im Beispiel von M.Jackson,abstösst. ( Vgl. hierzu die Double-bind-Aspekte der BLS im nachfolgenden Blog zwei).

Aber leider sind es genau solche Horrorszenarien, oft vermischt mit diffusen Halbwahrheiten, welche die Sensationslust der Menschen befriedigen.Gierig werden Leben und Beziehungen von Prominenten analysiert,denen man eine BLS nachsagt.
Seriöser gehen Schriftsteller damit um,die sich offen dazu bekennen ein „Borderline-Mensch“ zu sein. So z.B.die Schriftstellerin Brigitte Schwaiger (u.a. :„Wie kommt das Salz ins Meer“), die eindrucksvoll ihre Borderlinepersönlichkeit im Buch : „Fallen lassen“ beschreibt,(erschienen im Czernin Verlag, Wien).
Der Schriftsteller Peter Detert bekennt sich zur BLS- Diagnose mit seinem biografischen Buch „Auf der Kippe“..,(Heyne-Verlag, München).
Übrigens auch Picasso und die Komponisten Chopin, Gustav Mahler, Mozart und der Dichter Reiner Maria Rilke,sollen Menschen mit einer Borderline-Störung gewesen sein.Genie und „Wahnsinn“ gelten bekanntlich immer als sehr nahe Partner bei schöpferischen und irgendwie ungewöhnlichen Menschen.

Aber genau dieses ungewöhnliche,widersprüchliche,oftmals,je nach Schweregrad der Erkrankung, absolut schwankende und launenhaft- exzentrische Verhalten,zeichnet vor allem Promis aus,die sich damit vermarkten und sich damit quasi "zelebrieren" können.
Sie werden mehr faszinierend als unsozial oder krank bewertet und insofern ist die Modediagnose : Borderline –zumindest für berühmte Menschen- nicht nachteilig,wenn nur weiter gute Auflagen, Einschaltquoten bzw.ausgebuchte Konzerthallen,eben auch durch negative Publicity, erreicht werden.
Und schliesslich gibt es dann als "letzten Ausstieg" den psychischen und physischen Zusammenbruch des an sich selbst erschöpften Prominenten,wie die bekannten Beispiele von Robbie Williams, Amy Winehouse und vielen anderen Stars ebenfalls belegen.

Borderline ist aber natürlich nicht nur eine Promi-Krankheit und daher auch keinesfalls eine Modediagnose, sondern eine Störung, die sich durch alle sozialen Schichten zieht und in deutlicher Zunahme begriffen ist. Warum dies so ist, wird an anderer Stelle noch näher erläutert.

Auch die Autorin und bekennende „Borderlinerin“: Susanne Kaysen, beschäftigt sich mit der parallelen Welt des Borderline-Phänomens unter dem Titel :“Seelensprung“( 1994).Im Film “Durchgeknallt “( das Buch zum Film im Weltbild Verlag, Augsburg ) zeigen u.a.hier Winona Ryder und Angelina Jolie „spielerisch“die eigene Betroffenheit !
Klar stellt sich in Literatur und Filmen immer wieder die borderlinetypische überdimensionale Furcht vor dem Verlassen-Werden heraus und der rabiate Wechsel zwischen Nähe und Distanz, bis zur schroffen Ablehnung und Handgreiflichkeiten, aber auch meist Gewalt gegen sich selbst.

Sowohl in den genannten Buchbeispielen,als im Film, wird ebenfalls eines herausgearbeitet: die Bedeutung von Freundschaften mit Nicht-Betroffenen.

Während Borderliner unter sich so eine Art Paralleluniversum aufbauen,sich meist eher in der virtuellen Welt oder realen Klinik begegnen und sich dort z. B.über Art und Weise von Selbstverletzung (Ritzen ),Suizidversuchen oder Therapieabbrüchen und Adressen kundiger Therapeuten austauschen können, vermag durch die Freundschaft und Liebe zu einem „Gesunden“ manchmal eine Realitätsprüfung und der allmähliche Ausstieg aus dieser Bordeline-Welt schrittweise gelingen.

In der bunten Welt der Medien werden Promis mit einer BLS bis ins kleinste Detail seziert. Einerseits sorgen sie selbst immer wieder dafür,andererseits ist manche Kampagne auch entsprechend gnadenlos.
Heather Mills, Exfrau des Beatles Paul Paul Mc Cartney und ebenfalls prominente Borderlinerin,ist lange Zeit mit ihren rücksichtslosen Schlammschlachten durch die Presse gegangen.
Auch Künstler wie Madonna sollen eine BLS haben.

Britney Spears- mit exessiven Drogenausfällen- und Vorwürfen,die eigenen Kinder extrem vernachlässigt zu haben, war für die Medien ebenfalls ein„gefundenes Fressen“. Britneys geschorener Kopf, der durch die Presse ging, wirkte - so mutet es an - fast wie eine Art Selbstbestrafungsaktion,gebündelt mit einer gewissen Rebellion,sich ganz neu „erfinden zu wollen“.

Weiter ist bekannt,dass auch die klar erkennbar magersüchtige Winona Ryder an einer Borderline-Störung (BLS) leidet,und auch Kurt Cobain,aber auch Marilyn Monroe und James Dean daran gelitten haben sollen.

Naomi Campbell ist gerade wegen ihrer Launen und heftigen Wut-und Zickenanfälle beliebtes Pressethema, ebenso die bekannt gewordene Depression bei „Borderliner“ Robbie Williams. Bei Kate Moss und den Rolling Stones-Größen Keith Richards und Michael Jagger sind es vor allem die ungeheuren Suchtprobleme,welche die Grunderkrankung BLS fast immer begleiten. Auch Angelina Jolie,Drew Barrymore,Lady Gaga,Nina Hagen und eindeutig Amy Winehouse, u.v.mehr,sollen betroffen sein.

Und was dann auf die Bühne, das Filmset oder den Laufsteg verlagert wird,ist abhängig vom Publikum und dessen Applaus,high und gierig nach der anonymen Liebe der Fans.So bietet sich kurzfristige Erlösung an,die Bühne wird zur Therapie,aber eben nur bis nach dem Auftritt.

Sicherlich liegen bei einigen der genannten heutigen Promis nachweisliche BLS-Symptome vor,wie extreme Wutanfälle, hochgradige Impulsivität und entsprechende, manchmal minütlich wechselnde Stimmungsschwankungen, instabile,ständig wechselnde Beziehungen,aber auch Selbstverletzungen,grundsätzlich immer ein Suchtfaktor und damit Drogenmissbrauch sowie begleitende Depressionen, aber auch Magersucht und Bulemie. u.a.Phänomene..Andererseits reden wir hier auch über sensible und oftmals hochbegabte Menschen,die gerade vielleicht weil sie eine BLS haben,so unglaublich erfolgreich wurden..

Aber eigentlich geht es immer vor allem um die narzistische Eigenumdrehung, aber auch um die Selbstzerstörung. Borderliner leben oft in einer Art chronischer Suizidalität,die das Leben unerträglich macht und auch für nahe Angehörige die Hölle ist.

Impulsivität galt vor nicht allzu langer Zeit noch als etwas liebenswertes,jedoch auch kindlich-naives,dem Erwachsen- Sein ziemlich Gegenläufiges. Überproportionale Impulsivität und Handeln- ohne das Bedenken möglicher Folgen- gelten allerdings u.a. als typische und gefürchtete Borderline- Eigenschaften.

Betrachtet man dies jedoch unter dem Blickwinkel unserer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung, stellt man staunend fest, dass Impulsivität heute einen eher positiven Status geniesst, ja geradezu aufgerufen wird, sich nichts, aber auch gar nichts durch langwieriges Abwägen vermiesen zu lassen und sofort Zuzugreifen,alles Mitzunehmen und unverzüglich zu Geniessen,
( Schnäppchenmentalität,Konsumterror,Gier..).

Inmpulsivität lässt Schamgrenzen im allgemeinen zügig verschwinden und so gelten selbstbezogene, narzistische,also egomanische Züge wie z.B. die eines recht abwertenden,seltener aufwertenden Dieter Bohlen,als erfolgreich. Insofern ist auch verständlich, dass der selbstverliebte und oft impulsiv wirkende Bohlen gerade bei jungen und noch unfertigen Menschen als megacool ankommen muß.
Denn Bohlen bringt es in der Tat meist fertig,gleichzeitig locker und auch autoritär zu sein, also faszinierend doppeldeutig ; ebenfalls ist dies der Moderator Stefan Raab und andere bekannte Namen dieses Medienzirkus,wie Oliver Pocher,Harald Schmidt...

Guter Witz und Kabarett lebt übrigens immer auch von einer bewussten Doppeldeutigkeit, die sich allerdings auch auflösen lässt.
Doppeldeutigkeit in der menschlichen Kommunikation und im Verhalten kann dagegen Ausmasse annehmen,die ein echtes Miteinander auch erschweren können. Andererseits lässt übrigens eine gewisse Unklarheit und Doppeldeutigkeit grundsätzlich zu, sich nicht festlegen zu müssen und so selbst (angeblich) unangreifbar zu werden,weil man über vieles eine Meinung demonstriert, ohne sie wirklich real haben zu müssen ! Sarkastisch ausgedrückt : Hauptsache ,die Quote stimmt oder die Wahl ist gewonnen !

Ähnlich verhält es sich mit Trends: was In und was Out ist oder Was oder Wer noch eben angesagt ist und plötzlich ohne Begründung einfach nur noch total out ist.
Die Trend-und Meinungentwicklung überholt sich dabei quasi selbst, ist in einer ungeheuren Beschleunigungsspirale, und keiner möchte etwas dabei verpassen !

In dieser beschleunigten Zeit hat häufig Karriere oder die nackte Existenzsicherung oberste Priorität. Kinder und Jugendliche vergammeln ihre Zeit nicht selten unkontrolliert mit Gewalt-und Pornoseiten im Netz.

Ebenfalls ist nachweislich und zu beobachten,dass die wachsende Arbeits-und damit Perspektivelosigkeit ein destruktiver „Nährboden„ für immer mehr Borderline-Erkrankungen sein wird : denn es gibt immer mehr heranwachsende Menschen mit mangelhaftem Selbstbild (Identität) und immer weniger Vertrauen in sich und die Anderen und es wachsen faktisch immer mehr vernachlässigte,missbrauchte kleine Menschen in destruktiven,verwahrlosenden Verhältnissen auf.


Insofern kann die Blogüberschrift : Modediagnose :Borderline ,abgewandelt und eindeutiger auf jeden Fall lauten: Borderline-Störung :Ein wachsendes Symptom unserer Gesellschaft !
Unsere heutige Gesellschaft lebt bereits in einem doppeldeutigen,sich widersprechenden Zustand und daher in einem Paradoxon :Einerseits werden wir immer sprachloser und damit gefühlsärmer und gleichzeitig leben wir in einer Informations-und damit auch– Gefühlsüberflutung und ständigen Überreizung,die zur Abstumpfung und Abspaltung von Emotionen führen kann.
Es kommt zu einer Gefühlsverflachung !


Gefühle werden häufig stellvertretend in die Medien verlagert und erlebt, in virtuellen Welten gefunden oder dürfen sich in Folge xy der Tages-Soap oder der Serie so richtig "reinschmeissen",hier kann man wunderbar am Pseudoleben der Kunstfiguren teilnehmen,sich identifizieren oder sie ablehnen,während in der Realität oft echte Beziehungen vernachlässigt und sprachlos werden.

Ereignen sich dann tatsächlich traumatisierende und tiefgreifende Situationen,schützt jeden Menschen zunächst die Fähigkeit des Abspaltens (Dissoziation )von Entsetzlichem und Erlebtem und vor einem totalen Zusammenbruch.Sie dient auch der akuten Schockbewältigung. Ein missbrauchter oder gefolterter oder auch vergewaltigter Mensch, kann eigentlich nur durch diesen Spaltungsmechanismus psychisch langfristig überleben.
Andererseits sind es die gleichen Gefühlsmechanismen der Dissoziation und völligen Gefühlsabspaltung,die einen Amokläufer oder Selbstmordattentäter überhaupt in die Lage versetzen, einfach nur noch wie in einem Rausch und Ausnahmezustand und schliesslich emotionslos zu töten.

Ein Mensch mit einem Borderline-Syndrom dagegen hat genau das entgegengesetzte Problem, er leidet unter ständiger Gefühlsüberflutung im Hier und Jetzt,ist ihr unausgesetzt ausgeliefert,sitzt in seinem eigenen verwirrenden Gefühlsgefängnis und ist dort total seiner eigenen hohen inneren Spannung ausgeliefert,die er oft nur durch geplante und nicht immer spontane Selbstverletzung reduzieren kann.

Der Borderline-Betroffene richtet Gewalt primär gegen sich selbst, ist also autoaggressiv,selten gewalttätig gegen Andere, und- wenn doch- immer nur unter Begleitung anderer zusätzlicher psychischer Störungen und Symptome,welche die BLS dann verstärken. (vgl.Folgeblogs u.a. unter dem Stichwort:Komorbidität ). Die Autoaggression kann in letzter Konsequenz im Suizid enden.

Dabei kann dieser betroffenes Mensch aber auch in manchen Fällen -trotz ursächlicher traumatisierender Erlebnisse- total im sozialen Leben integriert sein und so gar nicht dem Bild des typischen Borderliners entsprechen.
Er wirkt dann Ich-synton,ohne es wirklich zu sein,hat eben anpassende Rollenmechanismen entwickelt, die ihm „geglaubt werden“,die er auch selbst immer wieder kultiviert,bis eine echte Lebenskrise Borderline-Symptome deutlich machen können.

Borderline-Betroffener zu sein bedeutet nicht nur eine sehr hohe Emotionalität und oft großes Einfühlungsvermögen zu haben, sondern auch große Loyalität gegenüber Menschen,zu denen Vertrauen gefasst wurde.

Ein Borderline-Mensch zeichnet sich i.d.R. durch ein Persönlichkeitsbild mit vielen Facetten aus,ist oftmals überdurchschnittlich intelligent und kreativ, arbeitet sehr intuitiv,verfügt über einen großen Gerechtigkeitssinn,ist hartnäckig,gibt ungerne auf und zeigt sich meist sehr hilfbereit und flexibel.
Was aber den Umgang mit einem Borderline-Menschen dennoch zu einer Gefühlsachterbahn werden lässt,möchte ich den nachfolgenden Blog noch ausführen.



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11.04.2010 14:28 Uhr
Puh kommentiert
Wie kann ein Artikel, der für sich anscheinend beansprucht, kritisch zu sein, so reißerisch und einseitig daherkommen?

Abgesehen davon, dass der Artikel faktisch falsche Passagen enthält (z.B. findet man Dissoziation in jedem Fachbuch als Symptom, welches gerade erst zu den selbstschädigenden Handlungen führt!) und somit Unkenntnis über das Krankheitsbild zulässt, schüren sie noch die Sensationslust der Menschen und falsche, hobbypsychologische Diagnostzierungen aus der Ferne, indem sie möglichst viele Prominente mit BPS nennen.

Leute wie sie schüren die Vorurteile gegen Menschen mit Borderline-Stürung noch, anstatt sie abzuschwächen.
Sie nennen sich "Therapeutin", die Menschen glauben ihnen, und so tragen sie das Wort immer weiter in unsere Gesellschaft hinein.
Was wir brauchen, ist echte Aufklärung und keine Sensationsgeilheit frei nach "BILD".

Ich weiß, dass sie diesen Kommentar nicht veröffentlichen können. Denken Sie nur mal bitte darüber nach, was sie mit ihrem leichtfertigen Geplänkel hier anrichten. Es geht hier um die Betroffenen, die häufig gegen großflächige Stigmatisierung ankämpfen müssen.

12.04.2010 11:35 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
Zunächst danke für Ihre Meinung.

Ich beanspruche im allgemeinen für mich- speziell in diesen Blogserien zu bestimmten Themen -nicht die hochbrilliante Wissenschaftlichkeit eines Fachartikels,sondern muss allgemeinverständlich sein, was für Sie eher populistisch zu sein scheint.
Genau das aber ist gerade nicht meine Intention.

Um Borderline das absolut negativ Stigmatiserende zu nehmen, ist Aufkärung wichtig, hier stimme ich völlig mit Ihnen überein.
Andererseits aber ich finde es durchaus legitim,komplexe psychische Störungen exemplarisch mit Beispielen aus der Glamourwelt und bekannten Menschen mit Promifaktor- für den Nicht-Betroffenen- erklärlicher zu machen und den Kampf auch berühmter Menschen mit diesen Symptomen und Verhaltensmustern darzustellen.

Dem (vermeintlich) magisch-unverständlich-gefährlichen wird eher so die Kraft genommen und der Leser weiß letztendlich,
Borderline kann alle und jeden betreffen, vorausgesetzt bestimmte emotionale Muster und Verhaltensmuster sind erkennbar.

Und genau das ist der Sinn meines(r) Blogs : Borderline betrifft berühmte Menschen genauso wie zum Beispiel die Verkäuferin im Supermarkt, nur leider interessiert sich für deren Schicksal kaum jemand, es wird aber womöglich nachvollziehbarer, wenn Promis hier quasi "erklärend" Pate stehen..

Ich empfehlte Ihnen dringend sowohl den von Ihnen kritisierten Blog,als auch den eingestellten Nachfolgeblog, als auch noch die noch folgenden Blogs, zum Beispiel zum Thema : Borderline und Partnerschaft, im Gesamtkontext auf sich wirken zu lassen,ehe Sie alles einfach nur als "Geplänkel"abqualifizieren !

Sie können davon ausgehen,dass ein erster Blog bei einem solch umfassenden Thema immer zunächst nur als große Einführung gelten kann, um dann in tatsächlich hilfreiche Details und Kriterien dieses Krankheitsbildes weiter zu gehen, welche ja im zweiten Blog, wenn Sie hier mal reinschauen ,auch bereits angedeutet und in Folgeteilen fortgeführt werden.

Zum Thema Dissoziation haben Sie einerseits recht mit Ihrer "Schelte", andererseits aber auch wieder nicht : Denn in der Tat ist diese geistige Fähigkeit des Menschen sowohl Fluch als auch Segen zugleich und schliesslich Basis jeglichen Verdrängungsprozesses in unserem Unterbewusstsein, ermöglicht manchmal noch menschliches Reagieren,bevor die Traumatisierung greifen kann :

Denken Sie an einen Helfer bei einem Unglück, der gegen sein eigenes Grauen ankämpfen muss,um überhaupt helfen zu können, und oft geht dies eben zunächst durch das "Wegdrücken oder Abspalten" unbewusster und/oder tatsächlich realer belastender Inhalte, was dann jedoch in der Folge wieder Ausdruck im sich später hieraus entwickelndem posttraumatischen Syndrom finden kann.

Wie die Verdrängung manchmal nach vielen Jahren- ausgelöst durch bestimmte Trigger- sich plötzlich auflöst und dies den Menschen dann sowohl sehr quält und gleichzeitig auch für manche als Befreiung empfunden werden kann, ist hochaktuell nachzulesen bei dem Thema von langjährig zurückliegenden Missbrauchtaten.
Wie mutig ist es hier doch von den Opfern sich exemplarisch in die Öffentlichkeit zu stellen und sich auch damit wenigstens ein Stück weit"zu befreien ".
Wenn ich allerdings dem Tenor Ihrer Kritik folge, müssten Sie das wohl auch ( nur ) als sensationslüstern ablehnen..,oder ?

Ebenfalls ermöglicht die scheinbar vor der Selbstverletzung " gefühllose äussere Haut" bei manchen Borderline-Erkrankten, bei gleichzeitiger hochgradiger emotionaler,innerer Erregung, quasi als ein Dissoziationseffekt, dass ein Betroffener sich in die Haut ritzt oder sogar immer tiefer schneiden KANN UND MUSS, "um sich wieder zu fühlen ", oder der inneren Leere und dem inneren Grauen zu entgehen..oder,oder,oder...
Auch dies ist im Blog 1-2 zum Thema Borderline bereits angesprochen und thematisiert !!

Insofern denke ich nicht verantwortungslos mit der Thematik umzugehen oder gar "sensationsgeil frei nach Bild " zu argumentieren,wie Sie im Kommentar meinten, denn in der Tat geht es MIR um verständliche Aufklärung und damit Psychoeducation !!


Und es mag entsetzliche Vorkommnisse und damit Traumatisierungen im Leben von Menschen geben, wo es in der Tat sogar besser ist, wenn alles im tiefsten Keller des Unterbewusstseins verschlossen bleiben kann und Therapie dann bestenfalls nur begleiten und nur dann aufdeckend arbeiten sollte, wenn der Hilfsauftrag klar vom betroffenen Menschen herüberkommt.

Borderline und sexueller UND/ODER EMOTIONALER konstanter Missbrauch und die mit verursachende und ebenso begleitende Dissoziation von Betroffenen, wird übrigens ebenfalls noch- jedoch nicht total erschöpfend- in Folge behandelt. Dies ist an sich schon einen Extra-Blog wert.

Insofern sollten Sie Ihren Ärger vielleicht noch Mal überdenken und zulassen, dass ich gewiss verantwortlich mit Themen, aber vor allem mit den Menschen umgehe, denn würde ich das nicht und entspräche dem "Feindbild", dass Sie von mir bauen, müsste ich in der Tat schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden !

Ist das für Sie so (eher ) in Ordnung ?
Ihre Monika Koch

22.07.2010 14:25 Uhr
Anonym kommentiert
Ja, nee, is klar. Was man jahrelang mit Borderlinern (nein, nicht in einer Beziehung ... so weit kommt´s noch!) erlebt, ist natürlich alles nicht wahr und natürlich nur Klischee.
Nein, Borderline kann nicht mehr jeden betreffen, manche sind dafür einfach schon zu alt ...
meine fresse

01.09.2010 10:13 Uhr
anonym kommentiert
Ich finde das Schwarz-Weiß-Denken (was ja eigentlich auf Borderliner zutreffen soll): entweder Borderline oder gesund falsch. Ich selbst, aber auch einige Freunde und Bekannte von mir wurden mit der Diagnose konfrontiert, bei mir hieß es, ich hätte diese Störung, aber nicht voll ausgeprägt, vorher und nachher bei anderen "Fachleuten" sollte es wieder gar nicht zutreffen, zwei weitere Freundinnen bekamen die Diagnose, die dann von anderer Seite wieder rückgängig gemacht wurde. Auch gibt es Leute ohne jegliche Diagnose, die dennoch einzelne Merkmale aufweisen. Ich denke je nach Stärke der Traumatisierungen und Möglichkeiten der Kompensation gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Störung, eine "Heilung" ist dann dementsprechend leichter bis sehr schwer zu erreichen.
23.03.2011 15:34 Uhr
xxx kommentiert (Homepage)
hallo, für mich ist das beschriebene chaos normal. ich versuchte früher immer den weg zurück zufinden. heute winke ich dankend ab. die "normalen" leben nicht besser oder schlechter als ich. jeder geht seinen einzigartigen weg... maidreja
28.07.2011 20:10 Uhr
anonym kommentiert
Liebe Frau Koch,

ich habe ihren Artikel gerne gelesen und finde ihn keineswegs reißerisch und einseitig.
Wenn ich durch das Netz google und das Stichwort "Borderline" eingebe, eröffnen sich abertrausende von Seiten, bei denen es immer nur um die Erkrankten selbst geht, Schmuseecken, in denen sie stets unter sich (das Paralleluniversum)sich selbst bemitleiden, aber auch bewundern und bestätigen.Es ist äußerst schwer, wenn nicht sogar unmöglich, eine Plattform nur für die "Mitleidenden" (sorry, mir fällt gerade kein besseres Wort ein) zu finden. Man räumt ihnen hin und wieder eine schmale Rubrik ein, in denen sie sich austauschen dürfen. Auch Selbsthilfegruppen sind rar gestreut. In meiner Gegend gibt es z.B. keine.........
Das Leben mit einem Borderliner kann man kaum nicht reißerisch und einseitig darstellen. Menschen, die keine Erfahrung damit haben, kann man es unmöglich schildern, weil es meistens komplett absurd ist und man große Gefahr läuft, selbst für meschugge erklärt zu werden, wenn man die Geschehnisse mitteilt.

29.07.2011 12:14 Uhr
JOHN kommentiert (Homepage)
BORDERLINER sind s o z i a l (!) bedingt GESTÖRTE,
also s o z i a l (!) GEKRÄNKTE in der frühen KINDHEIT, diese STÖRUNG trat vermehrt seit der "HALT-losen Zeit" der 68-ziger als MASSEN-SEUCHE auf! (... mit dem unbewussten Füllwort: ... dann mach ich "HALT" mal dies & das... )
Davor nannten die IRREN-ÄRZTE das: Latente SCHIZOPHRENIE
(= milde Form von "gespaltenem GEIST" zw. sozialer UNTERDRÜCKUNG und FREIHEITS- (SEHN- ) S U C H T ! !
BORDERLINER -STÖRUNGEN sind SOZIOSEN ! ! !
Dr. JOHN

02.08.2011 18:13 Uhr
anonym kommentiert
Man geht davon aus, dass schätzungsweise 2% der Bevölkerung am Syndrom erkrankt sind. Lassen wir jetzt mal die Vermutungen über Dunkelziffern und Falschdiagnosen außer Betracht und gehen von 2% aus. Lassen sie mich vermuten, dass im Durchschnitt niedrig geschätzt ca 6 Personen (Eltern, Geschwister, Partner, Kinder...) im Umfeld des Borderliners indirekt psychisch übelst betroffen sind , dann kommen wir nämlich auf eine tatsächliche "Betroffenheit" der Bevölkerung von 8%!!!!!!!! Das ist ´ne ganze Menge für ein Sozialgefüge. Ich mutmaße ganz riskant, dass die Behandlung des Borderline-Syndroms, sollte dies überhaupt und dauerhaft stattfinden, den Kassen weitaus weniger Kosten verursacht als die Behandlung derer, die von ihnen in Mitleidenschaft gezogen werden. Mir jedenfalls sind weitaus mehr Angehörige und Partner bekannt, die sich hilfesuchend in Therapie begeben, als Borderliner selbst. Das ist jetzt aber lediglich meine ganze persönlich Statistik!
Nach Jahren an der Seite eines Borderliners, kann ich nur noch sagen, dass mir persönlich jegliches Verständnis abhanden gekommen ist. In dieser doch sehr egozentrisch ausgeprägten Störung ist kaum Platz für andere Wesen und deren Emfpindungen. Im Internet, da muss ich dem Vorredner recht geben, finden sich auschließlich Plattformen für die Erkrankten selbst. Plattformen, auf denen sie sich selbst zelebrieren und sich alles nur um eines kreist: Ihr Leid!
Den Kummer, den Schmerz, die traumatischen Belastungen, die sie ihrem Umfeld zufügen, hat in der WElt des Borderliners keinerlei Stellenwert. Empathie für andere ist so gut wie unmöglich.
Im Ein-Personen-Orbit ist hierfür keine Platz vorgesehen. Das klingt sehr radikal und ich würde es nicht sagen, hätte ich es nicht selbst erlebt.

10.10.2011 00:58 Uhr
the orb - dilmun kommentiert
Der Vorredner hat in einigen Punkten durchaus recht.

Geht es um Angst, die jemand hat, bspw. Borderline oder grundsätzlich neurotisches Verhalten, suggeriert das eine Opferrolle, ein "armer Leidtragender."
Die Wahrheit ist, Angstgesteuerte agieren nicht nur repressiv vermeidend, sondern ebenso aggressiv, kurzsichtig und mitunter katastrophal kopflos. Letztlich geht jeder Form von Aggression irgendeine Form von Angst, empfundenen Bedrohtseins voraus. Selbstverständlich immer in der inneren Rechtfertigung, „sich doch schließlich nur zu wehren oder offensiv zu schützen“. Ob nur entfernt realistisch oder vollkommen eingebildete Bedrohung gegen was auch immer, macht in den Konsequenzen nicht den geringsten Unterschied. Und die äußern sich entsprechend.
Gerade die infamsten Egomanen, Unterdrücker und Machtnazis sehen sich häufig selbst als die ursprünglich Zukurzgekommenen, als Opfer irgendwelcher Umstände, die sie nun aber radikal zu bekämpfen hätten.
Man kann jeden renitenten Misanthropen, jeden Zwangsgestörten, jedes Vergewaltigerschwein, jede niederträchtige Tyrannentussi, jedes verkackte Arschloch auf ihre Wunden und leidvollen Werdegang untersuchen und wird mit Sicherheit fündig. „Ach was“ - stellt man dann fest, all die bösen, leichtfertigen, misstrauischen, vernarbten „Täter“, wurden es, weil sie selbst Opfer in irgendeiner Weise davon waren?
Und ? Macht das die Schneise der Quallen, der Vernichtung und des Chaos, die sie hinter sich ziehen ungeschehen? weil man nachvollziehen kann, warum sie so wurden wie sie heute sind?

16.10.2011 17:35 Uhr
Anonym kommentiert
ich habe den artikel interessiert gelesen und habe mich selbst an vielen stellen wiedergefunden.

und wenn ich darüber nachdenke, zerreisst es mich - am schlimmsten ist für mich, dass ich freundschaften nicht lange halten kann.

mittlerweile habe ich die erste (verhaltens-)therapie hinter mir. es war gut, sie zu machen, aber leider ist dieser knoten nicht geplatzt, der es mir erlaubt, ein "normales" leben zu führen und ich befürchte, mit dieser lebensqualität bis zum bitteren ende leben zu müssen.

empfohlen wurde mir eine tiefenpsychologische bzw. trauma-therapie zu beginnen. ich weiß nicht, ob es etwas nützt, denn diese therapie hatte als nebenwirkung, dass ich jetzt mehr weiß als vorher und tatsächlich bin ich nicht kompatibel mit dem rest der gesellschaft, was mich nicht stabiler werden lässt, weil es immer mein ziel war, im gegensatz zu meinen eltern, etwas aus meinem leben durch leistung und eifer zu machen. dieses ziel scheint mit beendigung der 1.therapie in weite ferne zu schwinden.

und trotz dem ziel, nie so zu werden, wie meine eltern, sehe ich nun, dass ich zwar mein verhalten und meine gefühle besser regulieren kann, aber aus den unterschichtsstrukturen, in denen ich aufgewachsen bin, komme ich einfach nicht raus. ich wollte mich mal mit den leuten der gutbürgerlichen gesellschaftsschicht anfreunden. ich wollte von ihnen lernen, wie es anders geht, ohne aufzufallen.
es funktioniert nicht. sie leben zwar so, wie ich es gerne möchte, aber ich beneide sie nicht, weil sie zu angepasst sind und in akuten situationen den mund nicht aufmachen. vorzugsweise wird dann der bürokratische weg sämtlicher staatsapparate gewählt, um änderungen herbeizurufen.ist mir ein graus, weil ich nicht verstehen kann, wozu man diese umwege braucht - ein gesunder menschenverstand würde ihnen doch alles erleichtern. das sage gerade ich :-)

diese attitüde ist mit dem berufsleben nicht zu vereinbaren. ich weiß, dass man seinem chef besser in den arsch kriechen sollte. aber trotz des bewusstseins darüber, kann ich es nicht.
ich weiß nicht, was passiert, wenn ich mich verbiege und die kontrolle über mich in andere hände gebe.
nach außen hin gehe ich mit leuten und ihrer destruktiver kritik im berufsleben und auch sonst, hart ins gericht, frei nach dem motto: "wer selbst im glashaus sitzt, sollte nicht mit steinen werfen" und dann bin ich auf den verbalen schlagabtausch bestens vorbereitet, weil ich die schwachpunkte meines gegenübers schon in gedanken vertextet habe, womit er nicht rechnet. dann sage ich sachlich und direkt, was ich denke. das schockt, das sehe ich dann erst nachdem ich bereits gesprochen habe. ja, wie soll man denn den chef von sich überzeugen, wenn man die schwachpunkte seines betriebes noch während der probezeit bemängelt? wenn ich nichts sage, fange ich an zu weinen. das ist mir noch unangenehmer, darum muss ich reden.

ich muss lachen, wenn ich mich mit der person von vor 2 jahren vergleiche: vor der therapie war ich normal und 99% meines umfelds dumm, asozial etc. :-).
ich zog mich lieber zurück, obwohl der wunsch nach einer festen bindung immer sehr stark war. dazu habe ich meine gedanken oft kundgetan und damit leute vor den kopf gestossen, die ich wirklich liebte. was folgte, war der rückzug der freunde.

während der schulzeit war das nicht so schlimm, aber je erwachsener ich wurde, desto mehr fragte ich mich, warum sie die wahrheit nicht ertragen können. freunde dürfen sich doch so etwas sagen...

um der stigmatisierung "die ohne feste beziehung" zu entgehen, habe ich mich auf einen mann eingelassen, der vermutlich selbst eine borderline-störung hat.
es war keine feste beziehung, weil sich keiner öffnen konnte.und trotz aller vorurteile der gesellschaft gegen ihn (48 j. - ich 32 j. - 4 kinder von 4 frauen, 4maliger gefängnisaufenthalt, statussymbol kampfhund) stand ich zu ihm, weil er der einzige war, der mir am ähnlichsten war - bis er mich geschlagen hat - da kann borderline borderline bleiben - ich werde nicht wie meine mutter....

je größer die nähe wurde, desto mehr war ich daruf bedacht, ihn nicht zu nah an mich rankommen zu lassen. und wenn die entfenung zu groß war, habe ich mich sehr nach seiner nähe gesehnt
ich wollte ihm sagen, dass ich ihn mag. was herauskam war: "hoffentlich wirst du von einem lkw überfahren, du asi"
warum kann ich das nur hier schreiben, ihm aber nicht?

es hielt 14 monate, worüber ich mich nur für mich schon sehr freue, weil sonst nie etwas über 3 monate hinausging - egal um welche art beziehung es ging: männer, freunde, arbeit etc.
auch den kontakt zu meiner gesamten familie habe ich abgebrochen. darunter leide ich nicht wirklich. es ist eine riesenerleichterung, es geschafft zu haben, mich von diesen menschen, denen ich dieses leben zu verdanken habe,lösen zu können.

ohne das wissen meines "lebensabschnittsgefährten" wollte ich mit ihm raus aus diesem teufelskreis. so habe ich auch ihn mit meinen hass-tyraden über das verhalten von seinen freunden nur so überflutet. anfangs noch zivilisiert, in langen reden gebüdelt. zum schluss wurde es nur noch asozial mit worten wie "hurensohn", "deine kinder werden auch solche missgeburten wie du" etc.
irgendwie war ich es leid, ihm so gerne helfen zu wollen, und doch keinen erfolg verbuchen zu können. dafür habe ich ihn verachtet, weil er nicht wie ich reflektierte und lieber an seinen lebensvorstellungen festhielt. die mühe war es mir nicht mehr wert. deswegen auch die worte.

keiner hat in den 14 monaten dem anderen gesagt, dass er
ihn mag aus angst, sich die blöße zu geben und damit angreifbar zu machen.

in der therapie reflektierte ich diese beziehung. er dachte ich gehe dorthin, weil ich es unbeding mit der arbeit schaffen will.
war auch anfangs so, aber über ihn wurde auch viel gesprochen.

ein jahr lang kifften wir jeden tag durch. jetzt ist es vorbei und ich rauche nicht mehr. über die folgen von übermässigen alkohol- und drogenkonsum kann ich mich zu gut erinnern, weil ich es zu hause gesehen habe. vielleicht hat mich das davor bewahrt, selbst alkoholikerin oder gar wie mein bruder heroinsüchtig zu werden. so sah ich das kiffen in diesem jahr nicht als lebensnotwendige tägliche nahrung, sondern als etwas, womit man vorsichtig sein muss - bewusst!

bei einer gelegenheit sage ich nicht nein. ganz darauf verzichten möchte ich aber nach wie vor nicht - es hilft mir in manchen momenten meine wut wieder runter zu schrauben und es ist in jedem fall der psycho-medizin vorzuziehen

in manchen kommentaren habe ich etwas unverständnis für diese krankheit herausgehört.
und dieses unverständnis erlebe ich auch immer wieder in der gesellschaft. der fallmanger der arbeitsagentur hat mich auch schon aufgegeben. ja, aber was soll ich ihm denn erzählen?
a) will er nur seine statistik hübschen
b) ist er keine vertrauensperson, kein therapeut
c) will er mir trotz einer guten ausbildung in vereinbarung mit seinem teamleiter, der mich noch nie gesehen hat, einen kurst für's nageldesign andrehen - ich bin aber nach harten kämpfen in vielen betrieben und zum schluss in einer vom arbeitsamt bezahlten umschulung doch noch speditionskauffrau geworden - weil ich es unbedingt wollte
(ja, auch dort wurde ich rausgeschmissen - nach drei monaten saß ich aber wieder auf meinem alten platz im klassenzimmer, den bereit meine "erzfeindin" in meiner abwesenheit eingenommen hatte, mit einer einstweiligen verfügung des arbeitsgerichtes)

und wenn es keine tiere gebe, würde ich wohl auch nicht mehr leben - die längste beziehung meines lebens, die mir genauso gefällt, wie sie ist, führe ich m it meinen beiden hunden. fast 8 jahre lang habe ich die beiden schon. sie sind mein ganzer stolz. eine erfahrund von bedingungsloser liebe, die mir früher gefehlt hat.
ja so redet man nur von seinen kindern. habe keine kinder. ich weiß nicht, ob ich jetzt schon soweit bin, eine souveräne mutter sein zu können. mein kind soll nicht so leiden wie ich...

ich habe mir erhofft, in diesem artikel etwas lesen zu können, dass bei mir zum knackpunkt führt, ohne noch eine therapie machen zu müssen.
das ist wohl wieder nur wunschdenken. ich verweise auf den anfang dieses kommentars - ich muss mich wohl mit dieser krankheit arrangieren und weiterhin hoffen, dass die maßgebende gesellschaft endlich erkennt, dass sie nicht ganz unschuldig daran ist. als jugendliche habe ich laut um hilfe geschrieen, bat lehrer, angestellte einer station für selbstmordgefährdete darum, mich aus dieser familie zu holen. mir half aber niemand. meine eltern kamen und nahmen mich einfachso wieder mit. angeblich hatten sie aufgrund von gesetzen das recht dazu. und was ist mit meinem im grundgesetz festgehalten recht auf ein menschenwürdiges und gesundes leben???
in einem amt hieß es, ich soll mit 18 j. mein abi schmeißen und nicht erwarten, von steuergeldern leben zu können. stattdessen sollte ich bei mc donald's für meinen lebensunterhalt aufkommen. ich musste also wieder nach hause. so etwas würde mir heute nicht mehr passieren, dass ein staatsdiener mir das sagt und wenn ich diesen mann wiedersehen und erkennen sollte, werde ich spucken - mitten in sein gesicht!

ja, ich mache heute der gesellschaft ganz viele vorwürfe. würde es mir heute besser gehen, hätte man mir schon frühzeitig geholfen?

mit diesem kommentar wollte ich nur zum ausdruck bringen, dass nicht alle borderliner schneisen der vernichtung hinter sich ziehen
die quallen die ich verbal weitergebe, erlebe ich in meinem inneren gefühlt 1000x stärker

und trotz dieses langen textes zweifle ich, ob das was ich mitteilen möchte, auch so bei dem leser ankommt

25.10.2011 18:23 Uhr
Ian Brown - F.E.A.R. kommentiert
Es gibt nur einen Weg den Borderline-Teufelskreis ( und jeden anderen von Angst und Gewalt) vom Übertragen, Projizieren, Weitergeben an Angehörige, Kinder und Gesellschaft zu durchbrechen. Radikale Akzeptanz und volle Übernahme von Verantwortung seines EIGENEN Verhaltens. Ohne Kompromisse sich der Vergangenheit stellen, der Herkunft und Prägung.
Wahn und Wunschdenken von Wirklichkeit unterscheiden und beschönigte Fiktion, die teilweise kindliche Umdichtung von Fakten und Tatsachen differenzieren.

Kaum jemand wühlt gern in leidvollen Erfahrungen – es ist anstrengend und erfordert Courage – ganz klar - aber zu glauben, dass sich so gravierende Erlebnisse, die zum Borderline-Verhalten führen, von allein lösen, ist eine kindische Illusion. Die „Alternative“ zur Aufarbeitung, das Verdrängen und Wegschieben, husch husch unter den Teppich kehren, gute Miene zum bösen Spiel machen, heißt nichts anderes als: Fortsetzung, Fortsetzung und nochmal Fortsetzung der mitunter unaussprechlichen Tragödien, die gerade die Empfindsamen, Offenherzigen und Begabten unter uns langsam zermürben, ins Misstrauen und Verderben reißen, sie mit der „psychischen Entzündung“ Borderline infizieren.

Es steht geschrieben: „Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns.“
Mit der Vergangenheit abschließen möchte jeder, wie schnell ist das dahin gesagt und mit welch mathematischer Sicherheit wird sie sich wiederholen, wenn es nur Worten und guten Absichten bleiben. MAN LÄSST DIE VERGANGENHEIT RUHEN INDEM MAN SICH IHR STELLT !!! ihr gottverdammten selbstmitleidigen Feiglinge da draußen. Tut etwas, für euch und somit für alle, die das Leben lebenswerter, bewusster und schöner machen wollen, als sie es vorgefunden haben.

31.10.2011 18:10 Uhr
Browner kommentiert
Super Beitrag vom 25.10.2011! Aber wie stellt sich jemand seiner Vergangenheit? Durch tiefenpschologischer Therapie? Indem man auf eigene Faust zu den Vergangenheits-Bezugspersonen geht und mit ihnen 'redet'?
Und woher weiß jemand, dass er sich zu Ende seiner Vergangenheit gestellt hat?

18.11.2011 09:50 Uhr
Gstörter kommentiert
nur mal so zur info für alle die bps-geschädigten partner !!! die sogenannte empathieloßigkeit auf den partner betrifft nicht nur den partner selbst, sonder auch den betroffenen denn er kann für sich selbst auch keine empathie empfinden .........

weis wovon ich spreche bin selbst betroffen ..... oder denkt ihr als sogenannte gesunde es ist toll als gefühlloßes etwas rum zu laufen :-(

19.01.2012 15:20 Uhr
Beate Basner kommentiert
Ich fasse mal den Mut zusammen meine Gedanken u. Erfahrungen zu diesem Thema zu verdeutlichen. In wie weit die Diagnose Borderline rein genetisch bedingt ist , kann ich nicht beurteilen, aber bei allen "Borderliner", die ich bis jetzt getroffen habe, ist etwas gehörig schiefgelaufen in der Kindheit. Sei es Vernachlässigung, emotionaler und/oder sexueller Missbrauch und/oder körperliche Misshandlungen. Von Geburt an habe ich selbst 13 Jahre emotionale u. sexuallisierte Gewalt sowohl von den eigenen Eltern, als auch vom näheren Umfeld erfahren. Hinzu kam das Schweigen und Wegsehen.
Als ich Ende dreissig wegen starker Depressionen einen Arzt (Pychiater) aufsuchte, stellte er mir nach ein paar Minuten die Diagnose: Emotional Instabile Persönlichkeit, Borderlinetyp. Es folge eine sechsjährige Odysse durch Kliniken, Beginn u. Abbruch von Therapien mit dem gleichzeitigen Gefühl, da wiederholt sich etwas, was es schon in meiner Kindheit gab: Mein Versuch, eine eigene Persönlichkeit zuentwickeln und auf eigene Bedürfnisse zu achten, wurden wieder unterdrückt. Jeder Widerspruch gegenüber einen Therapeuten oder Arzt wurde als dysfunktionale Verhalten gewertet. Und ich fügte mich, so wie ich mich damals in der Kindheit gefügt habe.
Jetzt nach drei Jahre "therapiefreier" Zeit kann ich alles mit mehr Objektivität betrachten.

Achtung: Dies sind nur meine persönlichen Erfahrungen:
Für mich gehört diese Diagnose abgeschafft, weil sie nicht auf die eigentlichen Ursachen eingeht: Psychotraumata in der Kindheit (auf die Folgen generationsübergreifende Traumata will ich nicht eingehen). Das extreme Gewalterfahrungen der noch nicht "gereiften" Kinderseele nicht nur massive psychische, sondern sichtbar auch neurologische Schäden hinterlässt, wird glücklicherweise mit den immer besser werdenen Bildgebungsverfahren innerhalb der Gehirn-forschung dargelegt.
Ich will an dieser Stelle nicht pauschalisieren, wer nun die Veranlagung zum "Borderliner" hat (ein grässlicher Satz), weil Vita und Persönlichkeitstrukturen von Menschen so unterschiedlich sind. Aber alle (die ich kennengelernt habe, mich auch) zeigen eine Tendenz zu einer Hochsensilibität u. einer mehr oder weniger überdurchschnittlichen Intelligenz mit gleichzeitigen hohen Moralansprüchen gegenüber sich selbst und der Umwelt.
Zu einer gesunden Entwicklung eines Kindes gehört nicht nur, dass es Liebe, Geborgenheit u. ein liebevolles, strukturiertes Umfeld erfährt, sondern auch, dass es seine persönliche, ureigene Grenze ("bis hier hin und nicht weiter")kennenlernt und das diese auch geachtet wird. Wenn diese Grenze immer wieder missbraucht wird, kann sich die Persönlichkeit nicht entwickeln und entfalten. Und darin sehe ich meinen heutigen Konflikt: Ich kenne meine Grenze nicht. Und ich kann meine Persönlichkeit mit allen was dazu gehört, nicht genau definieren. Aber versuche es immer wieder: Der schnelle Wechsel von excessiven und introvierten Verhalten als blinder Versuch des Auslotens ohne Anleitung, die starke Sehnsucht nach Nähe mit gleichzeitiger Angst vor einem erneuten Missbrauch, diese innere Leere sowie die Suche nach der eigenen Identität. Für Aussenstehende ist dies skurill, für Partner sogar sehr belastend, was verständlich ist.
Ich hoffe aber auch für mehr Verständnis für die Menschen, die aufgrund von Missbrauchserfahrungen in der Kindheit zu "Borderliner" wurden. Sie sind nicht als "krank" zu bezeichnen, sondern als ehemals gesunde Menschen zu sehen, die "krankgemacht" wurden.
Sorry, für die Länge meiner persönlichen Gedanken dazu. Alle Bücher zu dem Thema habe ich inzwischen weggeschmissen oder verschenkt.
Wünsche allen viel Kraft!

01.02.2012 14:51 Uhr
Eine Angehörige kommentiert
Kann ich nur bestätigen. Ich arbeite u. a. mit Borderlinern. Sie agieren gegen andere Menschen und es ist ihnen scheißegal ob andere unter ihnen leiden oder sogar in Therapie müssen. Sicherlich sind sie betroffen von ihrer Krankheit aber wo bleibt die Hilfe für die Angehörigen?
Über die Leiden die ein Borderliner zufügt sollte mal gesprochen werden!

05.05.2012 09:37 Uhr
ferika kommentiert
sehr schön geschrieben und dargestellt. ich fühle mit ganzem herzen mit ihnen und meine, mich selbst jetzt besser zu verstehen.
14.06.2012 05:38 Uhr
Janinka kommentiert
Ich möchte als "Borderlinerin" (wie ich mich mehr als ungern bezeichne,denn ich bin schliesslich auch ein Mensch aus Fleisch & Blut wie jeder andere!!) nur eins loswerden:

Hier wurde darüber berichtet, das "Borderliner" keine Empathie ihren Mitmenschen bzw "Angehörigen oder Mitbetroffenen" gegenüber empfinden (können?)... Das ist eine persönliche Erfahrung bzw Meinung des Autors,das ist mir bewusst.

Allerdings hat es mich sehr stark verlezt (typisch "Borderline", wegen allem eingeschnappt sein,oder sich persönlich angegriffen fühlen... Ja,ich weiß!)

Ich kann hier nur für mich selbst & meine Empfindungen & Gedanken "sprechen". Deswegen möchte ich nicht den Eindruck hinterlassen, ich stelle die persönlichen ErfahrungenMeinungen des Autors infrage!

Mich hat es jedenfalls verletzt, weil ich absolutes Verstnändniss, Mitgefühl & Sorge mit meinen Angehörigen habe!

Ich mache mir fast täglich große Sorgen darüber, wie sehr auch meine Lieben darunter zu leiden haben & das frisst mich noch zusätzlich auf, Stück für Stück. Ich kann es ja selber kaum ertragen, kann MICH selber kaum ertragen & dann kommen noch diese Schuldgefühle obdendrauf! Ich hasse es, meine Krankheit so mit anderen teilen zu "müssen", aber ich handle meistens aus purer Angst & vorallem Hilflosigkeit.

Ich kann durchaus empfinden & nachvollziehen, verstehen etc, was andere Menschen bzw Mitbetroffene fühlen. Das ist ja das ganze große Elend: Ich empfinde einfach alles, alles, alles & das noch viel intensiver als sich die meisten auch nur vorstellen können/wollten!

Ich habe es mir weißgott nicht ausgesucht & ich hasse "mein Borderline" abgrundtief.

Wow, jetzt habe ich doch sehr viel mehr geschrieben, als ich zu Anfang vorhatte ;-) Aber wenn man einmal dran ist .... ^^

Ich hoffe, das ich klargestellt habe, das nicht alle Borderline Betroffenen (mich natürlich eingenommen) "gefühlskalt" sind

Lg Janinka

15.06.2012 13:50 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
Hallo Frau Janinka,
danke für Ihre Offenheit.
Zu Ihrem letztem Satz folgende Bemerrkung meinerseits :
Im Blog spreche ich an einer bestimmten Stelle von " ...werden wir ( damit meine ich ALLE Menschen mit und ohne Borderlineerkrankung..)" immer sprachloser und damit gefühlsärmer und gleichzeitig leben wir in einer Informations-und damit auch -Gefühlsüberflutung und ständigen Überreizung,die zur Abstumpfung und Abspaltung von Emotionen führen kann. Es kommt zur Gefühlsverflachung !"
Ich sprecfhe also nicht von der klassischen gefühlskalten Borderline-Persönlichkeit,sondern im allgemeinen von der Gefühlsverflachung der Menschen.

Und wie Sie unschwer bemerken, erörtere ich damit ein gesellschaftsstrukturelles Problem.Der Mensch mit Borderline ist niemals gefühlskalt,sondern eher von seinen Gefühlen häufig "überflutet" und genau das Gegenteil.

An anderer Stelle bescheinige ich Menschen mit Ihrer Diagnose wörtlich : "Dabei kann dieser betroffene Mensch aber auch ...-trottz traumatiserender Erlebnisse- total im sozialen Leben integriert sein und so gar nicht dem Bild des typischen BBorderliners entsprechen"..
Ebenfalls an anderer Stelle gegen Ende des Blogs :
"Borderline-Betroffener zu sein bedeutet nicht nur eine hohe Emotionalität und oft großes Einfühlungsvermögen zu haben,sondern auch große Loyalität gegenüber Menschen,zu den Vertrauen gefasst wurde...."

Aklso hören Sie auf,sich selbst so herunterzuziehen,denn gerade für und Ihrer Familie zeigen Sie doch permanent soziale und emotionale Intelligenz und übernehmen Verantwortung.
Ein gefühlskalter Mensch übernimmt so eine Verantwortung wenn überhaupt erst mal nur für sich selbst.
Nun,erkennen Sie vielleicht Ihren Gedankenfehler und eigene Fehleinschätzung ?
Ich wünsche Ihnen alles Gute
Ihre Monika Koch

17.06.2012 09:37 Uhr
Ich kommentiert
Was bringt es einem Borderliner über eine höhere emotionale Intelligenz zu verfügen, wenn man von der Gesellschaft dafür gestraft wird?

Ich bin 33 Jahre alt und habe schon soviel gemacht, um anderen zu helfen. Jetzt bin ich am Ende meiner Kraft. Das äußert sich in meinen eigenen 4 Wänden. Ich schreie nach Hilfe - es hört keiner. Seit 2-3 Wochen schmeiße ich mit Sachen um mich, zu meiner Therapeutin habe ich kein Vertrauen mehr, eigentlich zu niemandem.

Heute Nacht wollte ich nicht mehr. Leider reichten die Pillen nicht aus. Muss ich wohl so wie Robert Enke handeln, oder was?

Ich komme aus meinem Käfig nicht mehr raus. Sieht das denn keiner?

Mein soziales Engagement wird langsam zur Frustration und richtiger Aggresivität - und das mit 33.

Was kann ich nur machen?

19.06.2012 07:21 Uhr
Ferika kommentiert
versuch es mit yoga : einatmen - ausatmen - lächeln
oder male mandalas aus, das beruhigt sehr und macht richtig glücklich. du bist nicht allein.

19.06.2012 09:51 Uhr
koch kommentiert (Homepage)
Ich habe Ihnen nicht öffentlich bereits geantwortet und die Möglichkeit gegeben,mit mir Kontakt aufzunehmen.
mfg
Ihre Frau Koch

23.10.2012 18:33 Uhr
Lilly kommentiert
@ Janinka

Hallo,

eigentlich hatte ich niemals vor über "meine" Problematik öffentlich zu reden, deshalb möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Es liegt mir jedoch sehr am Herzen Janinkas Beitrag zu bestärken.

Meine eigene Betroffenheit vom BLS verhindert keineswegs ein starkes Mitgefühl für meine Umwelt und insbesondere meine Angehörigen. Ganz im Gegenteil: Es ist manchmal schier unmöglich unter der Last meiner "Schuld" zu leben, denn ich bin mir der Auswirkungen meines Verhaltens durchaus bewusst. Gerade daraus resultiert dann oftmals eine starker Suizidgedanke, um die Menschheit quasi von mir zu "befreien". Durch Therapien habe ich gelernt besser damit umzugehen. Dennoch gibt es kaum etwas, das ich nicht täte, um nicht von BLS betroffen zu sein, doch habe ich es mir nicht aussuchen können.

Es ist bloß wichtig, dass Borderliner nicht einfach als gefühlskalte, gefährliche Wesen pauschalisiert werden, welche bloß ihrem eigenen Paralleluniversum fröhnen und grundsätzlich in einem blinden Egoismus verhaftet sind, der ihr Umfeld komplett ausblendet. Es ist mir kein Borderliner bekannt, der sich selbst und seine Situation gar "zelebriert" oder sich in in endlosem Selbstmitleid suhlt. Jeder geht mit seiner BLS anders um und es mag Extreme in allerlei Ausprägungen geben, doch wünsche ich mir eine faire Auseinandersetzung mit dem Thema und nicht den "Stempel auf der Stirn".

Das war auch schon alles.
Liebe Grüße
Lilly

30.10.2012 20:03 Uhr
Janinka kommentiert
@ Lilly

Ich danke Dir vielmals für deine tolle & wahrheitsgemäße Antwort!

Jetzt fühle ich mich schon nicht mehr ganz so allein...

Einerseits finde ich es "schön" zu wissen, das es anderen genau so geht & sie mich somit verstehen, aber andererseits finde ich es ganz & garnicht toll, gerade, weil ich weiß, wie schwer es ist, mit dieser hinterlistigen & quälenden Krankheit zu "leben" :((

P.s: Ich denke der einzigste Stempel, den jeder tragen sollte müsste " Individuum Mensch" heißen ;-)

Lg Janinka

14.08.2013 18:17 Uhr
Cathy kommentiert
@ Browner vom 31.10.2011

kann da wohl vermutlich nur bedingt mitreden, da ich Expartnerin eines Borderliners bin allerdings dieselbe Höllenachterbahnfahrt durch das ein oder andere Trauma hinter mich bringen musste. Man weiss dass man sich der Vergangenheit zu Ende gestellt hat, wenn man sich in der Gegenwart das Bild des Traumas vor Augen führen kann und es nicht mehr auf der Seele brennt wie 150°C. Wenn man dann noch in der Lage ist, diesbezüglich Gefühle zu äussern, sprich, wenn man endlich weinen kann und wieder ein- und ausatmen und nicht mehr die Luft anhalten muss... Dann hat man sich der Vergangenheit zu ende gestellt und kann weitermachen :-)

05.09.2013 17:11 Uhr
Philipp Dobler kommentiert
Ich habe meine Beziehung zu einer Borderlinerin abgebrochen, nachdem sie die Basis der Beziehung dauernd durch ihr manipulatives und stark kontrollfixiertes Verhalten geschädigt hat. Da das nicht funktionierte hat sie sich immer für mehrere Tage kommentarlos zurückgezogen und plötzlich aus dem Nicht war sie wieder da und liebte mich mehr denn je. Mit der Zeit merkte ich, daß alles nur leere Hülsen waren. Der Moment, als ich mich trennte war der, daß ich realisierte: Ich liebte und sie verfolgte einen Plan! Heute habe ich trotz des Wissens über diese fast zu bemitleidenden Menschen nur noch Verachtung. Denn: andere rund zu machen und selber kritikunfähig zu sein ist jämmerlich und pervers. Aber ich habe mich entschieden nicht länger als WirtsTier herhalten zu wollen! Diese Menschen sind sind Gefühlskrüppel und erzeugen nichts als Wut und Zorn. Basta!
16.09.2013 15:07 Uhr
Jenny kommentiert
An Philipp Dobler!
Deine Ansicht ist einfach nur respektlos und abwertend. Schließlich gehören immer Zwei dazu, aber wie es scheint bist du der erste Mensch der Perfekt scheint!
Grausam eine solche Ansicht!

01.10.2013 14:37 Uhr
M is for Motherf… kommentiert
@ Ferika:
Sorry, aber ich hab noch nie einen derartigen Mist gehört.
Mandalas, Yoga und Eso-Müll helfen bei ernsthaftem Borderline ganz toll --- wenn man zusätlich noch andersweitig eins an der Waffel hat vielleicht.

14.10.2013 22:23 Uhr
D.S. kommentiert
Ich bin selber Borderlinerin, ausserdem hochsensibel.
Das würde niemals jemand von mir denken.

Ich habe meine beiden Kinder so gut wie alleine grossgezogen, sie sind weniger gestört als die meisten anderen Kinder heutzutage, studieren, haben viele positive Eigenschaften, die ich niemals haben werde.Selbstbewusstsein, zum Beispiel.
Ich wusste aber, wie ich es IHNEN beibringen/mitgeben konnte, ohne es jemals selber gelernt/ bekommen zu haben.
Es gab viele Probleme im Laufe unseres Lebens, ich habe ja letztendlich nie etwas zum Überleben mitbekommen,eher im Gegenteil.
Aber mit dem Alter stiegen auch meine Möglichkeiten, zu verstehen, mich zu ändern, besser zurecht zu kommen.

Letztendlich ist es nur noch meine grosse Verlustangst in einer Partnerschaft, gepaart mit Wut auf Männer ( meinen Vater, der narzisstisch gewalttätig war und meinen Stiefvater, der mich sexuell missbraucht hat. Eine kalte Mutter, die alles verleugnet hat und mir sagte, ich hätte das alles vielleicht verdient, gibt es auch noch).
Aber ich weiss auch- mein Partner ist nicht wie diese Menschen, er hat selber Kindheitswunden und aufgrund meiner Empathiefähigkeit läuft unsere Beziehung eigentlich immer besser, ich bin auch tatsächlich seine erste Partnerin, die ihn ermuntert und unterstützt, so wie auch ich erst durch meinen vorigen Partner gesagt bekommen habe, dass ich ok so bin, wie ich bin.
Rückschläge gibt es natürlich immer wiedermal, diese sind auch sicherlich schlimmer als in manch anderen Beziehungen.

Aber ich bin stark und setze mich Situationen, die mir Angst machen (z.B. meinen Partner alleine weggehen lassen, ihm Freiräume zu lassen, habe ihm selber Friseurin, Ärztin, Fitnesslehrerin empfohlen ) immer öfter absichtlich aus, um mich selber sozusagen "umzuerziehen", meine falschen, anerzogenen, regelrechten Gehirnwäschen durch meine selber kranken Eltern-
was übrigens auch niemand von ihnen denken würde- loszuwerden.
Für "normale" Menschen (soweit es die wirklich gibt), ist das alles wahrscheinlich ganz normal.
Dafür haben andere "normale" Menschen andere Probleme, die ICH nun wieder gar nicht nachvollziehen kann.

Für mich persönlich war es immer so, dass ich unter meinen "Mängeln eher meistens noch mehr gelitten habe, als die Menschen die es miterleben mussten.
Mir hilft immer, viel zu reden, mich zu erklären, mich selber vor Allem nicht zu hassen für meine Rückfälle.
Und letzendlich ist es eigentlich so, dass meine Hochsensibilität mir am Meisten im Weg steht-
ich bin sehr schüchtern, habe Angst in Gegenwart anderer ( fremder ) Menschen
und mache eher dadurch wahrscheinlich manchmal einen komischen Eindruck auf andere, weil ich dann vor lauter Nervosität viel zu viel rede :-).

Letztendlich bin ich sehr stolz auf mich und lasse nicht zu, dass Borderliner mit antisozialen Persönlichkeiten in eine Tonne getreten werden.
Passiert das mal und ich bekomme es mit,
dann frage ich ganz offensiv : " Würden Sie mich für eine Borderlinerin halten?"

Es wäre ganz gut, wenn die Leute hier, die teilweise so hasserüllt Borderlinern gegenüber sind, sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Borderliner sich alles selber beibringen müssen, letztendlich waren unsere Eltern meistens total unfähig.
Oder sie haben die existentiellen Dinge falsch "beigebracht" bekommen.
Leider sehe ich den Teend da nach oben, das hat auch mit der heutigen Gesellschaft zu tun.
Werte gibt es fast kam noch-oder die verkehrten.
Daher akzeptiere ich aich die ADS/ADHS Diagnose nicht.

26.12.2013 15:00 Uhr
Kat kommentiert
Ich bin (leider noch) mit einem Borderliner zusammen und hatte auch eine Freundin mit Borderline (und narzistischer Störung) und habe mich jetzt sehr viel mit Thema beschäftigt.
Wie man auch bei meiner Vorrednerrin merkt sind wirklich nicht alle Borderliner gleich, das ist wohl damit zu begründen das die zugrunde liegenden Komorbiditäten mit anderen Persönlichkeitsstörungen entscheidend sind. Es gibt sozusagen "humane borderliner", die als Unterstörungen z.B. dependent oder ängstlich-vermeidend sind. Das ist mein Partner leider nicht und es ist die Hölle und lange mache ich das auch nicht mehr mit. Der hat eher noch antisoziale Anteile. Und ich habe wegen ihm jetzt schon eine Depression entwickelt. Und ich finde auch dass sich die Angehörigen mehr wehren sollten!

07.01.2014 14:04 Uhr
Browner kommentiert
Fällt denn niemandem beim Schreiben auf, dass bei fast allen Kommentatoren eine extreme Ich-Bezogenheit herrscht, sowie ein starkes Denkmuster im Opfer-Täter-Typus?? Ich verstehe nicht, warum es sowohl 'Borderlinern' als auch 'Angehörigen' so ungemein wichtig ist, dem jeweils anderen die Schuld zu zuschieben.
Es ist doch verdammt nochmal egal, was wie wohin geführt hat! Ja, zur Aufarbeitung ist es wichtig, aber danach nicht mehr!

Kommentar zu 'Kat': Auch in deinem Zusammenhang finde ich es schwierig von Schuldzuweisungen der Entwicklung deiner Depression zu sprechen. Natürlich kenne ich überhaupt nicht im Näheren deine Situation, und ich wünsche dir auch alle Kraft, diese Situation für dich zu bewältigen. Aber kannst du dir denn wirklich sicher sein, einem anderen Menschen die Verantwortung für die Entstehung einer so komplexen und tiefgreifenden Erkrankung zu geben? Schließlich sind Depressionen kein Schnupfen den man sich einfängt, wenn man der general-menschlichen Beziehungsanleitung nicht richtig Folge geleistet hat. Ich glaube nicht, dass Depressionen von einem Menschen verursacht werden können. Ausgelöst, meinetwegen. Aber nicht verursacht.
Und was bringt dir denn diese Schuldzuweisung?

Ich finde, dass sowohl 'Borderliner' und 'Angehörige' mehr Verantwortung für ihr eigenes Handeln aufbringen könnten. Und wenn es BL eben selbst nicht schaffen, aus welchen Gründen auch immer, sollten sich die Angehörigen doch nicht gleichfalls machtlos gebärden.
Sorry, aber zu den ganzen Angehörigen die sich hier so mega abfällig äußern, fällt mir einfach nur ein, dass Kombordität nicht nur innerhalb einer Person auftritt, sonder auch in Bezug auf die Partnerwahl Ausdruck verliehen bekommt :-)

@ Cathy: Danke für deine Antwort! Klingt mir aber erst nach dem berühmten Anfang vom Ende und nicht Ende Ende. Wer an diesem Stadium angelangt ist, hat doch noch lange nicht alles verarbeitet. Da ist lediglich der Grundstein gelegt worden um mit einer Therapie bzw. Traumabewältigung beginnen zu können, meiner Meinung nach.

03.05.2014 22:06 Uhr
Kat kommentiert
Zu Browner:

Ich weiss ja auch nicht ob du selbst Borderliner oder Angehöriger oder was auch immer bist. Wenn keins von beiden, ist das natürlich sehr schwer nachzuvollziehen.
Es sollte keine Schuldzuweisung sein, ich betrachte das als Tatsache. Sicherlich muss man eine Neigung zu Depressionen haben um durch so ein Erlebnis eine zu entwickeln, dazu kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich vorher noch keine hatte und dass das durch das Einreissen aller Schutzbarrieren durch den Borderliner verursacht wurde. Das ist nicht unüblich bei Partnern oder Angehörigen von Borderlinern. Dazu gibt es auch auf diversen Seiten Beschreibungen. Das hat absolut nichts mit Schuldzuweisung zu tun.
Und unabhänig davon, finde ich darf jeder mal seine Meinung sagen. Sicherlich kommt man mit Schuldzuweisungen nicht weiter. Aber jeder der mal mit einem Borderliner zusammen war, kann das mit Sicherheit sehr gut nachvollziehen und weiß wie man sich da fühlt. Außerdem wechseln diese Rollen auch oder man schafft es sie aufzulösen. So ist das nunmal.
Und wer von einem Borderliner schon öfter massiv verarscht wurde oder belogen, was läge da nicht näher, als ihm die Schuld dafür zu geben und nicht auch noch vollstes Verständis dafür aufzubringen.

05.05.2014 20:02 Uhr
Browner kommentiert
@ Kat:
Mein Kommentar tut mir rückblickend Leid. Ich war da glaube ich etwas aufgewühlt und habe dir Unrecht getan. Entschuldige bitte meine harten Worte. Du hast definitiv Recht, jeder darf und sollte seine Meinung äußern. Ich selbst bin nach deiner vorigen Definition wohl ein humaner BL der dependenten Sorte. Deswegen hatte ich wahrscheinlich eine andere Sicht auf die Dinge, was natürlich deiner Situation Unrecht tat. Ich war selbst mal mit zwei weniger "humaneren" BL befreundet. Das war jeweils extrem anstrengend und auch nicht von Dauer. Von daher darf ich mir da keine Meinung zu deiner Situation erlauben.

Zur Erklärung meines vorigen Kommentars: Ich habe mir alle Kommentare zu diesem Artikel durchgelesen und es ist mir einfach so extrem aufgefallen, wie viele BL und Angehörige die Verantwortung von sich weg schieben und dem jeweils anderen ziemlich hart und vor allem destruktiv die Schuld geben. Das bringt meiner Meinung nach überhaupt nichts und eröffnet lediglich ziemlich kontraproduktive einseitige Schubladenfronten..

Insofern (was ich mit Eigenverantwortung gemeint hatte) kann ich dir eigentlich nur zustimmen: jeder sollte sich mehr wehren. Ich würde es aber lieber mit einem anderen Wort versehen als "wehren", weil das so kämpferisch aggressiv klingt (vll nur in meinen Ohren..). Jeder sollte so gut er kann für sich selbst sorgen und den anderen gegenüber gerecht sein. Niemand ist perfekt, deswegen kann man für vieles Verständnis aufbringen. Aber Grenzen setzen ist elementar und überlebensnotwendig, egal ob jemand BL ist oder nicht.

Danke Kat für deinen Hinweis! Ich wünsche dir gute Besserung und dass du einen guten Weg für dich finden kannst.

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Therapeutin

Seit weit über zwei Jahrzehnten befasst sich die Therapeutin aus dem Aachener Süden mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Ihr Ansatz: systemisch- tiefenpsychologisch. Ihre Homepage: www.mycoaching.de

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