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Noch keinen Monat ist Karl-Theodor zu Guttenberg im Amt, schon hat er die ultimative Feuertaufe als Wirtschaftsminister bestanden. Ohne falsche Bescheidenheit oder auch nur einen Hauch von Nervosität zeigt der schnittige Oberfranke, dass ihm die Fußstapfen seines Vorgängers Michael Glos in Sachen Verbalkompetenz mitnichten zu groß sind. Ganz im Gegenteil: Zu Guttenberg ist sogar noch besser. Sogar sämtlichen Lehrern, Philologen und sonstigen Sprachpflegern des Landes fehlen die Worte, um ihrer Begeisterung über die Eloquenz des neuen Ministers vollen Ausdruck verleihen zu können. Stattdessen fließen Tränen der Dankbarkeit und Rührung, sobald zu Guttenberg vor die Kameras und vor allem Mikrofone tritt.
Während Glos trotz aller Wortgewalt gewisse Schwächen in der Sprachlogik manchmal nicht verbergen konnte („In Europa sind wir Deutschen Wachstumsschlusslicht mit weiter fallenden Tendenzen“), ist sein Nachfolger geschickter. Ganz Profi, nutzt er die Diskussion um Staatshilfe für Opel, um sich zu seiner Mitgliedschaft im Verein „Freunde und Förderer des deutschen Verbs“ zu bekennen und befolgt strikt dessen oberstes Gesetz, diese Wortart möglichst oft innerhalb eines Satzes zu verwenden: „Der erste Schritt des Handelns kann und sollte und darf dabei nicht der Eintritt des Staates sein.“
Lange wird es auch nicht mehr dauern, bis bundesweit Schriftsteller und Lyriker erklären, dass sie von metaphorischen Schöpfungen des neuen CSU-Kronprinzen maßgeblich inspiriert wurden. „Ich bin, obwohl Ostern näher rückt, weit davon entfernt, ungelegte Eier bereits so bunt anzumalen, dass man darüber sprechen könnte.“
Bleibt zu hoffen, dass zu Guttenberg bei allem sprachlichen Feinsinn seinen Vorgänger nicht auch noch mathematisch übertreffen wird. Schließlich war es Glos, der herausfand, dass "ein Siebtel, wenn nicht gar ein Achtel der Beschäftigten in Deutschland in der Automobilindustrie beschäftigt ist". Damit hat er die Messlatte für seinen Nachfolger extrem hochgelegt.
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