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Sonntag, 8. Februar 2009
Mit dem Mami-Navi durch die Krise
In der Wirtschaft kriselt’s. Das bekommen Neu-Muttis auch mit, wenn sie in der Wickeln-füttern-schuckeln-Dauerschleife feststecken. Dabei ist die Lösung ganz einfach. Innovationen müssen her! Mir sind gleich drei Dinge eingefallen, für die Eltern trotz knapper Kasse Geld ausgeben würden.

1. ein Baby-Mützchen, das Babys lieben, um sirenenartiges Geheul beim Anziehen zu verhindern;
2. eine Schnullerfindungsmaschine, die auch nachts Tröster und Quengelmäulchen zusammenbringt;
3. ein MANA, ein Mama-Navigationsgerät.

Damit soll nicht etwa das Baby die Mami steuern – das klappt auch durch Schreien ganz prima – sondern die Mami (oder der Vati) den Kinderwagen unfallfrei durch die Stadt. Wenn so eine nagelneue Mami stolz mit ihrem nagelneuen Kinderwagen ihr nagelneues Baby durch die Stadt schiebt, stellt sie nämlich schnell fest, dass auf dem schnellsten Weg zu ihrem Kinderarzt/Babyschwimmkurs/ Lieblingsschuhladen unüberwindbare Treppen sind, sie einen Umweg gehen muss und wertvolle Zeit verliert. Schiebt sie dann einige Schritte schneller, wird ihr klar, dass das schöne historische Kopfsteinpflaster den Mini-Fahrgast - der von der Welt nicht mehr sieht als die kuschelige Innenausstattung seines 1-MS (eine Mama-Stärke)-Wagens - keineswegs beruhigt oder gar in den Schlaf schuckelt. Im Gegenteil: Baby schreit, Mutti schwitzt.

So ein ultraleichtes Navigationsgerät mit Klettverschluss für den Kinderwagengriff könnte also Nervenzusammenbrüche verhindern und sogar den Tourismus ankurbeln. Der Touristen-Service jeder Stadt, die das Prädikat „besonders familienfreundlich“ anstrebt, könnte solche Geräte vermieten.

Ein Mami-Navi muss natürlich mehr können, als barrierefreie, glatte, steigungsarme und hundehaufenfreie Strecken zur nächsten Sehenswürdigkeit anzugeben. Und es muss einhändig zu bedienen sein. Die andere Hand ist nämlich besetzt, hält meist einen Trösteschnuller, tätschelt einen Windelpo oder schuckelt einen Kinderwagen. Wer stehen bleibt, hat verloren.
Also, einfache Symbole, übersichtlich angeordnet: Tasse, Windel, Rassel, Lutscher.

Ein Druck auf die Tasse: Schwups erscheinen Cafés auf dem Bildschirm, in denen Tische nicht nur kinderwagenfreundlich weit auseinander stehen, sondern auch koffeinfreien Kaffee, Malzbier und vitaminreiche Snacks angeboten werden. Für Bedienungen, die heißes Wasser fürs Fläschchen reichen und Gläschen in die Mikrowelle stellen, gibt es extra Schnullerpunkte auf dem Display.

Ein Klick auf die Windel und die nächste erreichbare Wickelstation leuchtet auf. Sind die Windeln gerade ausgegangen, zeigt ein Doppel-Windel-Klick Läden, in denen es günstige Tropfenfänger gibt. Tägliche Satelliten-Updates garantieren aktuelle Preise und Vorrätigkeit der Windeln.

Der Rassel-Wegweiser liefert, na klar, Infos über Spielwarenläden – und Tipps, wie man sie umgehen kann. Das schützt Mamas Nerven. Sie sagen Nulljährige können doch noch nicht quengeln? Ja, aber ihre Papas. Und es soll Väter geben, die jetzt schon mal eine Carrerabahn kaufen wollen, um möglichst früh die Emanzipation ihrer Tochter zu fördern.

Wer Geschäfte sucht, mit freundlichem Personal, das für Zwerge immer einen Lutscher oder eine Scheibe Wurst parat hat, drückt einfach auf den Lutscher. Wäre das nicht prima?
Und wenn so ein Navi dann noch rechtzeitig anzeigt, wann der Mini-Fahrgast das nächste Mal Hunger oder die Hose voll hat, wird das MANA garantiert ein echter Verkaufshit. Also, ich würde es kaufen.

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09.02.2009 16:39 Uhr
Manamamamanonist kommentiert
Aber die MANAS dann bitte nicht nur hier in Old-Germany durch unsere Diplom-Internetisten erfinden, sondern hier auch produzieren. Ich sehe schon wie die Mamas mit den Manas durch die Wüste Gobi oder die Sahara rasen, um unter dem Dach einer schattigen Palme ihre kleinen Mananilas/los zu wickeln, während es in Aachen warscheinlich keine Gaststätte gibt, die auch in ihrem Fenster auf einen Wickelraum hinweist, den man kostenlos benutzen dürfe. Ja, in den Manas sollten für die Mamas auch öffentlich-rechtliche Hinweise auf kostenlose öffentlich-rechtliche Toilettenbenzutzung für öffentlich-rechtliche Aachener Manamamas zu finden sein. Vielleicht tut sich hier ein neues Forschungsgebiet für die Manamamanisten der hier ansässigen Höheren Lehranstalten auf. Oche Alaaf.
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