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Freitag, 9. Januar 2009
So nicht, Herr Becker!
Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Viele Jahre habe ich mich gefragt, warum man dieses Sprichwort erfunden hat. Jetzt weiß ich es: Man hat es eigens für Boris Becker kreiert.

Was waren das für Zeiten. Mitte der 80er Jahre, als ein bis dato unbekannter Leimener eine ganze Nation in Atem hielt, Millionen von Tennisfans nachts aus den Betten und vor den Fernseher lockte. Bis in die späten 90er habe auch ich alles stehen und liegen gelassen, wenn Bum-Bum-Boris zum Schläger griff. Und was ist jetzt?

Ich schalte weg, wenn ich Mr.-ich-wäre-gerne-nochmal-20 auf meinem Bildschirm rumhampeln sehe. Affären hier, Trennung per sms da, schwachsinnige Sendungen im Sportfernsehen, bei denen „unser“ Boris auch noch auftritt, als hätte er gerade drei Tage Komasaufen mit einer Gruppe Jugendlicher hinter sich. Und als Krönung jetzt diese penetranten Poker-Werbungen. Mittlerweile halte ich zu Hause die Fernbedienung schon im Anschlag. Es könnte ja diese Werbung kommen. „Zwei Eier, Mehl...“, säuselt er da vor sich hin. Als Ablenkung, damit man ihm nicht anmerkt, was er für ein Blatt in den Händen hält. Wenn ich das schon schreibe... Ach, was solls.

Ich würde Boris Becker gerne an dieser Stelle raten, dass er wieder mehr zum Schläger greifen sollte. Nur leider sind alle Konkurrenten von früher mittlerweile viel fitter, schneller und besser. Selbst ein Anders Jarryd, den Bobbele früher im Schlaf vom Platz geschossen hätte, lässt dem Leimener jetzt keine Chance mehr.

Also, lieber Boris. Hier noch ein Sprichwort, das nur für dich ist: Reden ist Silber, Schweigen ist (manchmal) Gold!

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