Freitag, 14. November 2008
Im All
Sie nun wieder, Uri Geller,
wollen also tatsächlich mit der phänomenalen Kraft ihres Geistes und einer „riesigen Parabolantenne in der Ukraine“ Kontakt zu außerirdischen Lebensformen aufnehmen. Dass Sie Ihr vermeintlich paranormales Geschwurbel live im Fernsehen runterspulen, ist ja an sich schon mentale Folter genug für einigermaßen intelligente Lebensformen terrestrischen und extraterrestrischen Ursprungs. Dass Sie sich zu allem Überfluss aber auch noch der hochkarätigen Hilfe von UFO-Guru Erich von Däniken, Esoterik-Wrack Nina Hagen und Hokuspokus-Hochstapler Vincent Raven bedienen, lässt Sie in eine Liga nachhaltiger Beknacktheit diesseits und jenseits der Milchstraße aufsteigen, die bisher undenkbar schien. Verständlicherweise muss ein alternder Mentalist mit Hang zur maßlosen Selbstüberschätzung wie Sie so langsam aber sicher mal was für seine Altersvorsorge tun, und deshalb passt Ihnen jenes „unglaubliche Live-Experiment“ Ihres Haus- und Hofsenders Pro Sieben wahrscheinlich ganz gut in den kryptischen Kram. Na los: Geben Sie es ruhig zu, U. G. Ist schließlich keine Schande, sein Gnadenbrot ein wenig aufzubessern.
Da das tricktechnische Verbiegen von Löffeln ohne sichtbaren Einsatz jedweder Extremitäten mittlerweile keinen Deppen mehr hinter dem Ofenrohr hervorlockt, „The next Uri Geller“ (V. Raven) längst gefunden ist und Ihre Zeit als inoffizieller Mitarbeiter diverser US-amerikanische Regierungsorganisationen (FBI, CIA), während der Sie eigenem Bekunden zufolge mit der phänomenalen Kraft Ihres Geistes Computerdateien des KGB gelöscht, den Chef-Unterhändler der sowjetischen Delegation mit positiven Gedankenwellen zur Unterzeichnung eines nuklearen Abrüstungsvertrages bewogen und Serienkiller aufgepürt haben, unwiederbringlich vorbei ist, versuchen Sie es jetzt eben wieder mit ganz ordinärer Zuschauer-Verarsche. Sei‘s drum, Geller-Uri. Sie haben es bestimmt bitter nötig.
Nachdem wir einen Blick auf ausgewählte Botschaften geworfen haben, die Mitglieder unserer Spezies durch Sie als Sprachrohr in die unendlichen Weiten des Kosmos verschickt wissen möchten, haben wir nun eine ungefähre Vorstellung, was dank Ihnen da so auf uns zukommt: „Hallo liebe Außerirdische. Ich würde Euch bitten, mich abzuholen.“; „Haben Außerirdische Geschlechtsverkehr?“; „Wird Schalke jemals wieder Meister?“
Falls die Verbindung lange genug hält und Sie das nötige Kleingeld für ein derart fernes Ferngespräch noch aufbringen können, möchten wir Sie bitten, den gottähnlichen Wesen auf Alpha Centauri folgende Fragen zu stellen: 1. Wie dämlich muss man eigentlich sein, um einen abgehalfterten Blender wie U. Geller ernst nehmen zu können? 2. Braucht Ihr vielleicht noch Lebend-Material für unglaubliche Live-Experimente auf Eurem Raumschiff? (Wir kennen da jemanden, der ganz dringend weg soll.) 3. Wann kommt es endlich zum nächsten Uriknall?
Danke.
Kommentare (4)
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14.11.2008 18:58 Uhr
Stääärekicker
kommentiert
Ja, Gellers Uri ist schon wer. Das sieht man ganz besonders daran, dass er es fertigbringt, so zu agieren, dass ein junger Zeitungsmann keine Mühe scheut, über Uris Märchenstunde
einen schönen Artikel zu schreiben. Ist das nicht der beste Beweis, dass er, der Uri, neben seiner Tätigkeit auch Gedanken bei Anderen verbiegen kann ? Jeder weiß doch, dass Zaubertricks, auch von besten Magiern dargeboten, eigentlich nur der Unterhaltung dienen. Übrigens: Seifen- und Suppensenderschaue ich nicht. Aber diese Sendung schaue ich mir an. Deshalb, dankeschön für diese Negativreklame.
15.11.2008 23:03 Uhr
Dirk
kommentiert
Haben Außerirdische auch Löffel? Und ist es nicht unklug, ihnen diese beim ersten Kontakt gleich zu verbiegen?
16.11.2008 11:54 Uhr
Kningman
kommentiert
Dirk, gleich bekommen Sie ein paar hinter die Löffel, dass sich diese auch verbiegen -LOL- .Und die Hasen, schafft Gellers Uri hier auch das Kunststück ? Da fällt mir ein, dass ich auf Kaninchen-Ausstellungen schon bereits mehrererere Male Häschere oder Kanings jesenn hand, die jeweils einen geknickten Löffel hatten. Hatte hier Uri auch bereits gewirkt ?
16.11.2008 13:26 Uhr
E.T.
kommentiert
Mein Vorschlag wäre: Vielleicht sollte sich Herr G. mal ernsthaft überlegen, den Löffel abzugeben.
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