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Freitag, 26. September 2008
Herbst-Blätter-Schau

Sonniger September und goldener Oktober - das wünscht sich der Gärtner. Der Herbst ist da, die Blütenpracht des Sommers nähert sich dem Endspurt. Und schon hält die Natur das nächste Highlight für uns bereit: das farbenfrohe Feuerwerk der Herbst-Blätter!
Wenn die Nächte kalt werden und die Tage kürzer, bereiten sich Bäume und Sträucher langsam auf die Winterruhe vor. Bevor der erste Frost die Blätter von den Zweigen holt, müssen deren wertvolle Inhaltsstoffe noch als Vorrat für die lange Zeit bis zum Frühjahr eingelagert werden.
Dabei geht es vor allem um das Blattgrün, vom Fachmann Chlorophyll genannt. Es wird in Bestandteile zerlegt, die für die Pflanze verwertbar sind und dabei dem Blatt entzogen. Übrig bleiben Farbstoffe (zum Beispiel das orange Carotin), die das ganze Jahr vom Grün 'überlagert' wurden. Jetzt haben die gelben bis roten Anteile ihren großen Auftritt und bescheren dem Betrachter ein mitunter atemberaubendes Spektakel!
Wie intensiv, wie lange und in welchen Farbvarianten sich das diesjährige Schauspiel darbietet, hängt von vielen Faktoren ab: Temperaturverlauf, Feuchtigkeit des Bodens, Zahl der Sonnenstunden, Standort der Pflanze, Nährstoffgehalt des Bodens und so weiter. Darum ist es jedes Mal ein wenig anders und in keinem Fall langweilig.
Schade ist es nur, wenn ein sehr früher Frost die Aufführung vorzeitig beendet.
Jetzt aber Vorhang auf für einige Stars auf der Blätter-Bühne:

Ein Meister der Herbstfärbung: Ahorn (Acer) in seiner enormen Sortenvielfalt. Jeder Ahorn hat sein eigenes Farben-Repertoire, und das nicht nur im Herbst!
Platz für diese Gartenschönheit ist auch auf dem kleinsten Balkon, denn es gibt nicht nur große Ahorn-Bäume, sondern auch für Töpfe geeignete Zwergformen.

Genau genommen hat der Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) gar keine Blätter, sondern Nadeln. Er gehört zu den Nadelgehölzen, sieht aber nicht so aus. Eine extrem robuste Pflanze, die schon Goethe faszinierte. Außerdem soll sie in Japan den Abwurf der Atombombe überdauert haben!

Prächtige Herbstfarben bietet auch der Eisenholzbaum (Parrotia persica) mit seinem langsamen, malerischen Wuchs. Ein Kleinod für Einzelstellung.

Leider den meisten noch unbekannt, dabei wunderschön: der Tupelobaum (Nyssa sylvatica). Hier ein Blick auf ein herbstliches Blatt im Gegenlicht.

Die Zaubernuss (Hamamelis) hat ihren schönen Namen eigentlich wegen ihrer ungewöhnlichen Blütezeit: die filigranen Blüten öffnen sich mitten im Winter, direkt an den Zweigen. Die Blätter sind ganzjährig sehr dekorativ, im Herbst dann einfach umwerfend!

Auch die Schmuck-Mahonie (Mahonia) ist eine Winterblüherin! Ihr Laub ist sogar wintergrün, verfärbt sich aber bei sonnigem Standort oder wenn die Pflanze Hunger hat... Sie verträgt sehr trockene Standorte und ist auch bestens für große Kübel geeignet. Die großen Blätter sind sehr dekorativ.

Eine meiner besonderen Lieblings-Pflanzen: der Judasbaum (Cercis), besonders die relativ neue Sorte 'Forest Pansy'. Seine Blätter sind von Frühjahr bis Spätsommer dunkelrot, sein Wuchs ausgesprochen schön. Im Herbst gibt es kaum einen Braun- Orange- Gelb-Ton, den seine Blätter nicht annehmen könnten. Da gerät jeder Pflanzen-Freund ins Schwärmen!
Jetzt ist der richtige Termin, um den Garten um eine Pflanze mit besonders auffallender Herbstfärbung zu bereichern!
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