Hürtgenwald - Beamter erwischt: Privat Elektronik auf Staatskosten bestellt

Beamter erwischt: Privat Elektronik auf Staatskosten bestellt

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Computer, Internet
Bei einer Hausdurchsuchung sind zahlreiche Artikel gefunden worden. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Hürtgenwald. Das Verlangen nach Elektronikartikeln hat einen Beamten aus der Finanzabteilung der Gemeinde Hürtgenwald offenbar auf die schiefe Bahn gebracht.

Der 39-Jährige soll über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren hochwertige Artikel bei einem Online-Versandhändler bestellt und die Rechnungen dann so geschickt manipuliert haben, dass sie von der Kämmerei der Gemeinde anstandslos beglichen wurden, erklärt der Aachener Staatsanwalt. So wurde einmal aus einem bestellten Handy eine Parkbank, mal aus Unterhaltungselektronik ein Spielgerät für einen Kinderspielplatz, so dass im Rathaus niemand Verdacht schöpfte.

Aufgeflogen ist der 39-Jährige dem Vernehmen nach erst bei einer internen Überprüfung der Finanzströme in der vergangenen Woche. Nachdem eine erste falsche Rechnung aufgetaucht war, fanden sich rasch weitere, so dass Bürgermeister Axel Buch (CDU) Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue erstattete.

Ein Verdacht, der sich mittlerweile erhärtet hat. „Bei einer Durchsuchung der Privatwohnung des 39-Jährigen konnten wir am Mittwoch zahlreiche der bestellten Gegenstände sicherstellen“, gab Schützeberg gegenüber unserer Zeitung bekannt. Auch der Arbeitsplatz und der Dienst-PC des Sachbearbeiters wurden intensiv unter die Lupe genommen.

Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann die Gemeinde bislang nur vermuten. Nach ersten Erkenntnissen geht sie von einer Summe im „höheren fünfstelligen Bereich“ aus. Ob damit bereits das Ende der Fahnenstange erreicht ist, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, betonte Schützeberg, der bislang nur Fälle aus den Jahren 2016 und 2017 bestätigte.

Die Gemeinde sei sehr kooperativ, betonte Schützeberg. „Nachdem wir diese kriminellen Handlungen aufgedeckt haben, unterstützen wir die weiteren Ermittlungen konstruktiv, um das ganze Ausmaß des Schadens herauszufinden“, erklärte Axel Buch in einer ersten Stellungnahme. Das ganze Rathaus sei schockiert über diesen Fall, stellt Buch fest..

Erst Ende Oktober hatte das Dürener Schöffengericht in einem ähnlichen Fall einen ehemaligen Mitarbeiter der Dürener Job-com zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Personalvermittler hatte binnen viereinhalb Jahren mit fingierten Rechnungen eine Viertelmillion Euro veruntreut.

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