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Von Bauch bis Fuß durchtrainiert

| 29.10.2007, 20:08

Aachen. Samba-Rhythmen, Karneval in Rio, Zuckerhut, Ronaldinho und Pelé - das assoziieren die meisten mit Brasilien. Und Capoeira? Wer das Land des fünffachen Fußballweltmeisters bereist hat, kennt die brasilianische Kampfsportart. Seit 200 Jahren gehört Capoeira zum Straßenbild brasilianischer Städte, weiß Esther Gehrke vom Verein «Capoeira Aachen».

Der feierte jetzt ein dreitägiges Festival mit Vorträgen und Workshops zu den kulturellen Ausdrucksformen Samba, Forró und Capoeira mit Gästen aus Spanien, Irland, Belgien und Russland.

«Für mich ist Capoeira ein Kampfsport, aber gleichzeitig eine wunderbare Möglichkeit, Zeit zu vertreiben», sagt Gehrke. «Rhythmus, Musik und Körperbeherrschung gehören dazu, es ist ein Spiel.»

>Es spielen immer zwei «Capoeiristas». In der Turnhalle in der Bergischen Gasse bilden etwa 50 Männer und Frauen sowie ein halbes Dutzend Kinder einen Halbkreis um die zwei Spieler. Die zwei Männer drehen sich, täuschen einen Tritt an, weichen zurück, schlagen ein Rad, ohne eine Hand aufzusetzen, springen rückwärts, bewegen sich aufeinander zu, springen hoch, drehen sich und treten in die Luft - knapp vorbei am Kopf des Gegenübers.

Nicht immer war Capoeira Spiel. Afrikanische Sklaven entwickelten die Kampfkunst in den brasilianischen Großstädten und so steht sie heute steht als Symbol für den Freiheitskampf der ehemaligen Sklaven, die nach Brasilien verschleppt wurden, erklären die Experten des Aachener Vereins.

Dreimal in der Woche trainieren die Mitglieder und am Ende der Einheit steht ein Spiel. «Die meisten Anfänger haben viel Spaß, trotz Muskelkater», sagt Gehrke. «Man muss viel dehnen und am Ball bleiben», ergänzt Denise Krill. Aber es lohnt sich, findet die Capoeirista: «Von Bauch bis Fuß ist man durchtrainiert.»


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