Auch die Gewitterpause hilft Gladbach nicht weiter

Von: Stefan Hermanns
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Alle gegen Mario Gomez: Gladbachs Vestergaard, Torwart Sommer und ein paar Pfützen stoppen den Angreifer. Foto: imago/regios24

Wolfsburg. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende wurde es noch einmal richtig laut im Stadion des VfL Wolfsburg. Der Hagel prasselte auf das Tribünendach, dann donnerte es – und kurz darauf wurde das Fußballspielen erst einmal eingestellt. Schiedsrichter Christian Dingert unterbrach die Partie zwischen den Wolfsburgern und Borussia Mönchengladbach.

 Die Gäste vom Niederrhein hatten das Fußballspielen allerdings schon 20 Minuten zuvor weitgehend eingestellt. Einseitig. Eine knappe Stunde hatten sie den Abstiegskandidaten dominiert, am Ende aber reichte es für die Borussia nur zu einem 1:1. Die Chance, auch in der kommenden Saison international zu spielen, ist damit nur noch theoretischer Natur.

„Wie hoch stehen die Chancen?“, fragte sich Mittelfeldspieler Christoph Kramer selbst. „Im Fußball ist immer alles möglich“, antwortete er. Platz sechs ist es seit Samstag nicht mehr. Und um Siebter zu werden, müsste Borussia am letzten Spieltag gegen Darmstadt gewinnen, Bremen in Dortmund verlieren (nicht unwahrscheinlich) und Köln zu Hause gegen Mainz, was nicht ganz so wahrscheinlich erscheint. „Der Druck liegt auf Köln“, sagte Borussias Trainer Dieter Hecking.

In Wolfsburg hat es seine Mannschaft verpasst, sich eine deutlich bessere Ausgangsposition für das Saisonfinale zu verschaffen. „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht“, sagte Sportdirektor Max Eberl. „Du warst fußballerisch überlegen, hast Chancen, nutzt die Verunsicherung des Gegners aber nicht.“ Die Wolfsburger wurden in der ersten Halbzeit von den eigenen Fans ausgepfiffen, obwohl es für die Mannschaft noch um den Verbleib in der Bundesliga geht.

Der VfL wirkte fahrig und nervös. So wie in der neunten Minute, als Josuha Guillavogui am eigenen Strafraum einen Querpass genau in die Füße von Jonas Hofmann spielte – Hofmann hatte nur noch Torhüter Koen Casteels vor sich und traf den Pfosten. Der Nachschuss von Lars Stindl wurde geblockt. Auch bei Borussias Führung sah die Wolfsburger Defensive nicht gut aus. Nach einer Ecke schien die Situation bereinigt, doch Kramer reagierte am schnellsten, flankte in die Mitte, wo Jannik Vestergaard zum 1:0 einköpfte.

„Das Spiel darf niemals unentschieden ausgehen“, sagte Kramer. Selbst zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten die Gäste noch gute Gelegenheiten, die sie leichtfertig vergaben, ehe sie die Kontrolle verloren. Zwei leichte Ballverluste im Spielaufbau, eine erste Chance für Mario Gomez – und plötzlich waren die Wolfsburger im Spiel. Gomez war es auch, der mit seinem 16. Saisontor nach einer knappen Stunde den Ausgleich erzielte. Den Flankenball von Riechedly Bazoer konnte er unbedrängt annehmen, weil Nico Elvedi hinter ihm stand. Torhüter Yann Sommer hatte keine Chance.

Die Unterbrechung wegen Blitz und Donner kam den Gladbachern eher entgegen als den Wolfsburgern. „Ich fand es gar nicht so schlecht“, sagte Kramer, „ich war echt platt.“ In der halbstündigen Pause konnten sich die Gäste noch einmal sammeln, vor allem kannten sie die Tabellensituation, weil alle anderen Spiele längst beendet waren. Dadurch wussten sie, dass sie eigentlich einen Sieg benötigten, um die Chance auf Europa am Leben zu halten. Entsprechend gingen sie die außerplanmäßige Nachspielzeit an, während die Wolfsburger sich mit Blick auf die Situation im Abstiegskampf eher zurückhielten.

Zwei gute Gelegenheiten erspielten sich die Borussen noch – zum Siegtreffer aber reichte es nicht. „Wir haben in den letzten beiden Spielen ein paar Punkte zu wenig geholt“, sagte Kapitän Lars Stindl. Doch wenn es am Ende nicht für Europa reichen sollte, liegt es wohl weniger an den Unentschieden gegen Augsburg und Wolfsburg. Für Sportdirektor Eberl sind die Gründe eher in der schwachen Hinrunde zu suchen. „Wir können froh sein, dass wir noch so lange dabei sein dürfen“, sagte er. „Das hätte ich nicht gedacht.“

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