Flüchtlingsintegration: Stadt und Awo planen den „Leben-S-Raum Eiswiese“

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
12418263.jpg
Das Awo-Gebäude an der Marie-Juchacz-Straße wird abgerissen und macht Platz für das Projekt „Leben-S-Raum“ Eiswiese“. Foto: Abels

Düren. Bürgermeister Paul Larue (CDU) spricht von einem Projekt, das viele Chancen bietet, „für die Bündelung von Hilfsangeboten und vor allem für den sozialen Zusammenhalt“. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt verweist auf den Modellcharakter, „Wohnraum für Flüchtlinge im Umfeld sozialer Einrichtungen zu schaffen, die den Integrationsprozess fördern“.

Die Rede ist vom Projekt „Leben-S-Raum Eiswiese“, in das die Stadt Düren rund 8,4 Millionen Euro investieren wird. 2,55 Millionen Euro steuert das Land NRW aus einem Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen bei. Damit wird an der Marie-Juchacz-Straße ein ganzes Stadtquartier aufgewertet. Ein Quartier, das mit seiner Mischung aus deutschen und ausländischen Mitbürgern beste Voraussetzungen für die Integration weiterer Menschen aus anderen Ländern bietet, heißt es in der Beschreibung.

Was soll entstehen? Das in den 50er Jahren erbaute und immer wieder erweiterte Verwaltungsgebäude der Arbeiterwohlfahrt (Awo) kann nicht mehr saniert werden und soll mit der angrenzenden Kindertagesstätte Platz machen für einen Neubaukomplex, der Wohnraum für Flüchtlinge und soziale Angebote kombiniert. Auf dem rund 5200 Quadratmeter großen Areal sollen nach derzeitigem Stand – zwei Architekturbüros sind aufgefordert, bis September detaillierte Vorschläge zu erarbeiten – drei Gebäude entstehen. Zwei sollen der Unterbringung von Flüchtlingen dienen.

Geplant sind 36 Wohneinheiten mit Platz für bis zu 94 Flüchtlinge im laufenden Asylverfahren und für bis zu 35 mit anerkanntem Bleiberecht. Darüber hinaus erhält die Awo neue Räume, die sie langfristig von der Stadt anmieten wird: für die Verwaltung des Kreisverbands, die integrative Kita „Eiswiese“, ein Jugendfreizeitzentrum, die Eingliederungshilfe „Sommerberg“, die Selbsthilfegruppen und das Frühförderzentrum.

Auch ein Stadtteilbüro als Anlaufstelle für die Flüchtlinge ist vorgesehen, um die Menschen mit ihren Alltagsherausforderungen nicht alleine zu lassen. In dieser Anlaufstelle sollen auch Angebote über das Quartier hinaus vermittelt werden; kultureller Art, aber auch Hilfsangebote, zum Beispiel für traumatisierte Flüchtlinge.

Die Awo wird die Wohnanlage betreiben und damit die Begleitung der Flüchtlinge vom Tag der Ankunft in der Wohnung über die Dauer des Asylverfahrens sicherstellen. Wenn die Flüchtlinge ein Bleiberecht erhalten, können sie unkompliziert in eine andere Wohnung des Komplexes umziehen und von dort aus mit Unterstützung die Planung ihres weiteren Lebens in Angriff nehmen.

Dirk Nieveler (SPD, Awo) bewertet das Projekt „Eiswiese“ als „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten, für die Awo, die neue, moderne und zusammenhängende Räume erhält, für die Stadt bei der Integration der Flüchtlinge und für das gesamte Quartier. Denn sollten die neuen Wohngebäude einmal nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, ist in ihnen auch eine andere Nutzung denkbar, beispielsweise generationengemischtes, barrierefreies Wohnen. Auch eine Umwidmung in Sozialwohnungen ist möglich.

Küpper-Beckers geht davon aus, dass der Neubau bis Ende 2018 weitgehend abgeschlossen sein wird.

Bereits in wenigen Wochen sollen mit dem Abriss der Garagen erste Vorarbeiten beginnen, während die Stadt Düren den Kanal in der Marie-Juchacz-Straße an das Bauvorhaben anpasst. Anfang 2017 soll dann der Abriss der bestehenden Awo-Gebäude erfolgen. Bis zum Wiedereinzug wird der Kreisverband in ein anderes Gebäude ausweichen. Die Verhandlungen dazu laufen derzeit noch, betont Küpper-Beckers.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert