Akre - Macher zwischen Aachen, Düren und Dohuk

Macher zwischen Aachen, Düren und Dohuk

Letzte Aktualisierung:
13595130.jpg
Der 26-jährige Mohamed Rekani, geboren im nordirakischen Dohuk, stand unserer Zeitung im Nordirak als Dolmetscher zur Verfügung.

Akre. Mohamed Rekani, geboren im nordirakischen Dohuk, stand unserer Zeitung im Nordirak als Dolmetscher zur Verfügung. Der 26-jährige Kurde arbeitet vielfach als Mitarbeiter für Hilfsorganisationen, dokumentierte für Unicef unter anderem Menschenrechtsverletzungen, die später vor dem Gerichtshof in Den Haag verhandelt werden sollen. Ferner eröffnete er in Dohuk das Bildungsinstitut „Newroz“, übersetzt „Guter Tag“, an dem Deutsch und Englisch unterrichtet wird sowie Flüchtlinge ausgebildet werden.

Zufall oder Fügung? Bemerkenswert sind auch die Wurzeln seiner abenteuerlichen Biografie – verbrachte Mohamed Rekani doch seine Kindheit im Asyl in Aachen und Düren, wo er bis zum Sturz von Saddam Hussein 2004 die Heinrich-Böll-Gesamtschule besuchte. Mit seiner Familie ging er dann wieder zurück in die Heimat. Wo es ihn nicht lange hielt. Drei Jahre später verschlug es ihn anno 2007 abermals in unsere Region. Dort landete der damals 17-Jährige in Langerwehe in einem Asylbewerberheim – und in Aachen auf der Käthe-Kollwitz-Schule. Rekani schlug sich bei Leihfirmen durch, arbeitete auf Baustellen und Bauernhöfen. Der mutige Überlebenskampf eines jungen Mannes, der mit zwei Jahren seine Mutter verloren hatte.

Doch dann kam 2011 der Syrien-Krieg. „Ich erfuhr viel von der katastrophalen Flüchtlingssituation in meiner kurdischen Heimat“, erinnert sich Mohamed Rekani: „Daraufhin wollte ich endgültig zurück zur Familie und Teil der Hilfe werden, die diese Menschen brauchten.“ Das war im Januar 2012. Sein Vater, seine Schwester, sein Bruder und Halbbruder empfingen ihn in Dohuk mit offenen Armen. Heute agiert Rekani als durchsetzungsfähiger Kommunikationsmanager in einem dichten Netzwerk Kurdistans – mit zahllosen Drähten in Bildungs- und Hilfsprojekte. Er hat Wort gehalten. Und ist „Teil der Hilfe“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert