Aachen/Mossul - Leser unterstützen Überlebenshilfe in Mossul

Leser unterstützen Überlebenshilfe in Mossul

Von: mku
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Im Einsatz: Kerstin Bücker, Mitglied der Unicef-Geschäftsführung, begleitete uns in den Nordirak.

Aachen/Mossul. Unsere Unicef-Kampagne „Kinder auf der Flucht – Wir helfen vor Ort“ wird für die leidende Bevölkerung der letzten IS-Hochburg Mossul zu einer Überlebenshilfe. Erstmals seit zwei Jahren erreichten Hilfsgüter zunächst nur den Ostteil der einstigen Zwei-Millionen-Metropole im Norden des Irak.

„Medikamente, Tabletten zum Desinfizieren von Wasser, Power-Snacks, Zahnpasta, Seife, Windeln und andere Mittel des Grundbedarfs sollten für 15.000 Kinder und ihre Familienangehörigen einen Monat lang ausreichen“, berichtet Kerstin Bücker, Mitglied der deutschen Unicef-Geschäftsführung und Begleiterin unserer Projektreise.

Die Lage in und rund um die einstige Leder- und Textilstadt, umgeben von ungezählten Ölraffinerien, ist verheerend. „In den vom IS befreiten Gebieten ist die Infrastruktur für Wasser und Strom schwer beschädigt und oft nicht nutzbar. Das gilt auch für die Schulen und Krankenhäuser“, so Bücker. Hinzu käme, dass „viele unter Hunger leiden“.

Eine Herkulesaufgabe

Fast 60.000 neue Vertriebene, darunter 27.000 Kinder, sind der umkämpften „Hölle von Mossul“ bereits entronnen, 500.000 werden insgesamt befürchtet. Eine Herkulesaufgabe stellt die Unterbringung der verzweifelten, oft traumatisierten Menschen dar. „Da wir nicht wussten, wohin die Flüchtlingsströme gelenkt werden und wir immer wieder andere Informationen erhielten, war die Vorbereitung auf die aktuelle Lage sehr schwierig“,erklärt Unicef-Sprecher Chris Niles.

Die Priorität der Auswahl für die Standorte dieser Meere an weißen Zelten in peripheren Geröllwüsten ist klar: „Das Gebiet muss minenfrei, Wasserversorgung möglich sein“, so Niles. Vier bis fünf Lager seien inzwischen fertig, weitere wür- den folgen. Wich- tig sei dabei auch „die Zustimmung der lokalen Verantwortlichen“, so Unicef-Mitar- beiter Niles über die Arbeit hinter den Kulissen.

Derweil werden die Mitarbeiter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen selber immer wieder mit schauerlichen Ereignissen konfrontiert. Maulid Warfa, Unicef-Leiter von Erbil, erfuhr jüngst, was bei einer Flucht von 250 Leuten mit ihren Autos aus Mossul geschah: „Sie hatten alle eine weiße Fahne auf dem Dach. Frauen berichten, dass ihre Männer vom IS getötet wurden, direkt vor ihren Augen. Die meisten sind nachts aus der Stadt geflohen“, so Warfa, der seine Informationen aus verschiedenen WhatsAppGruppen hat.

Und wo steht Unicef in dem explosiven Brennpunkt unterschiedlichster Interessen? Die Rolle des Kinderhilfswerkes bringt Kerstin Bücker so auf den Punkt: „Unicef ist da, wo die Menschen Schutz suchen, unabhängig von der Entwicklung des Konfliktgeschehens und dessen Ursachen. Wir sind einfach dort, wo es am allernötigsten ist.“

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