„Was soll ich werden, wenn ich groß bin?“

Von: Bettina Begner, Schülerredaktion
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Bevor man sich fürs Berufspraktikum bewirbt, sollte man sich über seine Zukunftspläne im Klaren sein. Foto: fotolia/Kurhan

Aachen. Betten beziehen statt Hausaufgaben machen, an der Werkbank werkeln statt Sportunterricht, und anstelle von Mathe ist die Betreuung von Kindern im Kindergarten angesagt. Im Schülerpraktikum lernt jeder zum ersten Mal, wie es ist zu arbeiten und geht einen wichtigen Schritt in der Frage „Was werde ich eigentlich, wenn ich groß bin?“

Doch wie gehe ich da am besten vor? Was tue ich, wenn ich mich nicht entscheiden kann, wo ich mich in 10, 15 Jahren vielleicht sehe? Die Suche nach einem Praktikumsplatz muss akribisch geplant werden, damit Neuntklässler am Ende nicht zwei Wochen lang schmollend im Büro sitzen oder womöglich keinen Praktikumsplatz bekommen haben, und „Strafunterricht“ in der Schule absitzen müssen.

Keine Sorgen ums Geld

Dein erstes Praktikum geht normalerweise über zwei Wochen und wird bestimmt nicht dein letztes sein. Erst spätere berufsorientierende Praktika nach der Schulzeit gehen oft über mehrere Monate und sind dazu da, deinen Lebenslauf aufzupolieren. Das Schülerpraktikum ist erst einmal eine Möglichkeit, sich auszuprobieren. Außerdem lebst Du als Schüler noch bei deinen Eltern, musst Dir also keine Sorgen um Geld, Wohnung und Anfahrt machen.

Da Schülerpraktika der Schulen oftmals kurz vor oder nach Ostern zu den gleichen Zeiten stattfinden, ist es wichtig, dass du schon einige Monate vorher nach einem Praktikumsplatz suchst. Schließe für eine halbe Stunde einfach einmal den Facebook-Tab und surfe stattdessen auf Seiten wie/www.schülerpraktikum.de oder www.meinpraktikum.de/schuelerpraktikum. Ist etwas Passendes dabei, dann kommen die Skills zum Tragen, die du im Deutschunterricht gelernt hast: Anschreiben, Motivationsschreiben und Lebenslauf sind gefragt. Stelle heraus, warum du gerade in diesem Betrieb ein Praktikum machen willst. Hierzu ist es ratsam, dass du so viele Infos wie möglich über diesen Job und die Firma paukst. Gefallen Dir mehrere Praktikantenstellen? Dann bewirb dich auf alle, die in deine engere Auswahl kommen. Egal, wie gut du bist, vielleicht gibt es auch andere, die diesen Praktikumsplatz haben möchten und sich noch mehr reinknien. Sei nicht zu traurig, falls es nach dem Bewerbungsgespräch nicht klappt. Es gibt genügend andere Betriebe, die dich bestimmt sehr gerne nehmen.

Sollte es bei einem Betrieb klappen, dann empfiehlt die Seite meinpraktikum.de, Folgendes zu beachten: „Trotz geringer oder keiner Bezahlung hast du als Praktikant bestimmte Rechte. Bist du noch unter 15 Jahre alt, darfst du täglich nicht mehr als sieben Stunden arbeiten. Mit 16 giltst du bereits als jugendlich und darfst für 40 Stunden Arbeit pro Woche herangezogen werden (8 Stunden am Tag). Wie bei allen Arbeitnehmern muss natürlich täglich eine Pause von 30-60 Minuten drin sein.“ Auch die Klischees Kaffee kochen und Besorgungen machen sollten nicht Haupttätigkeit deines Praktikums an. Schau im Internet nach Erfahrungsberichten zu deinem Betrieb. Vielleicht findest du Eindrücke vorheriger Praktikanten.

Der erste Tag

Der erste Praktikumstag ist wohl der spannendste: raus aus der Wohlfühlzone Klassenraum, rein in die unbekannte Welt. Welchen Bus muss ich nehmen, damit ich pünktlich komme, aber nicht zu früh? Was ziehe ich an? Was nehme ich mit? Soll ich bei der Einweisung mitschreiben oder doch nur zuhören? Schnell wirst du merken, dass deine Angst ganz schnell verfliegt, wenn du erst einmal alles kennengelernt hast.

Nach der ersten Woche kommt dann dein betreuender Lehrer vorbei und schaut, ob alles in Ordnung ist. Du wirst merken, wie viel Routine sich bis dahin schon eingespielt hat. Dein Lehrer kommt dir fast vor wie eine Person fernab der Realität, eine verschwommene Erinnerung vergangener Zeiten.

Du drehst dich nicht einmal um, schon sind die zwei Wochen vergangen und der Schulalltag beginnt wieder. Einige werden mit einem weinenden, andere mit einem lachenden Auge gehen, denn nicht jedes Praktikum ist direkt erfüllend.

Doch genau dafür ist es da. Ist es wirklich das Richtige für mich? Soll ich in den Ferien vielleicht noch ein Praktikum machen, um ganz sicher zu gehen? Soll ich mich vollkommen neu orientieren? Praktika klären immer wieder auf andere Weise ein Stück weit die Frage, um die sich alles dreht: „Was soll ich eigentlich werden, wenn ich groß bin?“

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